Große Hilfsbereitschaft

Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen im Amt Kisdorf wird vorbereitet

Amtsvorsteher Wolfgang Stolze (von links), Flüchtlingskoordinatorin Susanne Strehl und Martin Koll von der Kisdorfer Zentrale freuen sich über die enorme Hilfsbereitschaft für Geflüchtete im Amt Kisdorf.

Amtsvorsteher Wolfgang Stolze (von links), Flüchtlingskoordinatorin Susanne Strehl und Martin Koll von der Kisdorfer Zentrale freuen sich über die enorme Hilfsbereitschaft für Geflüchtete im Amt Kisdorf.

Amt Kisdorf. Experten erwarten, dass ein noch nie dagewesener Flüchtlingsstrom aus der vom Krieg heimgesuchten Ukraine Deutschland erreichen wird. Die ersten dieser von unvorstellbarem Leid geplagten Menschen sind bereits angekommen. Auch in den Kommunen, wie im Amt Kisdorf, laufen deshalb die Vorbereitungen für die Aufnahme von Flüchtlingen auf Hochtouren. „Wir sind von der Hilfsbereitschaft unserer Einwohner überwältigt, hätten das gar nicht zu hoffen gewagt“, sagt Susanne Strehl, Flüchtlingskoordinatorin des Amtes.

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Verlässliche Zahlen liegen noch nicht vor

„Wir müssen und werden für diese Menschen Lösungen finden“, ergänzt Amtsvorsteher Wolfgang Stolze, auch Bürgermeister in Kisdorf. Nach seinen Worten würden noch keine verlässlichen Zahlen vom Kreis Segeberg vorliegen, mit wie vielen Aufnahmepersonen zu rechnen sei, „aber das werden wir wohl bald erfahren“. Und deshalb müsse man vorbereitet sein.

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Da passte es gut, dass Martin Koll, Chef des Kisdorfer Restaurants Zentrale, an Susanne Strehl herantrat und mit ihr die Idee von einem spontanen Helferabend entwickelte, zu dem Verantwortliche von Vereinen und Verbänden eingeladen wurden, um mögliche Hilfen im Bedarfsfall schnell umsetzen zu können.

Fast 100 Gäste kamen zum spontanen Helferabend

„Wir waren von der Resonanz überwältigt“, sagt Strehl, fast 100 Personen seien zum spontanen Treffen in den Margarethenhoff bekommen. „Einfach toll.“ Denn es würden viele zusätzliche freiwillige Helfer gesucht. Das bisherige Team umfasse rund 20 Frauen und Männer, reiche aber bei weiteren Flüchtlingen mit Sicherheit nicht aus. „Wir haben deshalb bei der Veranstaltung Personalbögen an die Interessierten verteilt, denn das benötigte Aufgabenspektrum ist vielfältig“, erklärt die Koordinatorin. Deshalb müsse man vor Ankunft der ersten Flüchtlinge schon Zuständigkeiten und Arbeitsabläufe festgelegt haben.

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Sehr gefreut haben Strehl und Stolze aber auch bereits einige versprochene Hilfsangebote. So habe die zuständige Polizeistation Henstedt-Ulzburg angekündigt, in den Bereichen, wo die wohl überwiegend ankommenden Frauen und Kinder untergebracht werden, verstärkt Streife zu fahren. Auf Wunsch würden Beamte auch mit Flüchtlingen sprechen, um ihnen zu sagen, dass sie sicher untergebracht seien und von der Polizei nichts zu befürchten hätten.

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Psychologin bietet Flüchtlingen Hilfe an

Die örtliche Hausarztpraxis will für die Neuankömmlinge Impfungen gegen Corona und eine wöchentliche Sprechstunde anbieten. Besonders froh ist Susanne Strehl, dass für traumatisierte Kinder psychologische Hilfe angeboten werden kann. „Dafür hat sich eine Psychologin bereit erklärt.“ Auch Sportvereine und der Kisdorfer Chorverein haben signalisiert, dass Flüchtlinge gerne vorbeischauen dürften, um etwas Freude und Abwechslung im Alltag zu haben. Das Organisatorische bekomme man bestimmt hin, ist sich Susanne Strehl sicher. Das größte Problem werde aber die Unterbringung der Menschen werden. „Aber da sind wir auch dran“, so Stolze.

Im ehemaligen Schullandheim Ulmenhof in Kisdorf, wo gerade umgebaut wird, sind schon einige Asylbewerber untergebracht. Es ist daran gedacht, hier auch Ukraine-Flüchtlinge zu beherbergen.

Im ehemaligen Schullandheim Ulmenhof in Kisdorf, wo gerade umgebaut wird, sind schon einige Asylbewerber untergebracht. Es ist daran gedacht, hier auch Ukraine-Flüchtlinge zu beherbergen.

Im ehemaligen Schullandheim Ulmenhof in Kisdorf, wo derzeit schon einige Asylbewerber untergekommen seien, könnten nach einigen Umbauten vielleicht auch zusätzlich Flüchtlinge beherbergt werden. „Und wir haben noch einen Plan B, über den ich aber noch nicht öffentlich sprechen möchte“, sagt der Amtsvorsteher.

An Dolmetschern herrscht kein Mangel

Derzeit sind im Amt Kisdorf in Sievershütten, Stuvenborn, Kattendorf und Kisdorf 88 Asylbewerber mit unterschiedlichen Aufenthaltsgenehmigungen untergebracht. Und diese würden nach den Worten Strehls sehr großen Anteil am Geschehen in der Ukraine nehmen. „Viele haben Angst, dass der Krieg zu uns hier herüber schwappt, sie auch hier nicht sicher sind.“

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Auch bei vielen Kindern könnten die schrecklichen Bilder aus der Heimat wieder zurückkommen, „denn einige haben zum Beispiel gesehen, wie IS-Kämpfer Männer auf dem Marktplatz geköpft haben“. Viele der derzeitigen Flüchtlinge, aber auch andere Menschen aus dem Amt oder anderen Orten, hätten sich als Dolmetscher angeboten. Darunter nicht nur welche aus der Ukraine, sondern auch aus Russland, „was mich sehr freut“, betont Susanne Strehl.

Freuen würden sich die Flüchtlingskoordinatorin und der Amtsvorsteher auch über Geldspenden auf das Spendenkonto Flüchtlingshilfe, Kirchengemeinde Kisdorf, DE 57230510300027001440, BIC NOLADE 21SHH, die zielgerichtet für die Betreuten im Amt Kisdorf verwendet werden.

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