Kreis Segeberg

Corona-Spaziergänger legen Grabgesteck an der Kirche in Nahe ab

An der Kirche in Nahe wurde am Montagabend ein Grabgesteck abgelegt. Auch ein Schreiben war niedergelegt. Montags treffen sich vor der Kirche Kritiker der Corona-Maßnahmen, die von dort einen Spaziergang durch den Ort unternehmen. Pastor Ekkehard Wulf hat die Polizei informiert.

An der Kirche in Nahe wurde am Montagabend ein Grabgesteck abgelegt. Auch ein Schreiben war niedergelegt. Montags treffen sich vor der Kirche Kritiker der Corona-Maßnahmen, die von dort einen Spaziergang durch den Ort unternehmen. Pastor Ekkehard Wulf hat die Polizei informiert.

Nahe. Pastor Ekkehard Wulf ist sauer. Im Eingangsbereich der Auferstehungskirche in Nahe wurden am Montagabend ein großes Grabgesteck und zwei Zettel abgelegt. Die Naher Küsterin entdeckte am Dienstag um 7 Uhr alles und informierte umgehend den Pastor. Auf dem einen Zettel ist handschriftlich die Jahreslosung 2022 geschrieben worden, auf dem anderen wird auf den Artikel vier des Grundgesetzes verwiesen, in dem es um die Freiheit des Glaubens und des Gewissens geht. In Verbindung mit dem Grabschmuck, so Pastor Wulf, könne man sich ja vorstellen, um was es gehe. Die Freiheit werde angeblich zu Grabe getragen.

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Auf einem abgelegten Schriftstück wird auf Artikel vier des Grundgesetzes verwiesen.

Auf einem abgelegten Schriftstück wird auf Artikel vier des Grundgesetzes verwiesen.

Jeden Montag um 18 Uhr treffen sich auf dem Parkplatz an der Kirche Menschen, um dann gemeinsam durch den Ort zu gehen. Sie zeigen damit ihren Widerstand gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Wie in vielen anderen Gemeinden und Städten auch gehen sie ohne Transparente oder Parolen durch die Straßen. Auch in Kaltenkirchen war ein Grabgesteck abgelegt worden – zusammen mit Plakaten, auf denen die Schutzmaßnahmen mit dem Holocaust verglichen wurden. Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause hatte daraufhin Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

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So weit ist es in Nahe noch nicht. „Ich habe die Polizei informiert. Beamte hier aus Nahe sind an die Kirche gekommen“, berichtet Pastor Wulf im Gespräch mit KN-Online. Am Montag gegen 17 Uhr war er noch an der Kirche gewesen, da sei noch nichts abgelegt worden, so Wulf. Als er gegen 20.30 Uhr erneut an der Kirche vorbeigekommen war, sei ihm auch nichts aufgefallen. Da die Kirchengemeinde Nahe zurzeit viel mit Vandalismus am Gotteshaus zu tun habe, behalte er das Gebäude besser im Auge. Am Dienstag dennoch der Fund im Eingangsbereich der Kirche.

Pastor Wulf will nächsten Montag mit Protestlern reden

Natürlich dürfen sich Menschen auf dem Parkplatz an der Kirche treffen, betont Wulf, das sei kein Problem. Aber er wolle nicht noch einmal etwas Ähnliches an der Eingangstür finden. „Das soll unterbleiben“, fordert Wulf. Am nächsten Montag werde er auch um 18 Uhr dort sein – ebenso wie die Polizei – und den Teilnehmern des Spaziergangs ins Gewissen reden. Ob sie sich mit ihm austauschen, ist unklar.

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Bereits mehrfach war der Protestzug unter anderem beim lebendigen Adventskalender im Dezember an den Gläubigen in Nahe vorbeigekommen. Aber schweigend.

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Die Minderheit ist lauter als die Mehrheit

Pastor Ekkehard Wulf ist besorgt darüber, was die Situation mit der Gesellschaft und deren Zusammenhalt mache. Er betont, dass Dreiviertel der Deutschen sehr wohl geimpft seien und sich an die Schutzmaßnahmen halten. Lediglich ein Viertel der Bürgerinnen und Bürger würde sich strikt weigern – die seien allerdings deutlich lauter als die Mehrheit. Es beunruhige ihn, dass es keine Bereitschaft der Corona-Protestler gebe, sich zu bewegen und schlicht zum Impfen zu gehen.

Deutlich mehr Protestler waren im Kreis Segeberg unterwegs

Die Polizei verzeichnet für die Zuständigkeitsbereiche Kreis Segeberg und Kreis Pinneberg eine Zunahme der Teilnehmerzahlen der montäglichen Spaziergänge.

In Bad Segeberg waren es am Montag 120 Menschen (Vorwoche 80), in Bad Bramstedt 180 (150) und in Nahe 55 (30). Laut Polizeisprecherin Sandra Firsching verliefen alle Spaziergänge friedlich. "Es gab nichts zu beanstanden", sagt Firsching. Die Polizei schaue sich die unangemeldeten Spaziergänge lediglich an.

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