Ausstellung

So werden Schulklassen in Kaltenkirchen über sexuelle Gewalt aufgeklärt

Alissa Jentzen und Nele Neumeister (von links) besuchen mit ihrer Schulklasse die Ausstellung in Kaltenkirchen.

Alissa Jentzen und Nele Neumeister (von links) besuchen mit ihrer Schulklasse die Ausstellung in Kaltenkirchen.

Kaltenkirchen. „Über sexuelle Gewalt muss mit Jugendlichen gesprochen werden – entweder sie sind selbst betroffen, haben schon mal etwas beobachtet oder werden im Internet mit dem Thema konfrontiert. Wir möchten, dass Schülerinnen und Schüler sich eigenständig mit dem Thema auseinandersetzen und Handlungsmöglichkeiten erkennen“, sagt Claudia Deutschmann vom Kinderschutzbund Segeberg. Bis zum 4. November können Schulklassen die Wanderausstellung „Echt krass“ in Kaltenkirchen besuchen. Die Ausstellung klärt über sexuelle Gewalt und sexuelle Selbstbestimmung auf. Veranstalter ist die Therapiehilfe Kaltenkirchen in Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund Segeberg sowie dem Regenbogen-Verein.

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In drei Räumen der Erziehungs- und Familienberatung Kaltenkirchen stehen bunte Boxen mit Inhalten rund um sexuelle Gewalt. An den Stationen lernen die Jugendlichen zum Beispiel mehr über Gruppendruck, Klischees oder Straftaten und müssen selbst aktiv werden. Das Wimmelbild „Albtraum Schule“ zeigt unterschiedliche Situationen, die in einer Schule passieren könnten. Ein Bild handelt davon, wie ein Junge einem Mädchen an die Brüste fasst. Die Schülerinnen und Schüler bewerten dann, wie sie diese Situation finden – von „völlig ok“ bis „geht gar nicht“. „Wir erhoffen uns, dass die Jugendlichen dadurch ins Gespräch kommen und anfangen zu diskutieren. Oft möchten junge Menschen nicht mit ihren Eltern über sexuelle Themen sprechen und dann bietet diese Ausstellung die Möglichkeit, Maßstäbe für sich zu definieren“, so Marius Neuhaus, Leiter der Therapiehilfe.

43 Klassen aus der Umgebung Kaltenkirchen besuchen die Ausstellung

Insgesamt 43 Klassen der achten bis zehnten Jahrgangsstufe aus Bad Bramstedt, Henstedt-Ulzburg und Kaltenkirchen kommen zu Besuch. Eine Stunde haben sie Zeit, um den Mitmach-Parcours auszuprobieren. Eine Stunde, um mehr darüber zu lernen, wie sie sexuelle Übergriffe erkennen und wo es Hilfe gibt. Am 2. November sind die Türen der Ausstellung außerdem für jedermann geöffnet: Zwischen 14 und 17 Uhr können Interessierte eigenständig die Ausstellung im Flottkamp 13b besuchen.

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Nele Neumeister und Alissa Jentzen gehen in die neunte Klasse des Gymnasiums Kaltenkirchen und finden den Klassenbesuch gelungen. „Uns hat am besten gefallen, dass wir an den Stationen selber etwas ausprobieren könnten. Wir konnten bewerten, wie weit jemand bei uns gehen dürfte und wann wir „Stopp“ sagen würden. Das war spannend.“ Andere Jugendliche haben sich auf der Feedback-Tafel mehr Infos zu Homosexualität oder neuere Videos gewünscht.

Die Veranstalter möchten alle Jugendlichen ermutigen, auch „nein“ zu sagen, wenn sie sich in einer Situation unwohl fühlen.

Die Veranstalter möchten alle Jugendlichen ermutigen, auch „nein“ zu sagen, wenn sie sich in einer Situation unwohl fühlen.

Die Lehrkräfte und Mitarbeitende lassen die Schulklassen zunächst alleine durch die Ausstellung laufen und halten sich zurück. Wenn sie allerdings mitbekommen, dass es Probleme gibt, greifen sie ein. So auch direkt zu Beginn der Woche. Bei einem Mädchen sind viele Erinnerungen hochgekommen. Deshalb hat eine Mitarbeiterin der Erziehungs- und Familienberatung mit ihr gesprochen, ihr zugehört und sie jetzt an den Kinderschutzbund vermittelt. „Auch wenn wir vielleicht nicht alle mit dieser Aktion erreichen, sind wir dankbar über jede kleine Verbesserung. Daher freuen wir uns sehr, dass der Lions Club diese Ausstellung finanziert hat“, so Psychologin Annika Wartemann.

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