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Lokale Inzidenzen in Segeberg

Kaltenkirchen mit Inzidenz von 1840 – Kreisparteien besorgt über Corona-Lage

Bisher unbekannte Werte im Kreis Segeberg: Auf über 1800 schießt die lokale Inzidenz in Kaltenkirchen diese Woche. Es ist nicht die einzige Kommune mit vierstelligen Werten im Kreisgebiet.

Bisher unbekannte Werte im Kreis Segeberg: Auf über 1800 schießt die lokale Inzidenz in Kaltenkirchen diese Woche. Es ist nicht die einzige Kommune mit vierstelligen Werten im Kreisgebiet.

Kreis Segeberg.In Pink und dunklem Lila präsentiert sich die Karte des Kreises Segeberg mit den lokalen Inzidenzen – vor allem im Westkreis haben fünf Kommunen und Ämter Ansteckungsraten über 1000. In Kaltenkirchen liegt die Inzidenz sogar bei 1840. Auch gibt es wieder einen Todesfall. Die meisten Kreistagsfraktionen und der Landrat sorgen sich um die Ausbreitung des Virus und mahnen zur Impfung – die AfD-Fraktion kritisiert diesen Appell.

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204. Corona-Todesopfer im Kreis Segeberg

Die Zahl der Verstorbenen mit oder an Corona im Kreis Segeberg steigt auf 204. Gestorben ist ein 79-Jähriger, meldet Kreissprecherin Sabrina Müller am Freitagnachmittag mit den täglichen Coronazahlen. Der Mann habe keinen Bezug zu einem Pflegeheim gehabt. 15 Menschen werden zudem mit Corona in Segeberger Krankenhäusern behandelt – ein leichter Rückgang, am Donnerstag waren es zwei mehr gewesen.

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601 neue Coronainfektionen wurden zudem per Labortest bestätigt, heißt es am Freitag. 7131 Menschen seien aktuell infiziert im Kreis – 305 mehr als am Vortag. Mit einer Inzidenz von 1108 gehört der Kreis Segeberg zu den am stärksten betroffenen Landkreisen in Deutschland, liegt nun auf Rang 30. Ein leichter Rückgang. In Stormarn (1161) oder Pinneberg (1125) liegt der Wert inzwischen höher.

Innerhalb des Kreises gibt es in der Verteilung drastische Unterschiede bei der Ansteckungsrate. Nach fast vier Wochen Pause veröffentlicht der Kreis nun wieder die lokalen Inzidenzen, die Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Die höchsten Ansteckungsraten gibt es demnach im Westkreis von Segeberg, fünf Kommunen und Ämtern haben Inzidenzen über 1000 – teilweise deutlich darüber.

1840: Kaltenkirchen mit höchster Inzidenz im Kreis Segeberg

Kaltenkirchen hat in dieser Woche eine Inzidenz von über 1840 – das ergibt knapp 450 Infektionen bezogen auf 24.000 Einwohner. In Norderstedt (80.650 Einwohner) mit einer Inzidenz von 1561 sind es sogar etwa 1260 Neuansteckungen. Bad Bramstedt (15.100 Einwohner) weist eine Ansteckungsrate von 1289 auf, das sind knapp unter 200 Infektionsfälle. Die Großgemeinde Henstedt-Ulzburg (28.600 Einwohner) kommt bei einer Inzidenz von 1110 auf fast 320 Coronafälle. Im Amt Itzstedt (12.600 Einwohner) sind es etwa 135 bei einer Inzidenz von 1080.

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Jedoch fast alle Ämter und Kommunen im Kreis Segeberg liegen derzeit über der bundesweiten Inzidenz von 706. Lediglich das Amt Kisdorf (650), das Amt Bornhöved (607), Wahlstedt (498) und das Amt Boostedt-Rickling (465) weisen niedrigere Ansteckungsraten auf.

Bis Ende Dezember, als der Kreis zuletzt die lokalen Inzidenzen veröffentlicht hatte und sich die Omikron-Variante gerade erst ausbreitete in Segeberg, lagen die höchsten lokalen Ansteckungsraten bei etwa 250.

