Rettung in Bredenbek

Gundula Ruben päppelt Rehkitz auf

Foto: Foto aus den ersten Tagen: Gundula Ruben päppelt bei sich zu Hause in Bredenbek ein Rehkitz auf.

Foto aus den ersten Tagen: Gundula Ruben päppelt bei sich zu Hause in Bredenbek ein Rehkitz auf.

Bredenbek. Um 10.30 Uhr am 11. Mai bekommt Jäger Thorben Pede Bescheid: Wildunfall zwischen Bovenau und Bredenbek. Vor Ort kann der Unfallfahrer das verunglückte Reh nicht finden. "Man sah schon an den Schäden am Auto, dass es nicht weit gekommen sein kann", sagt Jäger Pede. Ein Stück weiter im Straßengraben findet er das Tier, daneben liegt ein Kitz, vom Aufprall aus dem Bauch der Mutter geschleudert. "Erst habe ich gedacht, dass beide tot sind", sagt Pede. "Aber dann hat sich das Kitz bewegt."

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Nach 20 Minuten regt sich Leben in dem kleinen Kitz

Pede umwickelt das nasse und zitternde Kitz mit einem Hemd und fährt es zu Gundula Ruben. Sie wohnt in Bredenbek, hat ein großes Grundstück mit viel Grün. Vor ein paar Jahren haben sie schon einmal versucht, ein Kitz durchzubringen. "Das Tier hatte Schnappatmung und eigentlich kein Leben mehr in sich", sagt Gundula Ruben. Doch nach 20 Minuten beruhigt sich die Atmung, das Kitz wird ruhiger. "Nach drei bis vier Stunden unter der Rotlichtlampe wurde es schnell mobil", sagt Ruben. Hunger bekommt das Kitz dann auch.

Prozedere aus Füttern und Massieren nimmt eine Stunde in Anspruch

Der Lebenswille hat gesiegt, und das bedeutet für Gundula Ruben in der Folge viel Arbeit. Zunächst füttert sie alle zwei Stunden in kleinen Dosierungen, am Tag und in der Nacht. Mittlerweile ist daraus ein Zwei-Stunden-Rhythmus geworden. Die haltbare Ziegenmilch, die eine bestimmte Temperatur haben muss, bekommt das Kitz aus der Flasche. Zum Prozedere gehört auch die Massage von Bauch und Hinterteil. Aufgaben, die sonst die Mutter übernimmt. Alles zusammen dauert etwa eine Stunde. "Danach habe ich drei Stunden für mich. Dann geht es wieder von vorne los", sagt Ruben.

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Fehlende Biestmilch der Mutter ist ein Problem für die Gesundheit

Schnell wurde das Kitz mobil, tummelte sich in Rubens großen Garten, lernte dort die Natur kennen. Doch zweimal in den zwei Wochen stand es schlecht um die Gesundheit des kleinen Kämpfers. Das Problem: fehlende Biestmilch. Die bekommt das Kitz normalerweise in den ersten 24 Lebensstunden von der Mutter. Das wirkt wie eine Impfung. Bleibt diese aus, muss das Tier selbst Antikörper bilden. Infektionen sind die Folge. "Zweimal hat es geschwächelt. Wir versuchen das in den Griff zu kriegen", sagt Ruben.

Auswilderung ist das Ziel

Langfristig ist das Ziel, den jungen Bock auszuwildern, mit einer Markierung versehen. Wenn alles gut läuft, verlässt der Rehbock nach gut einem Jahr den Garten von Gundula Ruben über die weiten Felder hinter dem Haus. Mit einem Rehbock im Garten kann es nämlich ungemütlich werden. Spätestens dann, wenn er geschlechtsreif wird und sein Territorium abstecken will. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Aber wer hätte am 11. Mai gedacht, dass das Kitz seine ersten Stunden überlebt?!

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