Helfer und Auswilderungsplätze gesucht

Igelstation Nortorf in Not: Tierschützerin gerät an ihre Grenzen

Mit einer Spritze mit Nährlösung füttert Sonja Grümmer in Nortorf verletzte Igel.

Mit einer Spritze mit Nährlösung füttert Sonja Grümmer in Nortorf verletzte Igel.

Nortorf. Mit einem verletzten Igel am Straßenrand begann für Sonja Grümmer vor drei Jahren das Engagement für kleine Stachelträger. Sie päppelte das Tier auf. Jetzt sucht die 35-Jährige Unterstützer. 25 Baby-Igel wurden zuletzt bei ihr abgegeben. Die Zeit für die Pflege reicht jetzt kaum noch aus.

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Fliegeneier in den Stacheln, Verletzungen durch Gartengeräte wie Mähroboter und Freischneider, Abszesse, Wurmbefall, Unterernährung – in drei Jahren hat die gelernte Zahnarzthelferin Sonja Grümmer schon viel gesehen. „Es ist furchtbar, was die Tiere durchmachen müssen“, sagt sie.

Warum pflegt Sonja Grümmer Igel? „Der Mensch macht alles kaputt, der Mensch ist verpflichtet zu helfen“, das ist ihre Überzeugung. Das zweite Motiv: „Zu sehen, dass die Pflege hilft.“ Ihr grundsätzlicher Impuls ist Naturschutz: „Wir müssen das Ökosystem erhalten, und die Igel sind ein Teil davon.“

50 Tiere hat Sonja Grümmer bislang gepflegt. Ihr Engagement für die Stacheltiere begann, als sie den ersten Fundigel nirgendwo Hilfe finden konnte. „Ich habe die Wildtierstationen abgeklappert, doch alle Igelstationen waren voll.“

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Das Igel-Wissen eignete sich Sonja Gümmer selbst an

Deshalb entschloss sie sich, selbst zu handeln. Tierliebe war die erste Voraussetzung. Dazu brauchte sie handfeste Tipps. Die fand Sonja Grümmer bei der Igelnothilfe, in Handbüchern, auf Facebook-Seiten und in Whatsapp-Gruppen. "Ich habe mir viel selbst angeeignet, das war ein halbes Studium."

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Jeden Tag Füttern, Käfige putzen und desinfizieren, Medikamenten-Nährlösung geben – das kostet viel Zeit. Die Igel trinken aus einer Spritze in winzigen Schlucken, da ist viel Geduld und Zuwendung gefragt. Verletzte Fundtiere lässt Sonja Grümmer in der Tierklinik in Wasbek untersuchen.

Igelstation Nortorf braucht Unterstützung: Päppelstellen dringend gesucht

Doch mit dem aktuellen „Babyboom“ von 25 Igeln ist die Kapazität der Igelhilfe Nortorf erreicht. „Das kann ich nicht allein schaffen. Wir platzen aus allen Nähten.“ Sonja Grümmer sucht Päppelstellen, am besten bei Menschen mit Gärten. Orte, an denen die Igel in Freiheit leben und gleichzeitig regelmäßig Futter bekommen. „Jeder sollte einen Igel haben“, sagt Sonja Grümmer. „Sie sind drollig.“

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Das Päppeln geht so: Eine Woche sollte der Igel in einem Freigehege leben. Dort gewöhnt er sich an die Umgebung. Danach kann er ausgewildert werden.

Igelstation Nortorf in Not: Warum sollte man Igel füttern?

„Die Zahl der Insekten ist zurückgegangen“, berichtet Sonja Grümmer. Igel fressen Käfer, Insektenlarven und Würmer. Die natürliche Nahrung fehlt. Sie stellt fest, dass bereits in den drei Jahren, in denen sie Igel päppelt, das natürliche Nahrungsangebot zurückgegangen ist. Deshalb raten Igelhelfer zum Ganzjahresfüttern der Wildtiere. Milch und Obst eignen sich nicht, besser ist Katzenfutter, nass oder trocken.

„Jeder kann etwas tun, damit Igelstationen geholfen wird“, sagt Sonja Grümmer. Hier die Antworten auf die drängendsten Fragen.

Welche Sachspenden braucht die Igelstation in Nortorf?

Handschuhe, Katzennass- und trockenfutter mit 60 Prozent und mehr Fleischanteil, Futternäpfe, Desinfektionsmittel, Zeitungspapier

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Wie kann man Igel im Garten schützen?

Keine Mähroboter einsetzen oder diese zumindest abends ausschalten.

Vor dem Gebüschschnitt mit einem Freischneider den Bereich auf Igel absuchen.

Eine Ecke im Garten verwildern lassen und damit einen Platz zum Überwintern schaffen.

Was tun, wenn man einen Igel findet?

Sehen die Tiere kugelrund wie ein Apfel aus, sind sie gesund. Hilfsbedürftig sind Igel, wenn der Körper birnenförmig aussieht, er Verletzungen oder Außenparasiten aufweist oder hinter dem Kopf einen erkennbaren Knick im Nackenbereich hat.

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Igelkinder ohne Mutter, die Mitte Oktober unter 400 Gramm wiegen, sollten eingesammelt und in einem hohen Karton zu einer Igel- oder Tierstation oder zu einem igelkundigen Arzt gebracht werden.

Ein Haustier wird der Igel übrigens nie. Sonja Grümmer berichtet: „Nach dem Winterschlaf erinnert sich kein Tier mehr an die Verbindung zum Menschen.“

Menschen, die der Igelstation Nortorf helfen wollen, können sich unter der E-Mail-Adresse nabu_nortorf@yahoo.com oder über den Facebook-Account "Sonjas Igelhilfe" melden.

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