Investitionsbank erfüllt Wünsche

Bescherung im Kinderheim Stipsdorf: So feiern die Kinder Weihnachten

Weihnachtsfreude für die Jugendlichen der Kindersiedlung Stipsdorf. Die Mitarbeitenden der Investitionsbank SH haben über 100 Geschenke für Kinder in Jugendhilfeeinrichtungen gespendet und nach Stipsdorf gebracht. Doch wie feiern die Kinder im Heim eigentlich Weihnachten?

Weihnachtsfreude für die Jugendlichen der Kindersiedlung Stipsdorf. Die Mitarbeitenden der Investitionsbank SH haben über 100 Geschenke für Kinder in Jugendhilfeeinrichtungen gespendet und nach Stipsdorf gebracht. Doch wie feiern die Kinder im Heim eigentlich Weihnachten?

Stipsdorf. Der Berg voller Geschenke im Eingangsbereich der Kindersiedlung Stipsdorf zieht die Aufmerksamkeit der jungen Bewohner auf sich. „Ist da auch ein Geschenk für mich dabei?“, fragt ein kleiner Junge und schaut suchend durch die Stapel mit den beschrifteten Päckchen rund um den kleinen Tannenbaum. Er kann sicher sein: Für jedes Kind der Einrichtung ist ein Geschenk dabei. Die Mitarbeitenden der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IBSH) haben sich den Wünschen der Kinder angenommen. Aber auch ohne die Spende gehen die Kinder im Heim in Stipsdorf nicht leer aus an Weihnachten. Die gemeinsame Feier gibt es hier aber erst im neuen Jahr.

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Geschenkwünsche zu Weihnachten in Stipsdorf erfüllt

Lichterketten, Bücher von den „Drei ???“, Lego, Computerspiele, Einkaufsgutscheine und vieles mehr – 118 Geschenkwünsche haben die Kinder und Jugendlichen der Einrichtungen des Jugendhilfe Netzwerks Nord-Ost geäußert für die Wunschbaumaktion der IBSH. Jedes Jahr werden andere Jugendhilfeeinrichtungen bedacht, dieses Mal ist auch die Kindersiedlung in Stipsdorf dabei.

„Das ist eine Premiere für uns“, sagt Tim Wienke, Bereichsleiter bei den Heilpädagogischen Kinderheimen Bad Segeberg. „Das ist eine tolle Aufmerksamkeit für die Kinder und Jugendlichen.“ Nach den pandemiebedingten Einschränkungen hätten sie sich diese besonders verdient. „Es trifft die Richtigen“, sagt Wienke und bedankt sich bei den Spendern.

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Entsprechend groß sind die Aufregung und die Neugier bei den Kindern, die um den Baum mit den Geschenken herumschleichen, die Andrea Nissen vom Personalrat der IBSH und Pressesprecherin Sabine Schmax mitgebracht haben am Montag. „Ich hab meins gefunden“, ruft Viona, die 14-Jährige hält eine Tüte in die Luft. Was drin ist, weiß die Jugendliche aber noch nicht, auf ihrem Wunschzettel hatte sie ein Wendeplüschtier, einen Google-Play-Gutschein oder eine Powerbank angegeben. „Es fühlt sich aber an wie eine Powerbank“, sagt das Mädchen.

Viele Heimkinder verbringen Feiertage mit den Eltern

Mit dem Auspacken müssen sich Viona und die anderen Kinder noch gedulden. Diese Woche fährt sie über die Weihnachtstage und Neujahr zunächst zu ihrem Vater, um dort Weihnachten zu feiern, erzählt die 14-Jährige. Die allermeisten der Kinder in der Einrichtung werden über die Festtage beurlaubt, sagt Wienke. Sie fahren dann zu den Eltern oder anderen Verwandten.

Etwa 50 Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren leben in der Kindersiedlung. Die meisten Kinder seien im Einverständnis mit den Eltern dauerhaft in der Jugendhilfeeinrichtung untergebracht. Oft sei Überforderung im Alltag der Grund dafür, dass sich die Eltern nicht dauerhaft um ihre Kinder kümmern können, erklärt Wienke. Manche ältere Jugendliche haben auch aus eigenem Wunsch die Familie verlassen. Einige aber wurden auch vom Jugendamt aus der Familie genommen, weil das Kindeswohl in Gefahr war.

