Stadtvertreter schockiert

Feuerwehr-Neubau für 16 Millionen Euro?

Foto: So soll das Feuerwehr-Gebäude aussehen.

So soll das neue Feuerwehr-Gebäude an der B206 aussehen. Kostenpunkt: insgesamt über 16 Millionen Euro.

Bad Segeberg. Bad Segebergs Feuerwehr leidet seit Jahren unter extremer Raumnot. Bis vor einigen Monaten haben sich die Brandschützer in der Fahrzeughalle hinter den Löschwagen umziehen müssen. Die Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse machte diesen Zuständen ein Ende - provorisch musste eine Umkleide her. Getrennte Räume für Frauen und Männer gibt es aber noch immer nicht.

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Der Ausschuss unter Leitung von Olaf Tödt (CDU) tagte im Feuerwehrhaus, um sich vor Ort ein Bild von den beengten Verhältnissen zu machen. Zielinski referierte anschaulich über die Aufgaben der Wehr nach dem Brandschutzgesetz und erinnerte an das Jahr 1980, in dem das jetzige Feuerwehrhaus mit seinen neun Stellplätzen an der B206 errichtet wurde. Damals hatte die Wehr sieben Fahrzeuge; Bad Segeberg bestand aus 9600 Einwohnern, die Wehr hatte jährlich rund 100 Einsätze zu fahren und verfügte über 65 Feuerwehrleute. Betreut wurden zwei Kliniken, drei Bundesstraßen, zwei Altenheime, Möbel Kraft und die Karl-May-Spiele mit 82000 Besuchern.

Feuerwehr braucht dringend mehr Platz

Heute verfügt die Wehr über zwölf Fahrzeuge (bei noch immer neun Stellplätzen). Bad Segeberg hat rund 18000 Einwohner, es werden jährlich etwa 250 Einsätze gefahren (Stand jetzt sind es 233 im Jahr 2018), die Wehr besteht aus 85 Feuerwehrfrauen und -männern. Zu schützen sind neben sämtlichen Privathaushalten vier Kliniken, drei Bundesstraßen, zwei Autobahnen, vier Altenheime, der als hochgradig gefährdet eingestufte Betrieb Prima-Gas, Möbel Kraft und die Karl-May-Spiele mit knapp 390000 Zuschauern.

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Als erforderlich skizzierte Wehrführer Zielinski unter anderem eine Erweiterung der Fahrzeughalle, die Schaffung einer Waschhalle und Werkstatt, eine erweiterte Einsatzzentrale, einen Versammlungsraum für 200 Personen, eine Einsatz-Umkleide für Männer und Frauen getrennt sowie Dusch- und Sanitärräume. Weitere Anforderungen der Feuerwehr sind ein Lagerplatz, diverse Auflagen der Unfallkasse, Bereiche für Jugendwehr und Brandschutzerziehung, Verwaltung und neue Parkplätze, um ein getrenntes An- und Abrücken im Falle eines Einsatzes sicherzustellen.

Reiner Baukörper kostet zwischen 11,7 und 13,8 Millionen Euro

Die Architekten Hauke Kraß und Tobias Mißfeldt, die bereits das Großprojekt „WortOrt“ in Bad Segeberg betreut haben, stellte ihre Planung in zwei Varianten vor. Die günstigere (und unpraktischere) kostet 11,7 Millionen Euro; die etwas umfangreichere Wunschlösung mit einer kompletten Umbauung der alten Fahrzeughalle soll etwa 13,8 Millionen Euro teuer sein.

Bei beiden Bauvarianten kommen nach Schätzung der Stadt noch rund 2 Millionen Euro für die technische Ausstattung dazu – und kosten für den Kauf eines Nachbargeländes. Insgesamt dürfte die Investition damit deutlich über 16 Millionen Euro liegen. Für die Kommunalpolitik stellt sich nun die Frage, wie solch eine Investition zu schaffen sein soll.

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