Klein Rönnau

Baugebiet nimmt nächste Hürde

Foto: Die Zufahrt zum Neubaugebiet über diese Gasse war und ist das Hauptproblem der Kritiker. 50 neue Bauplätze sollen hinter der bestehenden Bebauung am Chausseebaum in Klein Rönnau entstehen.

Die Zufahrt zum Neubaugebiet über diese Gasse war und ist das Hauptproblem der Kritiker. 50 neue Bauplätze sollen hinter der bestehenden Bebauung am Chausseebaum in Klein Rönnau entstehen.

Klein Rönnau. Laute Streitgespräche blieben bei der Sitzung der Gemeindevertretung am Mittwochabend im Hus Rönnau aus. Einige Kritiker des Bebauungsplanes Nr. 12 saßen zwar im Publikum, hörten den Erläuterungen von Bürgermeister Dietrich Herms und Planer Stephan Gosch aber ruhig zu.

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Eine zweite Zufahrt war nicht möglich

Das zentrale Problem des Projekts war die Zufahrt zum neuen Baugebiet vom Chausseebaum aus über die ehemalige Hofzufahrt des landwirtschaftlichen Betriebes, der hier einmal gestanden hatte. Dort hatte Inhaber Falko Mumme Mehrfamilienhäuser gebaut, die von den Käufern der Eigentumswohnungen als "Seniorenwohnanlage" begriffen wurden. Die zeigten kein Verständnis dafür, dass der künftige Verkehr ins neue Baugebiet vor ihren Fenstern vorbeigehen sollte.

Zwei weitere geprüfte Zufahrten scheiterten. Eine Straße direkt zur B 432 war nicht möglich, weil der Landesbetrieb Verkehr sein Veto einlegte: Die Straße würde zu dicht an der Einmündung des Chausseebaums enden und außerdem nicht innerhalb der geschlossenen Ortschaft liegen.

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Eine Zufahrt über den Redder bei der Apotheke rief die Fledermausschützer auf den Plan. In umfangreichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass es sich hier um eine der Hauptflugrouten von der Kalkberghöhle in den Ihlwald handelte. Damit war der Redder tabu.

Fledermausschutz bestimmt die Bauplanung

Die Untersuchungen hatten gar Auswirkungen auf das ganze Baugebiet: Zum Redder hin muss auf ganzer Länge eine drei Meter hohe Blendschutzwand gebaut werden. „Wir nennen das lieber eine Blendschutzeinrichtung“, sagte Planer Gosch. „Wand“ höre sich nicht gut an, außerdem würde das Bauwerk auch mit Pflanzen begrünt.

Zwischen Blendschutz und Redder muss überdies ein zehn Meter breiter Grünstreifen eingeplant werden. Weiterhin muss auf der langen Ostseite des Baugebiets ein Doppelknick zum Landschaftsschutzgebiet am Großen Segeberger See erstellt werden.

Hier wird zunächst eine Knickreihe angepflanzt und auf der zweiten Reihe ein provisorischer lichtdichter Zaun angelegt. Dieser soll nach einigen Jahren durch die zweite Baumreihe ersetzt werden, wenn die erste Reihe durchgewachsen ist.

Die Straßenbeleuchtung im Baugebiet muss fledermausfreundlich sein und darf nur direkt nach unten strahlen. Das gilt auch für die privaten Bauherren, die in den Kaufverträgen für ihre Grundstücke diese Einschränkungen unterschreiben müssen.

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Baubeginn bleibt unklar

Mit diesen Ergänzungen wurde der Bebauungsplan einstimmig beschlossen und kann nun ausgelegt werden. Wann tatsächlich die ersten Bagger anrücken könnten, wollten weder Planer Stephan Gosch noch Bürgermeister Dietrich Herms vorhersagen: „Wir bereiten jetzt erst einmal die Ausschreibungen vor und die Firmen werden wohl erst im Winter Zeit haben“, meinte Gosch. „Noch in diesem Jahr“, hatte zunächst Bürgermeister Herms gesagt, schon dann aber hinterher: „Sagen wir mal, so schnell, wie möglich.“

Knapp 50 Bauplätze sind in dem Baugebiet geplant, das Verfahren gestaltete sich zäh für Gemeinde und Investor. Gegner strengten einen Bürgerentscheid gegen die Planung an. Im September votierte eine deutliche Mehrheit für das Baugebiet.

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