Brennholz für den Winter

Hohe Energiepreise: Bark berät über Rückkehr des Holzsammelscheins

Brennholz ist teuer geworden. In Bark wird diskutiert, wie den Einwohnern das Sammeln von Holz für den Eigenbedarf im kommunalen Wald ermöglicht werden kann. Kommt der Holzsammelschein zurück?

Brennholz ist teuer geworden. In Bark wird diskutiert, wie den Einwohnern das Sammeln von Holz für den Eigenbedarf im kommunalen Wald ermöglicht werden kann. Kommt der Holzsammelschein zurück?

Bark. Die Energiepreise steigen, nicht nur für Gas und Heizöl. Auch der Raummeter Brennholz kostet längst über 100 Euro, stellt Michael Kleindienst fest. In Bark leitet Kleindienst (CDU) den Bau- und Wegeausschuss. Das Gremium will den Bürgern in Bark helfen und den Holzsammelschein zurückbringen, damit sich die Menschen im kommunalen Wald mit Brennholz für den Eigenbedarf versorgen können. Doch vorher gibt noch einige Punkte zu klären.

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Als er ein Junge war, sei es normal gewesen, dass man im Wald Holz gesammelt habe, erinnert sich Kleindienst (53). Zumindest laut Erzählungen älterer Bewohner habe es vor 20, 30 Jahren auch schon Holzsammelscheine gegeben, die es den Besitzern erlaubten, Holz für den Ofen zu sammeln. Diesen Schein möchten Kleindienst und seine Kollegen im Ausschuss gern zurückbringen, um die Barker in Zeiten hoher Energiepreise und Gasknappheit zu unterstützen.

Brennholz für den Winter: Bark berät über Holzsammelschein

"Ich weiß von einer Familie, die hat ihr Auto verkauft, um den Heizöltank aufzufüllen", berichtet Kleindienst. Mit der Erlaubnis für Barker Bürger und Bürgerinnen, im kommunalen Wald dicke Äste zu sammeln oder das Holz umgestürzter Bäume zu nutzen, könne man eine kleine Hilfe leisten, hofft Kleindienst. Der Bau- und Wegeausschuss in Bark tagt nach einer Verlegung nun am Mittwoch, 16. November, 20 Uhr im Feuerwehrhaus Bockhorn, eines der Themen wird der Holzsammelschein für Menschen in Bark sein.

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Über 40 Hektar Wald besitzt die Gemeinde Bark, ein großer Teil davon ist allerdings Schutzgebiet. Die Gemeinde ist Mitglied in der Forstbetriebsgemeinschaft Segeberg. Grundsätzlich sind Holzsammelscheine möglich, sagt Geschäftsführer Axel Koch. Die Forstbetriebsgemeinschaft Segeberg gebe solche Scheine zum Beispiel für die Gemeinde Großenaspe aus oder auch für Bad Bramstedt. Das wäre auch für Bark möglich, so Koch, allerdings seien solche Holzsammelscheine mit einigem organisatorischen Aufwand verbunden – je nach Ausführung.

Forstbetriebsgemeinschaft Segeberg gibt Holzsammelscheine aus

In der Regel müsse ein Selbstwerber die Teilnahmebescheinigung an einem Motorsägenkurs nachweisen, erklärt Axel Koch von der Segeberger Forstbetriebsgemeinschaft. Und zwar von einer anerkannten und kompetenten Stelle. Außerdem sei eine Vereinbarung mit dem Waldeigentümer nötig, in der geklärt ist, wo ein Selbstwerber wie viel Holz entnehmen dürfe. Geprüft werden müsste im Vorfeld auch, dass etwa die richtige Schutzkleidung vorliegt, um in den Wald gehen zu können, um zu sägen.

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In einer einfacheren Variante sei auch ein Holzsammelschein möglich, der sich auf Holz beschränkt, das bereits am Boden liegt und mit einer Handsäge zersägt und gesammelt werden kann, sagt Koch. Trotzdem müsse gewährleistet sein, dass Holzsammler nur dort unterwegs sind, wo es ihnen erlaubt ist. „Wir haben über 600 Mitglieder“, verdeutlicht Koch. Darunter solche mit kleinen Waldstücken von 20 Metern Breite und Länge. Teilweise wüssten die Waldbesitzer selbst nicht, wo ihr Wald genau anfängt und aufhört.

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Holz sammeln in Bark: „Das Problem ist die Kontrolle“

„Es gibt noch einiges zu klären“, dämpft daher auch Barks Bürgermeister Bastian Wortmeier die Erwartungen. Angesichts stark gestiegener Holzpreise wolle man die Barker gerne entlasten und den legalen Zugang zu Fallholz ermöglichen, das etwa nach Stürmen auf dem Waldboden liegt, um damit im Winter zu heizen. Auch habe es bereits in früheren Jahren immer mal wieder Nachfragen nach Holzsammelscheinen gegeben.

Allerdings ist auch Wortmeier auf einige Hürden gestoßen nach Gesprächen im Amt Leezen im Vorfeld der Ausschusssitzung am Mittwoch: „Das Problem ist die Kontrolle“, sagt Wortmeier. Es müssten konkrete Sammelgebiete zugewiesen und kontrolliert werden, dass auch nur die vereinbarte Holzmenge entnommen wird. „Auch bräuchten wir noch eine Satzung, die wir bisher nicht haben“, so Wortmeier. „Ob wir das machen wollen, müssen wir nun beraten.“ Die Sitzung ist öffentlich.

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