Düngerecht verschärft

Landwirte verlieren Interesse an Kompost

Foto: Immer seltener versorgen sich landwirtschaftliche Lohnunternehmer bei der AWR mit Kompost.

Immer seltener versorgen sich landwirtschaftliche Lohnunternehmer bei der AWR mit Kompost.

Borgstedt. Für Biotonnen-Inhaber ändert sich der Abfuhrpreis nicht, so Hans-Jörg Lüth, Aufsichtsratsvorsitzender der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWR). Betroffen ist nur der Auftraggeber, und das ist der Kreis Rendsburg-Eckernförde. Außerdem wird die Verwertungsanlage in Borgstedt von weiteren Abfallgesellschaften beliefert, etwa aus den Kreisen Schleswig-Flensburg und Plön sowie aus der Stadt Neumünster. Rund 80.000 Tonnen Biogut werden pro Jahr verarbeitet.

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Nährstoffgehalt bei Gülle geringer

Doch die AWR bleibt auf dem Endprodukt, dem Kompost, immer häufiger sitzen. Denn die Landwirte als Hauptabnehmer bevorzugen inzwischen Gülle und Material aus Biogasanlagen. Der Nährstoffgehalt ist bei diesem Material geringer als beim Kompost. Im Düngerecht ist die jährliche Nährstoffmenge, die auf die Äcker gefahren werden darf, jedoch gedeckelt.

"Kompost ist ein Bodenverbesserer"

Wegen der Verschärfung könne der Kompost in der Konkurrenz zu Gülle und anderen Düngern nicht bestehen, erklärt Hans-Jörg Lüth. Zu unrecht, findet er. „Der Nährstoffgehalt von Kompost ist in der Verordnung viel zu hoch angesetzt.“ Das Düngerecht berücksichtige nicht, dass das Material die Nährstoffe erst nach und nach abgebe, denn der Zersetzungsprozess dauere mehrere Jahre. Zusätzlich sei Kompost ein Bodenverbesserer, aus dem sich neue Erde bilde. Damit sei er mit Gülle oder gar künstlichen Düngern nicht zu vergleichen.

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Höhere Kosten, weil der Absatz stockt

Da der Absatz des Komposts nach der Novellierung der Düngeverordnung stockt, entstehen der AWR höhere Kosten. In einem Schreiben rechnet Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt dem Kreis vor, dass jeweils eine halbe Stelle für die Vermarktung und für die Verladung außerhalb der Öffnungszeiten nötig ist. Mehrkosten pro Jahr: 46.800 Euro.

Landwirte erhalten Zuschüsse für Transport

Damit die Landwirte den Kompost überhaupt abholen, sind Transportkostenzuschüsse von 112.000 Euro nötig. Hinzu kommen Marketingmaßnahmen für 15.000 Euro. Um die zusätzlichen Aufwendungen auszugleichen, wurde der Preis pro angelieferter Tonne im Mai um 2,17 Euro angehoben. Bislang wurden rund 50 Euro fällig. Wenn im September zusätzliche Lagerflächen fertiggestellt sind, erfolgt eine weitere Erhöhung um 80 Cent pro Tonne.

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