Gegenproteste

Menschenkette in Henstedt-Ulzburg als Ausdruck des Kampfes für Demokratie

212 Menschen bildeten entlang der Hamburger Straße eine Menschenkette gegen die Demos der Coronamaßnahmen-Kritiker.

212 Menschen bildeten entlang der Hamburger Straße eine Menschenkette gegen die Demos der Coronamaßnahmen-Kritiker.

Henstedt-Ulzburg. Das Durchzählen klappt nicht recht, also fährt Britta de Camp-Zang in ihrem Rollstuhl die lange Reihe auf dem Bürgersteig der Hamburger Straße ab und zählt selbst. Das Ergebnis: 212 Männer und Frauen halten sich zwar wegen der Abstandsregeln nicht an den Händen, aber mit Schals bilden sie eine coronakonforme Menschenkette in Henstedt-Ulzburg. Unter dem Motto „zusammenhalten statt spalten“ demonstrierten sie gegen die Anti-Corona-Demos und fürs Impfen als Maßnahme der Solidarität.

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Zum Gedenken an Covid-19-Opfer hatten die Organisatoren ein Herz aus Lichtern am Rand des Rathausplatzes aufgebaut.

Zum Gedenken an Covid-19-Opfer hatten die Organisatoren ein Herz aus Lichtern am Rand des Rathausplatzes aufgebaut.

Die Organisatorin vom Bündnis für Demokratie und Vielfalt wurde aus der Szene der Corona-Leugner bereits bedroht. Aber am Freitagabend standen neben ihr viele mit ihren Namen für ihr Anliegen ein: Bürgermeisterin und Bürgervorsteher, Bundes- und Landtagsabgeordneter.

Bürger müssen Demokratie verteidigen

„Die schweigende Mehrheit in Henstedt-Ulzburg bekommt heute eine Stimme: uns“, mit dieser Aussage traf Bengt Bergt anscheinend die Stimmung auf dem Rathausplatz. „Wir Bürger müssen die Demokratie verteidigen“, forderte der SPD-Bundestagsabgeordnete. Das mag nach großer Parole klingen, aber nicht nur Bergt warnte davor, dass rechte Kreise diejenigen instrumentalisieren, die den Coronamaßnahmen skeptisch gegenüber stehen. „Wer auf diese Spaziergänge geht, der geht nicht mit Nazis, der geht für Nazis“, betonte Bergt.

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Stefan Weber, der für die SPD im Kieler Landtag sitzt, hatte einige Tage zuvor "eine der schwersten Entscheidungen der letzten fünf Jahre getroffen", als der Landtag für Schleswig-Holstein am Montag eine epidemische Lage feststellte. "Es gab Diskussionen, Fürsprecher und Gegner", wie in einem demokratischen Prozess üblich, erklärte Weber. Die Maßnahme diene dazu, die Demokratie zu schützen und diejenigen, die sich nicht impfen lassen können.

Bürgermeisterin offen für Diskussionen

Bürgervorsteher Henry Danielski stellte klar, dass er für die vielen Einwohner spreche, die am Freitagabend nicht zum Rathaus kommen konnten oder mochten. „Wir müssen ein Zeichen setzen“, befand Danielski. Seine Partei, die CDU, war als Organisation bei dieser Demo ebenso sichtbar vertreten wie die Sozialdemokraten, andere Gruppen waren ohne Kennzeichen, aber mit Vertretern dabei.

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Auf die Vielfalt im Namen des Bündnisses wies Bürgermeisterin Ulrike Schmidt hin. Sie lud ein, mit Skepsis gegen Coronamaßnahmen zu ihr zu kommen und zu diskutieren.

„Wir alle sind müde inzwischen“, langandauernde und immer wieder neue Maßnahmen zehrten, das stellte auch die Organisatorin der Demo in ihrer Rede fest. „Aber das ist kein Grund, mit von rechts inspirierten Leuten auf die Straße zu gehen.“ Die verfolgten ganz andere Zwecke, das sah auch der Bundestagsabgeordnete Bergt so. Nazis und Demokratiefeinde träten auf „ganz egal wogegen – sie wollen dagegen sein“, als Beispiel nannte er neben dem aktuellen Thema Corona die Migrationsdiskussion der vergangenen Jahre.

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„Wir Bürger müssen die Demokratie verteidigen“, forderte Bergt. Am Freitag kamen dafür in Henstedt-Ulzburg 212 Menschen zusammen, in der kommenden Woche wollen sich weitere am Rathaus in Norderstedt treffen.

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