Vier Fraktionen dafür, FDP dagegen

Neue Baumschutzsatzung in Bordesholm: Warum es Probleme gibt

Forstwirt Michael Bauer fällt mit Motorsäge und Holzkeilen die rund 120 Jahre alte Buche – und schafft Platz für die nächste Baumgeneration. Die Gemeinde Bordesholm plant eine Baumschutzsatzung – ab einem Umfang von 100 Zentimetern in einem Meter Höhe muss ein Antrag fürs Fällen gestellt werden.

Forstwirt Michael Bauer fällt mit Motorsäge und Holzkeilen die rund 120 Jahre alte Buche – und schafft Platz für die nächste Baumgeneration. Die Gemeinde Bordesholm plant eine Baumschutzsatzung – ab einem Umfang von 100 Zentimetern in einem Meter Höhe muss ein Antrag fürs Fällen gestellt werden.

Bordesholm. Mehrheitlich ist man sich in Bordesholm einig: Das Amt soll eine Baumschutzsatzung für den Ort vorbereiten. Dabei soll die Satzung von Eckernförde zugrunde gelegt werden. Die FDP stimmte als einzige Fraktion im Umweltausschuss gegen den Vorschlag von Bündnis 90/Die Grünen.

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Für das Fällen von Bäumen, die einen Umfang von 100 Zentimetern in ein Meter Höhe haben, muss künftig ein Antrag gestellt werden. Ab wann die Satzung gelten wird, ist offen. Das Amt Bordesholm hat aber bereits angekündigt, dass „die Umsetzung einer gemeindlichen Baumschutzsatzung mit dem aktuell vorhandenen Personal im Bereich Umwelttechnik nicht zu leisten ist“.

Gabriele Steffen (Grüne) stellte den Antrag ihrer Fraktion am Donnerstagabend noch einmal kurz vor. Sie sieht die Baumschutzsatzung als wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, der für die Öffentlichkeit eine immer größere Rolle spiele. Viele Kommunen in der näheren Umgebung wie Heikendorf, Laboe, Mönkeberg, Probsteierhagen, Eckernförde, Preetz und Plön hätten bereits eine Satzung und damit gute Erfahrungen gemacht.

Dr. Gabriele Steffen, Bündnis 90/Die Grünen, verdeutlicht im Umweltausschuss durch Beispiele, welcher Baumumfang bislang geschützt ist (links) und welcher Stammumfang demnächst in Bordesholm geschützt wird.

Dr. Gabriele Steffen, Bündnis 90/Die Grünen, verdeutlicht im Umweltausschuss durch Beispiele, welcher Baumumfang bislang geschützt ist (links) und welcher Stammumfang demnächst in Bordesholm geschützt wird.

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„Es fallen wenige Fällungen an. Oft konnte ein Baum durch einen sachgerechten Kronenschnitt gerettet werden“, so Steffen. Eine Fachkraft in Plön mit einer Stundenzahl von 30 befasse sich dort mit den Anträgen. Die Grünen-Ortspolitikerin hielt zwei Schablonen in die Höhe: Die eine hatte einen Umfang von zwei Metern – ab dem Umfang ist ein Baum laut Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Zudem präsentierte sie eine Scheibe mit einem Umfang von 100 Zentimetern.

Wolfgang Langholz (SPD): „Man muss in Bordesholm ein Zeichen setzen“

Bürgermeister Ronald Büssow (SPD) kann sich mit einer Satzung anfreunden. „In erster Linie geht es um eine Sensibilisierung für das Thema Baumschutz. Es geht um Wertschätzung. Natürlich passieren auch Dinge, die nicht passieren dürfen. Deshalb müssen Verstöße geahndet werden.“ Dass das oft passiert, könne er nicht bestätigen. Sein Fraktionskollege Wolfgang Langholz hatte betont, er beobachte immer wieder, „dass Bäume im Ort einfach so verschwinden“. Man müsse ein Zeichnen in Bordesholm setzen. „Das Einfach-mal-so-Losfällen muss ein Ende haben. Es muss jedem klar sein, dass ein Antrag gestellt werden muss.“

FDP sieht keine eklatanten Probleme in Bordesholm

Niklas Heesch (FDP) sprach sich gegen die Satzung aus, obwohl er auch eine „Weitläufigkeit des Bundesnaturschutzgesetzes“ sieht. „Ich kann nicht erkennen, dass wir in der Vergangenheit mit Baumfällung eklatante Probleme haben. Die Bürger gehen damit verantwortungsvoll um. Wenn wir Baumbestände verlieren, passiert das durch die beschlossene Verdichtung im Zentrum.“ Der Aufwand für die Bearbeitung sei groß. Er schätzt das Volumen auf eine Halbtagsstelle. „Und dann muss man sich die Frage stellen, ob es nicht sinnvoller ist, das Geld in andere Umweltprojekte zu stecken.

„Was mir Sorge macht: Wir beschließen das, und das Amt setzt die Satzung nicht um“, so Holger Jessen (UWB). Das soll mit dem Amt bis zur Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 16. Dezember, auf der das Thema Baumschutzsatzung endgültig angeschoben werden soll, erörtert werden.

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Personalmangel bremst Umsetzung aus

Die Amtsverwaltung weist darauf hin, dass der Bereich Umwelt momentan mit 1,5 Stellen besetzt ist. Ab Januar 2022 gibt es aber nur noch eine Vollstelle (aufgeteilt auf zwei halbe Halbtagskräfte). Die andere halbe Stelle wird für den Bereich Klimaschutz dann beim Amt Molfsee angegliedert. Daher sei die Umsetzung nicht leistbar, heißt es vom Amt.

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