Messerstecher-Prozess

Ein schwieriges Puzzle

Foto: Auf dem Parkplatz vor dem Que-Danceclub an der Rosenstraße kam es zu dem Messerangriff.

Auf dem Parkplatz vor dem Que-Danceclub an der Rosenstraße kam es zu dem Messerangriff.

Bad Segeberg. Das Problem: Sowohl der Angeklagte als auch beide jungen Opfer und nahezu alle unmittelbaren Zeugen waren zum Zeitpunkt der Tat unterschiedlich stark betrunken.

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Der 30-jährige Angeklagte, ein gebürtiger Berliner mit erheblichen psychischen Problemen, hatte in der Nacht zum 15. April zunächst die Reste einer tags zuvor mit einem Kumpel geöffneten Whiskyflasche geleert und anschließend fast im Alleingang eine komplette Buddel Rum in sich hinein geschüttet. Gegen 2 Uhr soll er dann auf dem Que-Parkplatz aufgetaucht sein.

Von Gewaltausbruch überrascht

Dort hielten sich einige junge Leute auf, von denen manche nicht im Verdacht stehen, Kinder von Traurigkeit zu sein. In jener Nacht jedoch wurden sie nach eigener Aussage jedoch von einem plötzlichen Gewaltausbruch überrascht. Pedro D., ein 29-jähriger Arbeitsloser aus Kiel, hatte in Bad Segeberg schon mit Freunden vorgeglüht und hatte sich dann auf den Weg zum Que gemacht. Kurz vor dem Einhang zur Discothek soll dann der Angeklagte Denis B. aufgetaucht sein. Wer wen angerempelt und eventuell bepöbelt hat, ist noch nicht mit letzter Sicherheit geklärt. Doch dann schnitt ein Teppichmesser einmal quer durch den Hals des Kielers. „Nach meiner Erinnerung kam der Angriff aus dem Nichts“, gab Pedro D. später bei der Polizei zu Protokoll.

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Angeklagter entschuldigt sich

„Ich würde mich gern entschuldigen bei dir“, sagte der Angeklagte. „Das macht nichts rückgängig, aber ich wollte nur sagen, ich hoffe, du kannst weiter rausgehen und Spaß haben.“ Das Opfer hatte davon berichtet, derartige Discobesuche jetzt lieber sein zu lassen. Die Entschuldigung quittierte er mit beklommenem Tonfall. „Cool, dass du das gesagt hast.“

Vor dem Que war es aber nicht bei der einen Bluttat geblieben. Der Angeklagte griff, so schildern die Zeugen, auch noch den 21 Jahre alten Alexander D. an. Der Bad Segeberger war seinem Freund Pedro zu Hilfe geeilt. „Er ist mir an den Hals gegangen - und plötzlich lief mir so eine warme Suppe runter.“ Erst mit Verzögerung realisierte Alexander D. die klaffende Wunde.

Die Polizei nahm Denis B. wenig später an der Straße Am Apfelgarten fest. Wer den eher schüchtern wirkenden Angeklagten, der wahrlich kein bedrohliches Muskelpaket ist, im Gerichtssaal sitzen sieht, bringt ihn nur schwer mit dem Berserker in Einklang, den die Polizei im April kennengelernt hat.

Polizisten wüst beschimpft

Polizeibeamter Wolfram W. schilderte der Strafkammer unter Vorsitz von Richter Carsten Tepp gestern, dass man Denis B. nach der Festnahme mit Handschellen, Kabelbindern, Eisenfesseln an den Füßen und einem Spezialhelm fixieren und vor sich selbst schützen musste. Während der Fahrt im Streifenwagen hatten sich wüste Beschimpfungen und Sympathiebekundungen abgewechselt.

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Der Prozess wird am 8. Oktober um 9 Uhr fortgesetzt.

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