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Segeberger ABC-Zug: Hilfe im Ahrtal, See gerettet und Tote geborgen

Im April hatte der ABC-Zug geholfen, als Gülle von einem landwirtschaftlichen Betrieb in Goldenbek drohte, in Richtung Wardersee zu fließen. Er hatte zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Segeberg eine Schwimmbarriere gebaut, und dann ein Wehr an einer Brücke über die Goldenbek.

Im April hatte der ABC-Zug geholfen, als Gülle von einem landwirtschaftlichen Betrieb in Goldenbek drohte, in Richtung Wardersee zu fließen. Er hatte zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Segeberg eine Schwimmbarriere gebaut, und dann ein Wehr an einer Brücke über die Goldenbek.

Kreis Segeberg. Die Coronazeit hat auch dem ABC-Zug der Kreisfeuerwehr Segeberg zugesetzt. Gut ein Jahr lang hatte bis Frühling 2021 nicht geübt werden können. Ein Höhepunkt der Arbeit in diesem Jahr war ein Einsatz im Flutgebiet Ahrtal gewesen.

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Denn der ABC-Zug Kreis Segeberg (Löschzug-Gefahrgut) unterstützt nicht nur die Feuerwehren im Kreis Segeberg bei Einsatzlagen mit atomaren, biologischen und chemischen Gefahren. Er hilft auch im Katastrophen- und Zivilschutz.

Im ABC-Zug arbeiten 57 Segeberger Feuerwehrleute mit

Die Spezialeinheit bietet komplette Einsatzstellenhygiene, Brauchwasserbereitstellung, Atemschutzgeräteträger, Dekontaminationsanlagen und Ersatzkleidung.

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Zugführer Christoph Bock bedankte sich in seinem Zwei-Jahres-Bericht für die Einsatzbereitschaft und Mitarbeit seiner 57 Feuerwehrkräfte. Leider seien nur drei Feuerwehrfrauen darunter.

ABC-Zug kennt sich mit atomaren, biologischen und chemischen Gefahren aus

Wegen der Coronakrise habe der ABC-Zug von März 2020 bis Mai 2021 nicht üben können, danach wieder stufenweise ein Konzept für mehr Präsenz entwickelt.

Trotz aller Probleme hatten die Kameraden 34 Lehrgänge auf Kreisebene und 21 Lehrgänge auf Landesebene besucht, berichtete Stellvertreter Björn Broers. Es ging etwa um Kenntnisse um biologische und chemische Gefahrstoffe, die ein normaler Feuerwehrmann haben muss, um voll einsetzbares Mitglied des Zuges zu werden.

ABC-Zug hat 20 Einsätze pro Jahr – und manchmal Tote zu bergen

„Jeder Feuerwehrmann aus dem Kreis kann bei uns anfangen“, warb Christoph Bock. „Es gehört aber viel Engagement und auch ein wenig Verrücktsein dazu.“ Etwa 20 Einsätze gebe es pro Jahr zu bewältigen. Oft werde der Polizei technische Hilfe geleistet, sind ausgelaufene Betriebsstoffe oder ätzende Flüssigkeiten wie Salpetersäure aufzufangen und zu beseitigen.

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Belastend, so Bock, seien zwei Fälle gewesen, bei denen Menschen tot aus einem Pkw geborgen werden mussten. Eher Routine sei die Hilfe für den Kreis Segeberg beim Aufbau der Corona-Impfzentren und das nachfolgende Einlagern der Einsatzmittel gewesen.

Höhepunkt für ABC-Zug war Hilfe im Ahrtal

Ein Höhepunkt sei die Hilfe im Ahrtal gewesen, in dem eine Flutwelle verheerende Schäden angerichtet hatte. Björn Fortak, Alexander Kasch und Daniel Sander berichteten über ihre Eindrücke. Zwei Wochen lang waren sie zusammen mit 16 Kameraden dort gewesen. Fortak war nur zwei Stunden vor Abfahrt alarmiert worden.

Das Segeberger Team reinigte in Windhagen mit seinem Dekontaminations-Lkw Fahrzeuge, Gerät und Kameraden, die aus dem Schlammeinsatz kamen, und brachte Trinkwasser ins Einsatzgebiet. Geschlafen wurde auf Feldbetten in der örtlichen „Tanzhalle“.

Chaos im Ahrtal legte sich schnell für ABC-Zug

„Zuerst war Chaos“, berichtete Alexander Kasch. „Dann hat es sich aber schnell eingespielt.“ Oft mussten sie auch Seelsorger bei ihren Kameraden spielen, die erschüttert von den Eindrücken vom Einsatz kamen. Alle drei und auch Lkw-Fahrer Markus Leyk seien jederzeit wieder bereit zu solchen oder ähnlichen Einsätzen.

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Einen Nachschlag haben sie schon erledigt: Zurück vom Einsatz hatten sie gebrauchte Feuerwehr-Einsatzkleidung gesammelt und per Lkw den Kameraden ins Ahrtal gebracht, die ja ebenfalls nicht von der Flut verschont geblieben waren.

Ehrungen für ABC-Zug-Mitglieder

Während der Versammlung in der Kreisfeuerwehrzentrale in Bad Segeberg wurde Jens „Spencer“ Finnern, der auch Amtswehrführer in Leezen ist, von Landrat Jan Peter Schröder und Kreisbrandmeister Jorg Nero für 40 Jahre aktiven Dienst im ABC-Zug geehrt. Außerdem wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Der stellvertretende Zugführer Björn Broers erhielt das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze.

„Man nennt ihn auch gern ’Die Mutter der Kompanie’“, sagte Nero, „das ist ein Beweis für das Vertrauen, dass er bei seinen Mitarbeitern genießt.“ Die quittierten die Ehrung mit langem Applaus.

ABC-Zug kann auf Lösung der Raumprobleme hoffen

Landrat Schröder versprach, sich auch zukünftig für weitere Ausrüstung und bessere Unterbringung einzusetzen. Das Schnelleinsatzzelt sei schon geliefert, zwei weitere Fahrzeuge in Beschaffung. Und um die Platzprobleme in der Kreisfeuerwehrzentrale zu lösen, habe die Kreisverwaltung gerade erst grünes Licht von der Kreispolitik bekommen, Lösungen zu suchen.

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Von den Problemen zeugten die in eine Ecke gequetschten Umkleideschränke der Kameraden. Und für die vielen Mitarbeiter stehen nur zwei Toiletten zur Verfügung.

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