Vorwürfe der Eltern

Kita war zwei Wochen lang im Notbetrieb

Foto: Die Mutter Anke Mau (links) und Julia Arndt, stellvertretende Kitabeiratsvorsitzende, erhoben schwere Vorwürfe.

Die Mutter Anke Mau (links) und Julia Arndt, stellvertretende Kitabeiratsvorsitzende, erhoben schwere Vorwürfe.

Quarnbek. Schon seit dem vergangenen Jahr gibt es drei langzeiterkrankte Mitarbeiter in der Kita, berichtete Leiterin Silke Borkowski-Dörre im Sozialausschuss. Um den Personalmangel aufzufangen, habe man sich bei Zeitarbeitsfirmen bedient.

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Langzeitkranke und Grippefälle

„Ab Mitte Januar verschlimmerte sich die Personalsituation, dann kamen Grippeerkrankungen und Magen-Darm-Infekte der Mitarbeiter hinzu“, so die Leiterin. Auch bei den Zeitarbeitsfirmen sei es schwer gewesen, Personal zu bekommen.

Überlastung der Mitarbeiter

Die Unzufriedenheit der Mitarbeiter sei gewachsen und es habe am Ende sieben Überlastungsanzeigen gegeben. Das bedeutet, dass die Erzieher erklären, dass sie überlastet seien und die Sicherheit der Kinder nicht gewährleisten können. „In den Fällen müssen wir sofort reagieren“, sagte die Leiterin.

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„Es wurde entschieden, eine Woche Notbetrieb zu machen und eine Woche die Kita zu schließen, damit sich die Mitarbeiter erholen können“, erklärte Borkowski-Dörre. Das sei den Eltern in einem Brief mitgeteilt worden. Anschließend hätten Eltern mit dem Bürgermeister gesprochen. „Am Ende war man sich einig, dass es statt einer Woche Schließung zwei Wochen Notbetrieb vom 8. bis 18. April geben soll“, sagte die Kita-Leiterin.

Kita-Beirat wurde nicht eingebunden

Hier setzte die Kritik des Kita-Beirates an. „Wir wurden nicht informiert“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Julia Arndt. „Die Entscheidung ist rechtswidrig, weil der Beirat nicht einbezogen wurde“, erklärte Mutter Anke Mau, die auch Mitglied in der Landeselternvertretung ist. Das Gesetz sehe eine zwingende Beteiligung und schriftliche Stellungnahme des Beirates vor. Mau beklagte, dass sich der Notstand langsam entwickelt habe und es genügend Zeit für Gespräche und eine Lösungssuche gegeben hätte.

Mediator soll helfen

„Ich habe mehrfach mit der Vorsitzenden des Beirates gesprochen“, widersprach die Kita-Leiterin. Eine Sitzung hat der Beirat nicht einberufen. Eine so schwierige Personalsituation wie in den vergangen zwei Jahren habe es seit drei Jahrzehnten nicht gegeben, so Borkowski-Dörre. Mithilfe von Supervisionen und einem Mediator wolle man das Team wieder zusammenschweißen.

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Zusätzliche Mitarbeiter, um Engpässe abzupuffern, seien eine Lösung, sagte Johann Schirren (Grüne). Das bedeute aber auch Mehrkosten, an denen die Eltern beteiligt würden. Steigende Gebühren seien die Folge. „Um Lösungen zu finden, müssen wir an einen Tisch kommen“, sagte Arndt mit Blick auf die Zukunft.

Es gibt kein Geld zurück

Der Gebührenrückforderung einiger Eltern, die ihre Kinder während des Notbetriebs selbst betreut haben, erteilte Bürgermeister Klaus Langer eine Absage. „Unsere Satzung schließt eine Erstattung aus, deshalb dürfen wir keine Gebühren erstatten.“

Das brachte die Eltern auf die Zinne. Wenn keine Leistung erbracht werde, dann könne man auch kein Geld verlangen, ist ihre Meinung. „Wir haben einen Vertrag mit der Gemeinde, auf den müssen wir uns verlassen können“, machte Mutter Stephanie Zabel deutlich. Bürgermeister Langer stellte in den Raum, dass es vielleicht gut sei, wenn die Eltern Klagen, um das Thema eindeutig zu klären.

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