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Wo Biene Majas Verwandte Wohnung finden

Foto: Ein Insektenhotel bauen: Gerd Husemann von der Tischlerei Altwittenbek und Team zeigen es am Sonntag, 19. Mai, von 10 bis 16 Uhr.

Ein Insektenhotel bauen: Gerd Husemann von der Tischlerei Altwittenbek und Team zeigen es am 19. Mai von 10 bis 16 Uhr. Material wird gestellt, Bohrmaschine und Schere sind mitzubringen, Kaffee und Kuchen gibt es auch. Wer etwas spenden möchte, tut es für einen Naturschutzverband, der an dem Sonntag über Wildbiene und Co. informiert.

Neuwittenbek. In der Werkstatt von Gerd Husemann, Gerald Lemke und Adolf Schmidt-Dietrich wird lautstark gesägt, gehobelt, geschliffen. Ob Möbel- oder Innenausbau, Treppen, Fenster, Türen oder Dämmung von Altbausubstanz – die Chefs, ihre drei Gesellen und drei Auszubildenden arbeiten nach ökologischem Ansatz.

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Sie statten Häuser und Wohnungen nach guter alter Handwerkstradition aus. Dass auf einmal Winzlinge, die weit über die Hälfte aller Tierarten stellen, zu ihren Auftraggebern aus der Gemeinde Neuwittenbek werden würden, war nicht absehbar.

Tischler Gerd Husemann hörte den Hilferuf der Wildbienen

Genau genommen war es Gerd Husemann, dem ihre Botschaft von der akuten Wohnungsnot und dem vermehrten Insektensterben zu Herzen ging. Am Sonntag, 19. Mai, lädt das Tischlerei-Team nun alle Häuslebauer, die selbst Nisthilfen für Wildbiene und Co. schaffen und im Garten platzieren wollen, in den Betrieb ein.

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Die Handwerker und Sponsoren haben schon massenhaft Material zusammengestellt. Die Tischler zeigen den Gästen in der Zeit von 10 bis 16 Uhr, wie so ein Insektenhotel richtig konstruiert und ausgestattet wird, damit fliegende Bewohner auch einziehen und drinnen für Nachwuchs sorgen.

So baut man ein Insektenhotel

Tischlermeister Gerd Husemann zeigt, wie man ein Insektenhotel selbst baut.

„Bohrmaschine, Bohrer von vier bis acht Millimeter Durchmesser und Rosenzange sind nach Möglichkeit mitzubringen“, rät Husemann vorab. „So viele Maschinen hat die Werkstatt natürlich nicht, wenn jeder selbst Hand anlegen will. Und das ist ja Sinn der Sache.“ Bei der Rosenzange liegt seine Betonung vor allem auf „sehr scharf“.

Insektenhotels wirken dem Insektensterben lokal entgegen

Warum das? "Aus Reethalmen und Bambusstöcken fertigen wir Bruthöhlen für die Kleinen. Die werden gern angenommen. Solche Behausungen suchen sich bestimmte Arten auch in der freien Natur. Doch leider finden sie sie immer seltener."

Der Trick: Der Einschlupf und die Gänge müssen schön glatt sein. Wenn der Nachwuchs der Tierchen schlüpft, würde er sich sonst gleich die zarten Flügel verletzten. „Die Vorbereitung nehmen wir den Tierchen ab. Deshalb schleifen wir die unterschiedlich großen Löcher von Hand nach. Wir nehmen Hartholz für größere Wohnblocks, weil die Bohrungen dann sauberer sind.“

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Und es kommt auf die Länge der Bruthöhle an. So werden etwa die Halme auf neun Zentimeter Länge geschnitten und acht Zentimeter tief ausgehöhlt mit der Nadelfeile. Entscheidend ist auch, in welche Seite des Holzes gebohrt wird. Husemann: „Nie ins Hirnholz, das die Jahresringe zeigt, sondern immer ins Querholz, an dem man den Faserverlauf sieht.“

Tischlerei Altwittenbek stellt heimisches Hartholz

Eine Röhre, die rechtwinklig zur Faser verläuft, kann sich nämlich verziehen. Die Brut würde erdrückt. Und welches Holz ist ideal? „Heimisches Hartholz wie Eiche, Esche, Buche oder Obsthölzer“, erläutert Husemann. „Bretter aus Fichte taugen gut für die Umrahmung und den Dachüberstand, der vor Regen schützt.“

Warum der Rahmen nicht mit dem Nistmaterial abschließen sollte, weiß Ehepaar Roever-Plagmann aus der Nachbarschaft in Altwittenbek aus eigener Erfahrung. „Wir haben uns 2018 Insektenhotels für unseren Naturgarten anfertigen lassen“, berichtet Anne-Katrin Roever-Plagmann.

„Wir waren spät dran, aber sie wurden gut angenommen. Es gibt ja drumherum ökologischen Landbau. Da haben Wildbienen gute Chancen. Prompt entdeckten Vögel die Hotels als Selbstbedienungsläden und picken die von den Insekten mit Lehm verschlossenen Röhrchen auf."

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Zum Artenschutz der Wildbienen gehört auch naturnahe Landwirtschaft

"An der Nisthilfe mit vorstehendem Rahmen hat Herr Husemann ein abnehmbares Drahtgitter in richtigem Abstand befestigt, sodass Vögel nicht herankommen, sich aber auch nicht daran nicht verletzen", berichtet sie weiter.

Der Tischler ist selbst fasziniert, wie Insekten auf die Behausungen fliegen und hat auch seinen Garten bestückt. „Ich bin in der Hinsicht Laie und lerne Neues“, sagt er. Zum Beispiel von Hans-Christian Plagmann. Er hat trockene Brombeerzweige auf 30 Zentimeter zurecht geschnitten und so aufgehängt, dass die Schnittfläche nicht nass werden kann.

„Das weiche Innere schälen einige Insekten selbst heraus und bauen sich Höhlen.“ Und die Tischlerei Altwittenbek hat Konsequenzen gezogen. Das große Firmenschild aus Holz ist abmontiert. „Daraus wird jetzt ein sehr großes Insektenhotel“, verrät Lehrling Dominik Daniel.

Wildbienen sind weltweite Bestäubungsmeister

Nisthilfen für Insekten dienen allen Wildbienen, die keinen Staat bilden, und Solitärwespen, die keine Nester bauen. Anders als die Honigbiene benötigen sie schmale Hohlräume in Holz, Stängeln, in der Erde oder Steinen, um Brutkammern anzulegen. Hier legen sie Eier ab, aus denen zunächst die Larven schlüpfen. Man kann dann in Ruhe beobachten, sie die Tierchen Nahrung eintragen und die Höhlen mit Lehm verschließen.

Nach der Metamorphose schlüpfen voll entwickelte Insekten. Stechgefahr besteht nicht am Hotel. Ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion hängt von der Bestäubung ab. Honigbienen schaffen das nicht allein. Wildbienen erzielen den doppelten Fruchtansatz mit gleicher Anzahl von Blütenbesuchen wie ihre domestizierten Schwestern, fanden Forscher der Uni Lüneburg heraus.

Wildbienentag Altwittenbek: Sonntag, 19. Mai, 10-16 Uhr, Tischlerei in der Altwittenbeker Straße 17.

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