Kreistagsfraktionen äußern sich zur Coronalage

Angesichts dieser rasanten Entwicklung der Corona-Situation rufen die Kreistagsfraktionen von CDU, SPD, Grüne, FDP, Wi-Se, Freie Wähler und Linke sowie der Landrat Jan Peter Schröder zum Durchhalten auf – nach fast zwei Jahren Pandemie mit bis dahin „ungeahnten Herausforderungen und nie für möglich gehaltenen Einschränkungen des täglichen Lebens“. „Wir alle wollen unser altes Leben zurück“, schreiben die Beteiligten in einer am Freitag gemeinsam veröffentlichten Stellungnahme.

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Gleichzeitig betonen sie den Ernst der Lage: „Die Inzidenz im Kreis Segeberg stellt seit ein paar Wochen beinahe täglich neue Rekorde auf.“ Mehr als 20.000 Menschen im Kreis hätten sich inzwischen mit dem Virus infiziert, mehr als 200 sind gestorben. „Zu viele.“ Bisher sei nicht bekannt, welche Auswirkungen die Ausbreitung von Omikron auf die Krankenhäuser und das gesamte Gesundheitswesen haben werde, wenn das Virus bei den besonders gefährdeten Gruppen ankomme.

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Appell: Jeder müsse Beitrag in der Pandemie leisten

Es komme nun darauf an, dass jeder und jede einen Beitrag leistet, die Pandemie und ihre Auswirkungen in allen Lebensbereichen in den Griff zu bekommen, schreiben die Fraktionen. Sie danken den Mitarbeitenden im Infektionsschutz für ihre Arbeit.

Der Infektionsschutz des Kreises ist in den vergangenen Wochen an seine Grenzen gekommen. Die Kontaktverfolgung von Infizierten wurde inzwischen nahezu aufgegeben, die Bundeswehr muss wieder helfen.

Auch wenn nicht jeder mit den getroffenen Entscheidungen einverstanden sei oder Anfragen an die Verwaltung nicht sofort bearbeitet werden konnten – "niemand hat einen Grund, seine Frustration an den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Verwaltung auszulassen, die ihre Pflicht erfüllen", betonen die Kreispolitiker in ihrer Stellungnahme. Bereits vor einigen Monaten hatte der Landrat einen zunehmend rauen Ton gegenüber Kreisangestellten kritisiert.

Aufruf zum Impfen durch Landrat und Kreispolitiker

Nahezu jede Berufsbranche leide unter der Pandemie, heißt es in der Erklärung. „Während die einen in Arbeit untergehen, hoffen andere, endlich bald wieder richtig loslegen zu können.“ Fürs Durchhalten und Weitermachen bedanken sich die Verfasser bei allen. Ihr Mitgefühl drücken sie jenen aus, die einen geliebten Menschen verloren haben.

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Schließlich appellieren die Fraktionen und der Landrat an die Menschen, sich impfen zu lassen, die Hygienemaßnahmen weiter einzuhalten. Und sie rufen zum Zusammenhalt auf: „Lassen Sie uns verhindern, dass ein Riss unsere Gesellschaft durchzieht! Und setzen wir uns gemeinsam dafür ein, dass noch mehr Menschen davon überzeugt werden, sich impfen zu lassen.“ Jede Spritze zähle, schütze mehr als ein Leben und bringe alle ein Stück näher ans Ende der Pandemie.

AfD kritisiert Stellungnahme der Fraktionen: Vorwurf der Spaltung

Die AfD ist die einzige Kreistagsfraktion, die sich der Erklärung nicht angeschlossen hat, denn sie trage gerade zur Spaltung von Geimpften und Ungeimpften bei, kritisiert Fraktionsvorsitzender Julian Flak. Dem Dank an den belasteten Infektionsschutz und den Kreisbeschäftigten schließt sich die AfD an. Sie stört sich aber am Impfaufruf der Kreistagsfraktionen. Es werde suggeriert, so Flak, dass die Einschränkungen nur aufgehoben werden könnten, wenn sich mehr Menschen impfen ließen. „Das Gegenteil ist bislang eingetreten“, meint Flak und fordert ein Ende der Freiheitsbeschränkungen und der Einteilung in Geimpfte und Ungeimpfte.

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Der Wirkungsgrad der verfügbaren Impfstoffe sei niedriger als bei früheren Variationen, die Impfung sei kein Allheilmittel gegen das Corona-Virus. Gleichzeitig stellt Flak in seinem Statement fest, dass Impfungen die Wahrscheinlichkeit schwerer Krankheitsverläufe verringern.

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