Wieder Kostensteigerung

Geplantes Jugendcafé Bad Bramstedt kostet fast eine Million Euro

So soll das Jugendcafé einmal aussehen. Die Kosten steigen immer weiter.

So soll das Jugendcafé einmal aussehen. Die Kosten steigen immer weiter.

Bad Bramstedt. Der Bau eines Jugendcafés am Jugendzentrum wird immer teurer. Anstatt, wie noch vor zwei Jahren geschätzt, für 440.000 Euro, wird das Café inklusive teilweiser Instandsetzung des Altbaus wohl kaum unter einer Million Euro zu haben sein. Der Finanzausschuss genehmigte nun erneut zähneknirschend einen Nachschlag von 145.000 Euro, denn eine Alternative ist nicht in Sicht.

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Schon als der Preis sich Ende 2020 auf fast 800.000 Euro nahezu verdoppelt hatte, gab es heftige Debatten in der Kommunalpolitik, denn letztendlich soll hinter dem Jugendzentrum nur ein 70 Quadratmeter großer Raum angebaut werden. Kostentreiber ist aber offenbar die damit unumgängliche Teilsanierung des Altbaus, ein in den 1950er Jahren entstandenes Blumengeschäft mit darüber liegender Wohnung, das seit den 70 Jahren als Jugendzentrum genutzt wird.

Nun präsentierte Bürgermeisterin Verena Jeske dem Finanzausschuss einen weiteren Nachschlag, wodurch die Kosten jetzt bei 912.000 Euro liegen. Nicht darin enthalten ist eine neue Heizung und die Innenausstattung. Auch die neue Berechnung basiert nur auf Schätzungen, denn die Bauarbeiten sind noch nicht ausgeschrieben worden. Die Millionen-Grenze wird also möglicherweise überschritten werden.

Grund für die neuerliche Verteuerung sind hauptsächlich Mängel an den Versorgungsleitungen. Die Zuleitungen für Gas und Wasser sind zu klein dimensioniert und müssen erneuert werden. Außerdem stellte die Architektin fest, dass die gesamte Elektrik nur zweiadrig ist, was schon seit Jahrzehnten nicht mehr zulässig ist.

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Seniorenbeirat kritisiert, dass Baumängel im Juz erst spät entdeckt wurden

Bernhard-Michael Domberg, Vertreter des Seniorenbeirates im Finanzausschuss, hakte nach: „Warum wurde das erst jetzt festgestellt? Dass die Elektrik nur zweiadrig ist, erkenne ich doch schon, wenn ich nur eine Steckdose aufschraube.“ Das wurde aber offenbar nie gemacht. Jeske antwortete, die Fachfirmen hätten die Leitungen erst kürzlich untersucht.

Stefan Brumm (CDU) hat kein Vertrauen mehr in die Planung.

Stefan Brumm (CDU) hat kein Vertrauen mehr in die Planung.

Stefan Brumm (CDU) sagte: „Mein Vertrauen in die Projektplanung ist erschöpft. Eine Überprüfung der Leitungen gehört doch wohl ganz an den Anfang der Planungen.“ Es sollte noch einmal neu überlegt werden, ob ein kompletter Neubau nicht die günstigere Lösung ist.

Doch eine große Mehrheit im Ausschuss hielt an dem Projekt fest und genehmigte die Kostenüberschreitung. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Stadt noch immer sehr günstig zum Jugendcafé kommt. Sie muss von den Gesamtkosten nach jetzigem Stand nur rund 270.000 Euro tragen. Bürgermeisterin Verena Jeske war es gelungen, üppige Zuschüsse bei Land, Kreis und der Aktivregion Holsteiner Auenland einzuwerben. Außerdem ist ein Neubau an der jetzigen Stelle wegen des benachbarten Kulturdenkmals "Schloss" nicht möglich. Er dürfte nicht mehr so dicht an das Schloss heranrücken, es bliebe zu wenig Platz auf dem Grundstück. Das bestehende Juz genießt dagegen Bestandsschutz.

Das Schloss soll das Juz Bad Bramstedt mit Wärme versorgen

Jeske erklärte, dass auf den Bau einer Heizung wahrscheinlich verzichtet werden kann. Das Juz könnte von der Heizung des Schlosses mitversorgt werden. Dafür sei aber eine Leitung zwischen den Gebäuden erforderlich. Das Café solle nun, um Kosten und Zeit zu sparen, nicht mehr ein Massivbau, sondern in Holzständerbauweise errichtet werden.

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Die Ausschreibung der Arbeiten wird in Kürze erfolgen. Danach steht dann die tatsächliche Bausumme fest. Weitere Kostensteigerungen scheinen durchaus möglich, wenn sich die bisherige Entwicklung fortsetzt. Bürgermeisterin Jeske mahnte, die Baukosten seien im letzten Jahr um 14 Prozent gestiegen.

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