Flintbek

TSV macht sich Sorgen um den Kunstrasen

Durch das Korkgranulat wirkt es, als müsse der Kunstrasen noch wachsen. Die kleinen Kügelchen setzen sich in den nächsten Tagen fest, beim TSV Kronshagen ist man mit dem Kunstrasen auf der sicheren Seite.

Durch das Korkgranulat wirkt es, als müsse der Kunstrasen noch wachsen. Die kleinen Kügelchen setzen sich in den nächsten Tagen fest, beim TSV Kronshagen ist man mit dem Kunstrasen auf der sicheren Seite.

Flintbek/Kronshagen. Hintergrund: Diese Gummikörner können an Kleidung und Schuhen haften oder auch vom Wind verteilt werden, wodurch Teile des Granulats in die Umwelt gelangen. Um dem entgegenzuwirken, soll die Verwendung dieses Gummigranulats ab 2022 nicht mehr zulässig sein.

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Ein mögliches Verbot von Plastik-Granulat auf Kunstrasenplätzen treibt in Kronshagen niemandem die Schweißperlen auf die Stirn. Erst im vergangenen Jahr war der Belag des Kunstrasenplatzes am Suchsdorfer Weg erneuert worden. Der Untergrund hatte 14 Jahre gehalten. Die Spielfläche sei nach aktuellem Stand erneuert worden, sagte der zuständige Kieler Landschaftsarchitekt Arne Siller auf Nachfrage. "Es wurden mit Quarzsand und Kork natürliche Füllstoffe verwendet", sagte Siller. Kork gewinne man durch das Schälen der Korkeichenrinde. Das Material sei wiederverwendbar.

Kronshagen hat Kork und Quarzsand auf seinem Kunstrasen

Peter Rinio, Vorsitzender des TSV Kronshagen, hat lange in den Niederlanden gelebt und kennt von unseren Nachbarn eine andere Herangehensweise. Dort werde das Granulat vielerorts aus abgeriebenen Autoreifen gewonnen. „Wir sind froh, dass die Gemeinde beim Kunstrasenplatz so vorausschauend agiert hat“, sagte Rinio. Daher erwarte man im Zuge einer möglichen EU-Verordnung keine Probleme.

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Nicht ganz so ruhig ist man in Flintbek. Dort wurde 2010 der Kunstrasen eingeweiht. Damals war es noch üblich, mit Gummigranulat zu arbeiten. Und so ist auch in Flintbek auf dem Sportplatz Gummigranulat aufgetragen worden.

"Wir machen uns schon Sorgen", erklärt Sönke Schuster, Pressewart des TSV Flintbek, denn: "Flintbek wächst. Und unsere Fußball-Jugendabteilungen wachsen mit. Da wäre ein Verbot des Kunstrasens eine Bankrotterklärung an den TSV Flintbek", betont Schuster.

TSV Flintbek hofft auf finanzielle Hilfe vom Bund beim Austausch

Denn der TSV hat es in den vergangenen Jahren nicht leicht. Seitdem vor zwei Jahren das Vereinsheim einer Brandstiftung zum Opfer fiel, wird in Containern geduscht. "Schon die Jahre ohne Vereinsheim erschweren das Vereinsleben erheblich. Der EU-Vorstoß ist aus unserer Sicht nicht zu Ende gedacht und würde viele Vereine vor schwer lösbare Aufgaben stellen", ist Schuster sicher. "Aus unserer Sicht müsste bei einem Erlass auch Hilfe vom Bund kommen, um einen Austausch des Granulats finanziell stemmen zu können. Die Kassen sind leer, und schon die Finanzierung des Kunstrasens konnten wir nur mit Spenden aus der Öffentlichkeit und Mitgliedern ermöglichen."

Den Umweltschutzgedanken würde man in Flintbek gern aufnehmen. "Wir sind ökologisch orientiert und weisen stets auf den sorgsamen Umgang mit Ressourcen hin. Daher müsste uns - bei Erlass des Gesetzes - finanziell unter die Arme gegriffen werden, um unseren Umweltgedanken dann umsetzen zu können", betont Sönke Schuster. "Auch wenn uns das Bundesinnenministerium derzeit beruhigt, wir als kleine Vereine müssen schon jetzt für Gehör sorgen."

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Von Sorka/Sötje Eixmann

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