Solidarische Landwirtschaft

Regional, bio und fair produziert: In Strukdorf wird die Ernte geteilt

Neue Solidarische Landwirtschaft 4 Jahreszeiten in Strukdorf. Unter Vlies wachsen schon die Mairübchen und Spinat, zeigen die Gärtner Britta Hädicke und Kristof Kühl.

Neue Solidarische Landwirtschaft 4 Jahreszeiten in Strukdorf. Unter Vlies wachsen schon die Mairübchen und Spinat, zeigen die Gärtner Britta Hädicke und Kristof Kühl.

Strukdorf. Harald Janocha und Martina Wolf nehmen am Acker in Strukdorf die erste Ernte entgegen: Salat, Spinat, Rauke, etwas Schnittlauch frisch vom Feld. „So frisch gibt’s das in keinem Supermarkt“, sagt Kristof Kühl, Gärtner der neuen Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) „4 Jahreszeiten“. Janocha und Wolf aus Weede haben einen Anteil an der Solawi gekauft. Für einen monatlichen Festbetrag bekommen sie nun jede Woche frisches Gemüse.

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„Wir hatten davon gelesen und sind sofort eingestiegen“, erzählt Harald Janocha. Gemüse spiele eine große Rolle in ihrer Ernährung. Und hier wüssten sie, wo die Produkte herkommen. Auf dem drei Hektar großen Acker in Strukdorf wird nach Biostandard angebaut. Es ist die erste Saison, das Wetter im Frühjahr mit Sturm und Starkregen war eine Herausforderung gewesen für Gärtner Kühl und seine Kollegin Britta Hädicke. Deshalb fällt die erste Ernte an diesem Tag etwas bescheiden aus. Noch. „Das wird mehr“, ist Janocha überzeugt.

Ernte teilen in der Solidarischen Landwirtschaft in Strukdorf

Vier Kisten bringt das Paar aus Weede an diesem Tag nach Bad Segeberg ins Depot, wo sich zwölf weitere Mitglieder aus dem Umkreis ihren Ernteanteil abwiegen und abholen können. So muss nicht jeder nach Strukdorf fahren. „Wir wechseln uns mit dem Abholen ab“, erklärt Martina Wolf. Auch das bedeutet solidarische Landwirtschaft.

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Martina Wolf und Harald Janocha aus Weede holen in Strukdorf die Ernte für das Depot in Bad Segeberg ab. Dort können sich die Solawi-Mitglieder ihren Anteil abwiegen.

Martina Wolf und Harald Janocha aus Weede holen in Strukdorf die Ernte für das Depot in Bad Segeberg ab. Dort können sich die Solawi-Mitglieder ihren Anteil abwiegen.

Bei der Solawi wird die Ernte unter den Mitgliedern geteilt, dafür zahlen diese monatlich einen festen Beitrag, mit dem die Kosten des Betriebs gedeckt werden. Die Gärtner können für ihre Arbeit fair bezahlt werden ohne abhängig zu sein vom Lebensmittelhandel. „Ich habe in einem Demeter-Betrieb gelernt“, sagt Gärtnerin Britta Hädicke. Selbst bei der Belieferung von Bioläden würden viele Produkte aussortiert – weil der Sommer zu kalt war für die produzierten Wassermelonen oder die Möhren zu krumm seien für den Handel. „Da tut das Gärtnerherz weh. Die schmecken ja genauso gut.“

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Die Lebensmittelherstellung sei eine der wichtigsten Aufgaben, findet Lars Zieren, Mitbegründer der neuen Solawi in Strukdorf. Aber viele Konsumenten hätten den Bezug dazu verloren, es gebe wenig Wertschätzung für die Produzenten. Bei der solidarischen Landwirtschaft soll das anders sein. Die Mitglieder können auf dem Acker mithelfen, sie kennen ihre Produzenten – und umgekehrt.

Solawi: Wertschätzung für Lebensmittel und faire Bezahlung

Zieren sitzt im Hauptjob viel am Schreibtisch als Sachverständiger, bei der Solawi in Strukdorf ist er der „Hausmeister“ auf 450 Euro-Basis. Er hilft auf dem Acker mit, baut am neuen Unterstand mit Depot und Lager am Feld und übernimmt die Mitgliederverwaltung. 110 verkaufte volle Anteile braucht die Solawi 4 Jahreszeiten, um kostendeckend zu wirtschaften. Ein großer Anteil ist für 90 Euro zu haben, der kleine kostet die Hälfte. 85 sind bereits vergeben.

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Ziel ist es, den Mitgliedern das ganze Jahr über wöchentlich frisches Gemüse zu liefern, sagt Gärtner Kühl. Der 45-Jährige hat sechs Jahre lang bei der Solawi am Kattendorfer Hof mit mehreren 100 Mitgliedern gearbeitet in der Gemüseproduktion. Er hat einen genauen Anbauplan, damit jede Woche etwas auf den Teller kommt für die Mitglieder der Solawi in Strukdorf.

Unter Vliesbahnen wächst schon das Gemüse für die nächsten Wochen heran: Fenchel, Spinat, Mairübchen, Radieschen. Und am Feld stehen bereits mehr als ein Dutzend Kisten mit neuen Setzlingen bereit, die in die Erde müssen: Zwiebeln und Kohlrabi. „Die Anzucht wollen wir im nächsten Jahr aber auch selbst machen“, sagt Hädicke.

Regionales Gemüse das ganze Jahr für Solawi-Mitglieder

Im Folientunnel wird auch schon der Boden gelockert für den Anbau von Tomaten und Paprika. 50 Kulturen sollen über das Jahr verteilt wachsen in Strukdorf. Im Sommer etwa stehen Rote Bete, Blumen- und Spitzkohl, Möhren, Brokkoli, Gurken, Porree, Zucchini, Bohnen, aber auch Kräuter auf dem Ernteplan.

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In den kommenden Jahren soll das Angebot noch erweitert werden. Rhabarber etwa müsse zunächst ein Jahr stehen, bevor geerntet werden könne. Auch Beerenfrüchte sollen in Zukunft folgen. Außerdem planen Kühl und Hädicke Wassermelonen anzubauen - zunächst testweise, um mit verschiedenen Sorten zu experimentieren.

Die Solawi ist als Verein organisiert, Kühl und Zieren gehören zum geschäftsführenden Vorstand. Auf der Homepage Solawi4Jahreszeiten.org gibt es weitere Informationen, auch zur Mitgliedschaft.

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