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Rendsburg-Eckernförde: Wie das Handwerk um mehr Nachwuchs wirbt

Zum ersten Polit-Talk hat die Kreishandwerkerschaft in die Werkstatt einer Bauschlosserei in Eckernförde eingeladen.

Zum ersten Polit-Talk hat die Kreishandwerkerschaft in die Werkstatt einer Bauschlosserei in Eckernförde eingeladen.

Eckernförde. Nicole Bünning steht als erste Frau an der Spitze einer Kreis-Handwerkerschaft. Und möchte die Politik mehr für die Anliegen ihrer Branche sensibilisieren. Zusammen mit den Kieler Nachrichten lädt sie auf ungewohntes Terrain ein. Der Auftakt: zwischen Kabeln und Schweißbänken in der Bauschlosserei Damm in Eckernförde.

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Handwerk ist wichtig, da sind sich am Sonnabend auch die eingeladenen Politikerinnen und Politiker in der munteren Diskussion einig. Doch im Detail werden die Unterschiede in den Parteien offenbar. Zum Beispiel beim Thema A 20 und Elbquerung.

Rendsburg-Eckernförde: Es geht um A 20, Fachkräftemangel und gute Löhne

Man sei für die Elbquerung – aber das sollte kein Großprojekt werden, erklärt Jette Waldinger-Thiering (SSW). „Wir brauchen die A 20“ sagt hingegen FDP-Mann Thilo Rohlfs. Schließlich seien zwei Drittel der Schleswig-Holsteiner im ländlichen Raum zu Hause.

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Zudem gehe es um Angebote für einen intelligenten ÖPNV und gute Straßen. Mit dem aktuellen Planungsrecht werde man das aber nicht schaffen. Das sieht auch Kristina Herbst (CDU) so: Man brauche Stichtagsregeln für Projekte.

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Thomas Losse-Müller (SPD) verweist darauf, dass die Westküste auch Standort für grünen Wasserstoff sei: „Dafür brauchen wir Verbindungen – und auch der Schienen-Ausbau ist wichtig.“

Den Grünen sind die Eingriffe für den Bau der A 20 zu intensiv. „Wir sind dagegen“, erklärt Lasse Petersdotter. Aber man werde keinen landespolitischen Widerstand leisten: „Der Ball liegt schon bei der Bundespolitik.“

Woher denn die 3000 Mitarbeiter für die geplante Batteriezellenfabrik des schwedischen Investors Northvolt in der Region Heide kommen sollen, möchte Handwerker Sven Hennings wissen. „Die Industrie ist immer der Energie gefolgt“, so Lasse Petersdotter. Die Grünen wollten zudem ein Klimaschutz-Fachkräfteprogramm.

Azubi kritisiert Ungleichbehandlung zu Studierenden

Allerdings ist der Fachkräftemangel aus Sicht von Thomas Losse-Müller „der große Flaschenhals“. Man müsse in den Schulen für das Handwerk werben, betont er. Das sehen auch Kristina Herbst und Jette Waldinger-Thiering so.

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Thomas Losse-Müller betont, für gute Arbeit seien auch gute Löhne wichtig. Die SPD sei daher für das Tariftreue-Gesetz. Es liege nicht am Handwerk, dass es in Schleswig-Holstein niedrige Löhne gibt. Sondern auch an Branchen wie dem Tourismus, in dem die Löhne nicht so hoch sind.

Der 20-jährige Auszubildende Paul Sälzer kritisiert die Ungleichbehandlung im Vergleich zu Studierenden: „Die bekommen ein SH-Ticket, wir nicht.“ Ein Problem, dass Lasse Petersdotter aus seiner Studienzeit kennt. Man wolle Bildungsgerechtigkeit durch ein 365-Euro-Ticket. Allerdings brauche man dafür auch Mobilitätsangebote vor Ort.

„Die SPD will das Azubiticket einführen“, sagt Thomas Losse-Müller und ist sich da mit Kristina Herbst (CDU) einig. Auch das Thema Wohnraum ist beiden wichtig. FDP-Mann Rohlfs favorisiert das Jobticket, das schon viele Neukunden angezogen habe. Das müsse man auch für Kleinbetriebe anbieten. Wichtig sei auch der Erhalt des Angebots an beruflichen Schulen in der Fläche.

Landtagswahl 2022: „Handwerk muss sexy werden“

Jette Waldinger-Thiering verweist auf das Thema Wohnraum für Azubis. Allgemeiner Konsens in der Politikrunde scheint auch der Bedarf an einer Schulentwicklungsplanung zu sein. „Handwerk muss sexy werden“, findet ein Besucher. Während Studierende an einem Regentag einfach im Bett blieben, müsse der Azubi „raus aufs Dach“.

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Kristina Herbst findet, man müsse Kindern im Alltag zeigen, wie wichtig Handwerk ist. Thomas Losse-Müller erklärt, man brauche eine größere Durchlässigkeit im System: „Damit Studierende auch ins Handwerk wechseln können und umgekehrt.“

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Lasse Petersdotter wünscht sich mehr Handwerk in Schulen. Er selbst habe da positive Erfahrungen gemacht. Doch an Gymnasien gebe es keine handwerkliche Ausbildung.

„Wählen Sie weise, Sie haben sich heute gut informieren können“: So verabschiedete Kreishandwerksmeisterin Nicole Bünning die geschätzt etwa 50 Besucher vor Ort.

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Weitere Diskussionsveranstaltungen (jedoch ohne Livestream) mit den Direktkandidaten finden jeweils am Sonnabend, den 23. und 30. April um 15 Uhr (Einlass 14.45 Uhr), statt. Los geht es in Wahlkreis 10 Rendsburg in der Tischlerei Frank Dekarz (Nikolaus-Otto-Straße 1a, Osterrönfeld) und in Wahlkreis 9 Rendsburg-Ost in der Zimmerei Elwardt (Eidersteder Straße 24, Bordesholm).

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