Bornhöved

Panzerknacker-Pastorin und Mauerpaten wollen Vicelin-Kirche retten

Den Talar gegen das Panzerknacker-Kostüm eingetauscht hatte Pastorin Ulrike Egener, um Spenden zum Ausgleich von Einbruchsschäden an der Bornhöveder Vicelin-Kirche zu sammeln, und so "die Berufsehre" echter Panzerknacker wiederherzustellen. Egener: "Man klaut nicht in der Kirche."

Den Talar gegen das Panzerknacker-Kostüm eingetauscht hatte Pastorin Ulrike Egener, um Spenden zum Ausgleich von Einbruchsschäden an der Bornhöveder Vicelin-Kirche zu sammeln, und so "die Berufsehre" echter Panzerknacker wiederherzustellen. Egener: "Man klaut nicht in der Kirche."

Bornhöved. Maskierte im Ganoven-Outfit sammeln Spenden zur „Wiederherstellung der Berufsehre“? In Bornhöved war das leibhaftig zu beobachten: Die Panzerknacker waren da, um Geld für die Vicelin-Kirche zu sammeln – und so einen Ausgleich zu schaffen für die Folgen eines Einbruchs in das altehrwürdige Gebäude, das in einer langen Sanierungsphase steckt.

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Entsprechend ist die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde auf umfangreiche finanzielle Unterstützung angewiesen. Die gibt es auch, sei es von der Denkmalschutz-Stiftung, aus Bundesmitteln oder selbst aus der Spendendose. In die hatten Langfinger hineingegriffen – und sie dabei obendrein kaputt gemacht.

Gleich zwei Einbrüche in die Bornhöveder Kirche

Rückblende: Im Juni war in die Bornhöveder Kirche eingebrochen und Spendengeld für die Kirchensanierung gestohlen worden. Einige hundert Euro dürften sich in der kunstvoll geschaffenen Spendenbox – einem Modell der Vicelin-Kirche - befunden haben.

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Diese Spenden-Kirche wurde von Kurt Jürs aus Bornhöved gebaut und im Juni 2021 von Dieben aufgebrochen.

Diese Spenden-Kirche wurde von Kurt Jürs aus Bornhöved gebaut und im Juni 2021 von Dieben aufgebrochen.

Ende Oktober gab es einen zweiten Diebstahlsversuch. „Da die Spendendose für die Sanierung nun nach jedem Gottesdienst und jeder Amtshandlung entleert wird, wurden beim zweiten Einbruch Inventar der Kirche, wie das alte Kruzifix, die Spendendose in Kirchenform und ein Gesangbuchwagen beschädigt oder zerstört“, erklärt Pastorin Ulrike Egener.

„Man klaut kein Geld in der Kirche“

Sie selbst und Christa Hinrichs schlüpften in viel Aufmerksamkeit erregende Panzerknacker-Kostüme und hielten viele nasskalte Stunden auf dem Bornhöveder Edeka-Parkplatz aus, versorgt von Marktleiter Thomas Gothmann mit wärmenden Getränken und Goldtalern, die sie an große und kleine Kinder verschenken konnten.

Warum die Kostümierung im Outfit der Spitzbuben aus den Walt Disney-Comics? „Man klaut kein Geld in der Kirche. Das geht gegen die Berufsehre der Panzerknacker, die mit ihrer Aktion diese Ehre wieder herstellen wollten“, so Ulrike Egener mit einem ernsten Lächeln und einem verschmitzten Augenzwinkern. Die gesammelten Spenden sind dazu gedacht, den zuletzt angerichteten Sachschaden zu bereinigen. 427 Euro kamen zusammen und wurden auf 500 Euro aufgerundet.

Panzerknacker-Aktion Auftakt zur Patenschafts-Projekt

Gleichzeitig war die Aktion der Auftakt zu einer neuen Unterstützer-Idee der Kirchengemeinde Bornhöved, die zur Sanierung und zum Erhalt der Kirche Patenschaften für bestimmte Turm- und Mauerteile anbietet. Ein bisschen launig klingt es aber schon, wenn sie nach „Paten für eine alte Dame“ sucht. Tatsächlich hat die Vicelin-Kirche schon ein paar Jahrhunderte auf dem Buckel, soll 1149 von Bischof Vicelin selbst geweiht worden sein und hatte bis ins 19. Jahrhundert einen abseits stehenden hölzernen Glockentum, den dann der neben dem Feldsteinbau der Kirche auffällig andersartige Backstein-Turm ablöste.

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Viel Stückwerk hat es über die Jahrhunderte an der Bornhöveder Feldsteinkirche mit Backsteinturm gegeben. Alle Gebäudeteile bedürfen der Sanierung, die unter anderem durch das Patenschafts-Projekt gefördert werden soll.

Viel Stückwerk hat es über die Jahrhunderte an der Bornhöveder Feldsteinkirche mit Backsteinturm gegeben. Alle Gebäudeteile bedürfen der Sanierung, die unter anderem durch das Patenschafts-Projekt gefördert werden soll.

Wer als Patin oder Pate das 1,6 Millionen Euro-Bauvorhabenunterstützen möchte, kann seine Patenschaft dauerhaft oder mit einer einmaligen Zuwendung zum Ausdruck bringen. So kann man zum Beispiel Patin oder Pate für ein Stück der Mauer oder für eine Etage des Turms werden. Der besteht aus dem Erdgeschoss sowie vier Obergeschossen und dem Turmhelm.

Als Mauerpate das eigene Dorf vertreten

Beim Mauerwerk kann man sich daran orientieren, aus welchem Dorf der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde man kommt. So ist die zum Kirchrasen weisende Südseite für die Dörfer Rendswühren, Ruhwinkel, Kalübbe, Schönböken, Tensfeld und Damsdorf vorgesehen, die Nordseite für Stocksee, Belau und Vierhusen, Schmalensee, Daldorf, Gönnebek und Tarbek. Bornhöved ist die Ostseite, also die Rückwand des Altarraums vorbehalten. Ein wenig erinnert diese Einteilung an die früher im hohen Kirchenschiff angeordneten Plätze – parterre und auf sogenannten Böden darüber – für die einzelnen Dorfschaften.

Alle Paten werden mit einer Urkunde ausgestattet und auf einer Patenschaftstafel im Kirchraum verewigt. Unter www.kirchengemeinde-bornhoeved.de gibt es weitere Informationen zu dem Projekt, dass auch und gerade in der Weihnachtszeit mit einem weiteren Plus aufwarten kann - man kann eine Mauerpatenschaft ja auch verschenken.

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