Tim Wienke, Bereichsleiter Heilpädagogische Kinderheime Bad Segeberg. „Am 6. Januar, wenn alle zurück sind aus dem Weihnachtsurlaub feiern wir alle gemeinsam.“

Tim Wienke, Bereichsleiter Heilpädagogische Kinderheime Bad Segeberg. „Am 6. Januar, wenn alle zurück sind aus dem Weihnachtsurlaub feiern wir alle gemeinsam.“

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Trotzdem sei es immer das erste Ziel, dass die Kinder in ihre Familie zurückgeführt werden, erklärt Tim Wienke. Deshalb werde der Kontakt zur Familie gefördert. Auch und insbesondere an Weihnachten. So gibt es zum Beispiel Elternwohnungen auf dem Gelände in Stipsdorf für Besuche von den Eltern bei ihren Kindern. Ein junges Mädchen wird dort zum Beispiel mit ihrer Familie die Feiertage verbringen.

Weihnachtsrituale in jeder Wohngruppe in Stipsdorf

Seyda Nur (11) wird Heiligabend dagegen in ihrer Wohngruppe in Stipsdorf feiern mit den Betreuern. Seit sechs Jahren lebt das Mädchen in Stipsdorf. „Wir essen dann immer Raclette, darauf freue ich mich“, sagt sie. In ihrer Familie nämlich werde kein Weihnachten gefeiert, kulturell bedingt. Trotzdem wird die Elfjährige auch einige Tage der Weihnachtsferien bei Familienangehörigen sein.

„Jede Wohngruppe entscheidet selbst, wie sie Weihnachten feiert“, sagt Wienke. Zehn Kinder sind es normalerweise pro Wohngruppe, über die Festtage dann eher zwei. Für die Kinder soll die Zeit trotz der Umstände so schön wie möglich gemacht werden.

Am 24. Dezember gibt es dann natürlich auch Geschenke für Kinder, die im Heim bleiben müssen oder wollen über die Festtage. Diese würden vom Budget des Jugendamts für die Kinder gekauft. Das liege wahrscheinlich unter dem, was normalerweise in Familien für Geschenke ausgegeben wird, so Wienke. Oft aber schickten auch andere Verwandte den Kindern Präsente in die Einrichtung. „In den letzten Tagen sind hier einige Pakete von Großeltern eingetroffen.“

In diesem Jahr kommen auch noch die Geschenke von der Investitionsbank hinzu. Oft seien die Wünsche schnell verteilt unter den 700 Mitarbeitenden, berichtet Andrea Nissen vom Personalrat der IBSH. Seit gut 15 Jahren nun gebe es den Wunschbaum im Foyer am Firmensitz in Kiel. Bis vor der Pandemie standen die Wünsche der Kinder noch auf Zetteln am Baum, seit zwei Jahren läuft die Aktion virtuell, damit auch Angestellte im Homeoffice mitmachen können.

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Weihnachtsfeier mit allen Kindern in Stipsdorf im Januar

Eine Powerbank hat sich zum Beispiel Finley (12) gewünscht, damit können unterwegs elektrische Geräte aufgeladen werden. Auf ein Kinderschminkset hofft dagegen Anastasia (8). Die letzten Geschenke werden aber erst im neuen Jahr in Stipsdorf ausgepackt, wenn alle aus dem Weihnachtsurlaub zurück sind. „Am 6. Januar gibt es eine große Weihnachtsfeier“, erzählt Alexander (13). Mit großem Essen: das Drei-Königs-Buffet.

„Dann ziehen sich alle schick an und es gibt es üppiges Buffet mit Braten und Kroketten und vielem mehr“, sagt Wienke. Zum Abschluss gibt es normalerweise auch ein Feuerwerk. Pandemiebedingt ist das in diesem Jahr alles etwas anders, es müssen Kompromisse gemacht werden. Statt Feuerwerk gibt es in diesem Jahr Feuerkörbe, das Essen wird draußen stattfinden.

„Das Essen muss deshalb rustikaler sein als üblich“, sagt Wienke. Zelte werden zum Schutz aufgestellt, die Kinder warm angezogen. Denn eine Feier mit allen im Innenraum wird auch dieses Mal nicht möglich sein. Auch die neuen geplanten Kontaktregeln nach den Festtagen sind noch ein Thema. „Wir könnten die Kinder aber noch nach ihren Wohngruppen separieren“, sagt Wienke. In dieser gelten sie als Hausgemeinschaft. „Dann müsste das Essen trotzdem möglich sein.“

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