Übergewicht

Das Telefon stand nicht still: Hilfe für Lars Ludwig aus Henstedt-Ulzburg

Lars Ludwig aus Henstedt-Ulzburg ist überwältigt von den Reaktionen auf den Bericht in der Segeberger Zeitung und bei KN-Online über seine Situation. Der sehr übergewichtige Mann erhielt viele Anrufe von Menschen, die ihm helfen wollen.

Lars Ludwig aus Henstedt-Ulzburg ist überwältigt von den Reaktionen auf den Bericht in der Segeberger Zeitung und bei KN-Online über seine Situation. Der sehr übergewichtige Mann erhielt viele Anrufe von Menschen, die ihm helfen wollen.

Henstedt-Ulzburg. Lars Ludwig ist regelrecht baff. "Es ist wirklich beeindruckend, das ist eine Wahnsinnssache", beschreibt der Henstedt-Ulzburger, was geschehen ist, seitdem KN-Online über ihn berichtet hat. Der stark übergewichtige Mann, der gut und gerne 240 Kilogramm auf die Waage bringt, ist nach langer Leidensgeschichte seit einem Jahr ans Bett gefesselt. Mehrere Anträge auf Reha-Maßnahmen wurden von der Deutschen Rentenversicherung abgewiesen, weil der körperliche Zustand von Lars Ludwig zu schlecht sei und er zunächst abnehmen müsse. Der 43-Jährige war verzweifelt. Wie solle er abnehmen, wenn er nur sitze oder liege? Jetzt hat sich das Blatt wenigstens ein wenig gewendet.

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„Eine ehemalige Nachbarin hat den Artikel über mich gelesen und sich gleich bei mir gemeldet“, erzählt Ludwig. Sie hatte den Bericht an einen Arzt in einer Spezialklinik in Mecklenburg-Vorpommern geschickt. Der sagte ihr zu, sich bei Lars Ludwig zu melden. „Naja, ob er das wohl macht?“, hatte Lars Ludwig sich gefragt. Aber tatsächlich: Am vergangenen Sonnabend meldete der Facharzt sich bei dem Henstedt-Ulzburger und unterhielt sich mit ihm.

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Der Henstedt-Ulzburger will endlich ein normales Leben führen

Der Doktor bestätigte, dass eine Operation, beispielsweise für eine Magenverkleinerung, zu gefährlich sei. Das Risiko, dass Lars Ludwig durch die Narkose geschädigt werde, sei zu groß. Allerdings gebe es – so hatte der Arzt es Lars Ludwig gesagt – eine Alternative. Mit einer leichten Betäubung könne ihm in den Magen ein Ballon eingeführt werden, der mit Wasser gefüllt werde.

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„Mein Gehirn denkt dann, dass ich schon satt bin“, beschreibt Lars Ludwig. So würde er weniger essen und an Gewicht verlieren. Das ist der größte Wunsch des Henstedt-Ulzburgers. Er will endlich wieder im wahrsten Sinne des Wortes auf eigenen Beinen stehen und ein halbwegs normales Leben führen. Zurzeit ist schon der XXL-Rollator, der im Wohnzimmer steht, unerreichbar für ihn.

Facharzt aus Mecklenburg-Vorpommern schlägt Eingriff vor

Klar sei, dass ein Ballon im Magen keine Dauerlösung sei, aber er würde zunächst dafür sorgen, dass Lars Ludwig von seinem Körpergewicht runterkomme und dann möglicherweise tatsächlich eine Reha-Maßnahme genehmigt werde. Sein Hausarzt in Henstedt-Ulzburg habe nun Kontakt mit dem Fachmann aus Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen und will die ganze Krankengeschichte zu seinem Kollegen schicken. Der Arzt habe zugesagt, sich nach Durchsicht der Unterlagen wieder zu melden. Lars Ludwig befürchtet allerdings, dass sich seine Krankenkasse quer stellen könnte, hofft aber, dass alles für ihn gut ausgeht.

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Auch in den Sozialen Netzwerken stieß die Geschichte von Lars Ludwig auf viel Zuspruch. Gelobt wurde er für den Mut, mit seiner Leidensgeschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Gelesen hat den Artikel sogar der Mitarbeiter einer Arbeitseinrichtung für adipöse Menschen in Niedersachsen. Er meldete sich bei dem Henstedt-Ulzburger und beschrieb die Einrichtung.

Landtagsabgeordneter hat seine Hilfe angeboten

Interessiert gelesen hat seine Lebensgeschichte auch der CDU-Landtagsabgeordnete Ole-Christopher Plambeck, der ebenfalls in Henstedt-Ulzburg wohnt. „Er hat mir seine Hilfe angeboten“, freut Lars Ludwig sich. Er glaube, dass Plambeck es ehrlich meine und stehe in Kontakt. Plambeck verfüge über ein großes Netzwerk.

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Bei aller Freude über die Hilfe ist Lars Ludwig Realist genug, nicht gleich in große Euphorie zu verfallen. „Zunehmen kann man ratzfatz, abnehmen ist ein ganz andere Sache“, gibt er zu. Der Weg, der vor ihm liege, sei steinig und lang – und es werde nicht einfach für ihn werden. „Ich muss alleine damit fertig werden, aber wenn man gute Menschen an seiner Seite hat, dann wird das was“, glaubt er ganz fest. Er spricht von einem kleinen Licht der Hoffnung. Bis vor kurzem noch habe er keine Perspektive gehabt, jetzt bestehe für ihn die Chance auf ein neues Leben. „Endlich tut sich etwas.“

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