Streuobstwiese für den Klimaschutz

Schüler in Bad Segeberg pflanzen 100 Obstbäume

Rund einhundert Schüler aller Schulen und Kitas der Stadt pflanzten eine neue Streuobstwiese. Emsig griffen sie zu Spaten und Schaufel, um die Pflanzlöcher auszuheben.

Rund einhundert Schüler aller Schulen und Kitas der Stadt pflanzten eine neue Streuobstwiese. Emsig griffen sie zu Spaten und Schaufel, um die Pflanzlöcher auszuheben.

Bad Segeberg. Einen "Tag mit besonderem Stundenanfall" gab es für die Schülerinnen und Schüler der Bad Segeberger Schulen. Ein Fachterminus, der meint, dass die Schüler sich zwischen 8.30 Uhr und 13.30 Uhr nicht für ein Projekt in den Klassenräumen aufhielten, wie Dr. Thilo Philipp, Leiter der Gemeinschaftschule am Seminarweg, erklärte. Stattdessen machten sie etwas Besonderes: Sie legten eine Streuobstwiese nahe des Ihlsees an.

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Die Idee entstand zu Jahresbeginn im monatlich tagenden „Klimarat der Schulen“. Geplant hatte eine Projektgruppe von Schülern der Dahlmannschule und des Städtischen Gymnasiums zusammen mit dem Klimaschutzmanager der Stadt, Ben Colin Matthies, und dem beauftragten Büro „minc“. Anton Mikoleit, Faciliator beim „Thinktank“ minc, begleitete das Projekt.

Schüler legen Streuobstwiese am Ihlsee in Bad Segeberg an

Auch Bad Segebergs Bürgermeister Toni Köppen war von Anfang an von dem Projekt begeistert und gab sein Okay für die Anlage der Streuobstwiese auf einer städtischen Fläche: rund 1,4 Hektar am oberen Waldweg am Ihlsee neben der Reitanlage. Dort hat auch Grünen-Stadtvertreter Dr. Henning Vollert, Pächter der Fläche, bereits einige Obstbäume gepflanzt. Dass nun weitere Bäume dazu kommen, freute ihn.

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Als Erster griff Rektor Dr. Thilo Philipp zum Spaten. Lange bevor die meisten der rund einhundert Schüler am Freitag eingetroffen waren, hatte er schon mit seinen Mitstreitern ein tiefes Pflanzloch gebuddelt und dabei die Bodenstruktur erläutert: „Wir müssen durch die Humusschicht durch, dann die Klemmschicht durchstoßen und endlich den für die Gegend typischen Hasensand auflockern“, erklärte er seinen Schülern.

Rektor Dr. Thilo Philipp von der Gemeinschaftsschule am Seminarweg, griff als erster zu Spaten und Schaufel.

Rektor Dr. Thilo Philipp von der Gemeinschaftsschule am Seminarweg, griff als erster zu Spaten und Schaufel.

Die Wurzelballen der etwa siebenjährigen Hochstämme mussten dann aufgelockert und in der richtigen Höhe eingesetzt werden. Danach wurde die ausgehobene Erde wieder eingesetzt, ein Gießrand geformt und ordentlich gewässert. Dazu hatte der Bauhof der Stadt einen Anhänger mit tausend Liter Wasser bereitgestellt.

100 alte Obstbäume für den Klimaschutz in Bad Segeberg

Philipp ist froh, dass er mit der Kollegin Annemarie Gleßmann für die 7. Klassenstufe eine Kollegin gefunden hat, die im Wahlpflichtunterricht Verbraucherbildung solch wichtige Themen, wie Nachhaltigkeit, aber auch Haushaltsführung betreut.

Rund einhundert Kinder und Jugendliche aller Schulen und Kitas der Stadt pflanzten am Freitag eine neue Streuobstwiese.

Rund einhundert Kinder und Jugendliche aller Schulen und Kitas der Stadt pflanzten am Freitag eine neue Streuobstwiese.

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Die Fläche, auf der 100 neue Hochstamm-Obstbäume von den Schülern gepflanzt wurden, gehört zu einem rund sieben Hektar großen Verbund von Ausgleichsflächen, die vom oberen Waldweg bis zur Trave reichen. Diese werden grundsätzlich nicht gedüngt und nur extensiv genutzt. Bezahlt wurden die 100 alten Obstbaumsorten aus einer Pinneberger Baumschule aus Mitteln des Klimaschutzes der Stadt und der Schulen.

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Nach der Einteilung in Gruppen, in denen jeweils ein oder zwei ältere Schüler ihre jüngeren Mitarbeiter bis hin zu den Kita-Kindern anleiteten, ging das große Gebuddel los. Viele Schüler wollten sich einen persönlichen Baum aussuchen, den sie auch in Zukunft betreuen wollten. Zum Abschluss bekamen alle Bäume noch einen Stammschutz gegen das Benagen durch Wild. „Da kommt aber noch ein kleiner Zaun drum“, versicherte Klimaschutzmanager Ben Colin Matthies.

Schüler übergeben Klimameilen an Klimaschutzmanager

Matthies wurden gleichzeitig von den verschiedenen Schulen, Kitas und Horten „Klimameilen“ überreicht. Diese Meilen konnten die Kinder verdienen, in dem sie zum Beispiel zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule gefahren waren, statt sich mit dem Elterntaxi bringen zu lassen. So brachten die Kitas der Stadt insgesamt über 1000 Meilen zusammen.

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Klimaschutzmanager Ben Colin Matthies freute sich über die einhundert Fruchtbäume.

Klimaschutzmanager Ben Colin Matthies freute sich über die einhundert Fruchtbäume.

Schüler Arda (11) von der Klasse 4b der Theodor Storm Schule konnte allein für seine Klasse 320 Meilen an Ben Colin Matthies übergeben. Alle angehäuften Klimameilen werden gesammelt und symbolisch an das Klimabündnis gemeldet, das diese im November bei der UN-Konferenz in Sharm el-Sheikh überreichen wird.

Die Stadt Bad Segeberg hat jedoch ganz real rund 100 alte Obstbäume mehr. Ein Grund für die Schulen, auch in Zukunft „Tage mit besonderem Stundenanfall“ auszurichten – sei es zum Apfelsaftpressen, Dörrpflaumen herstellen oder auch nur zum Kirschen pflücken.

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