Junge Unternehmer

Entrepreneur à la Eckernförde – Die bunten Schuhe des Timo Ladewig

Timo Ladewig von Lit Shoez bei der Arbeit.

Timo Ladewig von Lit Shoez bei der Arbeit.

Eckernförde. Der Raum ist gerade groß genug für Schreibtisch, Arbeitsstation und ein Regal voller bunt bemalter Sneaker: Timo Ladewig betreibt sein Geschäft Lit Shoez aus seinem ehemaligen Schlafzimmer in seiner Eckernförder Wohnung. Wenn Ladewig jeden Tag ein Paar Turnschuhe verkaufe, wäre er mit 30 Millionär, sagte ihm der Betreuer seines Business-Plans. Doch noch sind die Ziele des 24-jährigen Eckernförders etwas niedriger gesteckt. Als Erstes soll es ein eigenes Ladenlokal in der Eckernförder Innenstadt sein.

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Turnschuhe der besonderen Art

Timo Ladewig wollte Schuhe, die kein anderer hat und griff zum Pinsel. Inzwischen ist daraus ein Geschäft entstanden: Lit Shoez.

„Lit, das heißt sowas wie cool oder erleuchtet“, erklärt Ladewig. So zu hören in der Musik von US-Rapper und Turnschuh-Produzent Kanye West und seinen Kollegen, die Ladewig inspiriert. Aus Amerika stammt auch der Trend Custom Sneaker. Also Turnschuhe, die individuell bemalt oder verziert werden – meistens nicht vom Hersteller selber, sondern von einem unabhängigen Designer. Aber wie kommt man auf die Idee vom Schuhe-Bemalen zu leben?

Schuhe made in Eckernförde: Alles begann mit einem Geschenk

Alles fing an mit einem Geschenk für seine Freundin: „Ich hab’ mir einfach Acrylfarbe vom Tedi geholt und damit Schriftzeichen auf einen Schuh gemalt.“ Die Resonanz in seinem Freundeskreis folgte sofort, und so bemalte Ladewig plötzlich Schuh um Schuh – für lau. „Irgendwann hat dann jemand gesagt: Verlang’ doch Geld dafür.“ Das war vor ungefähr vier Jahren, erinnert er sich. Doch er sei nicht der Typ, der etwas überstürze, so Ladewig. Erst wollte er sichergehen, dass er seinen eigenen Qualitätsansprüchen gerecht würde.

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„Ich hatte damals einen Job bei einem Wachunternehmen mit 12-Stunden-Schichten. Da hatte ich viel Zeit, um zu zeichnen.“ Erst als er mit seinen Designideen endgültig zufrieden war, informierte er sich, wie man sich denn eigentlich selbstständig macht.

„Die Frau auf dem Arbeitsamt hat mir gesagt, das wird nichts. Schuhe gibt’s schon im Überfluss.“ Ladewig ließ sich nicht beirren. Mit einem ersten Kredit kaufte er Farben und einen Cutter, schaltete Werbung für seinen Instagram-Account. Um finanziell hinzukommen, aß er einen Monat lang nur Tiefkühlpizza. Am 1. Dezember 2020 ging Lit Shoez dann an den Markt.

Lit Shoez liefert auch in die USA und nach England

„Früher hab ich meine Designs mit Tusche skizziert, inzwischen male ich einfach direkt auf den Schuh“, so Ladewig über seinen Schaffensprozess. Angst vor Fehlern habe er nicht: „Ich sage immer, ich bin der beste Ausbesserer, den es gibt.“ Aceton kommt bei Ladewig nur im absoluten Notfall zum Einsatz. Stattdessen sieht er in jedem Fehler eine Möglichkeit, etwas Neues zu schaffen. An einem einfacheren Design arbeitet er etwa vier Stunden, seine aufwendigste Arbeit beanspruchte zwölf.

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Die Statistik von Lit Shoez: Bisher 80 verkaufte Paar Schuhe. Darunter Kunden aus Texas, Chicago, England. Ein Schuh kostet meist zwischen 200 und 500 Euro, je nach Aufwand des Designs. Zurzeit sei es manchmal schwer, das Modell Air Force One der Firma Nike zum gewöhnlichen Einkaufspreis von 100 Euro zu bekommen, daher muss Ladewig die Preise in Einzelfällen nach oben korrigieren.

Eine Auswahl an Lit Shoez-Designs.

Eine Auswahl an Lit Shoez-Designs.

Sein absolutes Lieblingsdesign fertigte Timo Ladewig Ende Dezember an: Eine Mutter wollte einen Schuh für ihren Sohn haben. Der gehört zu einem Roboter-Team, das zu einer Vorführung nach Las Vegas fuhr. „Sie hat mir da freie Hand gelassen, das war toll.“ Also entwarf er einen Schuh, der das Design des Roboters aufgriff.

Nein sagt Ladewig nur zu einer Art Wunsch: „Wenn jemand das Design von einem anderen Customizer will. Ich kann da nur mein eigenes Ding draus machen. Kopieren geht gar nicht.“

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Weg aus Eckernförde will Ladewig nicht. „Natürlich fällt man hier auf mit solchen Schuhen. Ich werde oft angesprochen.“ Doch die Erfahrung sei durchweg positiv. Einige lokale Unternehmer hätten ihm sogar schon Verkaufsflächen angeboten. Aber auch hier will Ladewig nichts überstürzen. In den kommenden Wochen wird erstmal besichtigt.

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