Spektakel auf Kalkberg

Wie einst die Siegesburg zerstört wurde

Entschlossene Gesichter auf dem Kalkberg beim fiktiven Kampf gegen die Schweden: Gunnar Wriedt („Fanfarenspieler Gunnar“, von links), Uwe Krohn („Waffenschmied Jan Ove Cronenberg“), Jan-Hendrik Saggau („Schankwirt Theobald Pfirt“), Maren Jöns („Schneiderin Maren“), Jochen Saggau („Schlossvogt Hermann von Hatten“) und Nils Hinrichsen („Nicolaus Christoffel Börgensen“). Seit Oktober 2018 hat die Reenactment-Gruppe die Darstellung des Siegesburg-Endes vorbereitet.

Entschlossene Gesichter auf dem Kalkberg beim fiktiven Kampf gegen die Schweden: Gunnar Wriedt („Fanfarenspieler Gunnar“, von links), Uwe Krohn („Waffenschmied Jan Ove Cronenberg“), Jan-Hendrik Saggau („Schankwirt Theobald Pfirt“), Maren Jöns („Schneiderin Maren“), Jochen Saggau („Schlossvogt Hermann von Hatten“) und Nils Hinrichsen („Nicolaus Christoffel Börgensen“). Seit Oktober 2018 hat die Reenactment-Gruppe die Darstellung des Siegesburg-Endes vorbereitet.

Bad Segeberg. Sogar Petrus half bei der detailverliebten Inszenierung mit. Die düsteren Wolken über dem Berg trugen zur unheilvollen Stimmung bei. Um 15 Uhr begann das Schauspiel auf dem Berggipfel – beobachtet von mehreren Dutzend Zuschauern auf dem Karl-May-Platz. Wildes Geschrei erklang, als das schwedische Heer in Sichtweite kam. Klirrende Degen. Hilferufe, zorniges Gebrüll. „Feuer! Die Burg brennt!“ Wenig später wummerte eine Vielzahl dumpfer Explosionen über das Gelände, als das Feuer das Pulverlager erreichte. Rauch stieg auf.

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16000 Schweden verwüsteten damals das Land

Die Gruppe um Museumsleiter Nils Hinrichsen in der Rolle des Nicolaus Christoffel Börgensen zeigte, dass den Menschen damals auf der Burg nur eines übrig geblieben war: das brennende und berstende Bauwerk schleunigst zu verlassen. Immerhin konnten sie die Fahne der Schnapphähne retten – jener Freischärlergruppe, die dem schwedischen Heer entgegentrat, das mit 16 000 Mann aus Böhmen herübergekommen war. Nach einem Marsch samt Trommelklängen vorbei am Kleinen Segeberger See übergaben die Schnapphähne die Fahne an die Stadtoberen. Bürgervorsteherin Monika Saggau (im schicken Kostüm) und stellvertretender Bürgermeister Heino Pfeiffer (mit Amtskette) spielten gern und routiniert mit.

Fast ein Jahr Vorbereitung für den großen Tag

Seit Oktober vergangenen Jahres haben Hinrichsen und seine Mitstreiter diesen Tag vorbereitet. Hinrichsen gab den Zuschauern vor dem Rathaus zudem einen Überblick über das historische Geschehen und erwähnte, dass die Burg in jenen Tagen weitgehend entvölkert war. Zwei gefangene Schnapphähne hatten den Schweden unter Folter allerdings verraten, dass ihr Kommandeur in der Burg sitzt. Daraufhin wurde das Bauwerk zerstört. „Wenn die Schnapphähne gewonnen hätten, wäre es eine völlig andere Stadt“, sagte Hinrichsen. „Vermutlich gäbe es heute Ritterspiele auf der Burgruine.“

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Viele Helfer machten das Spektakel möglich

Unterstützt wurde die Gruppe von der Stadtverwaltung, der Unteren Naturschutzbehörde, den Böllerschützen der Stadtvogelschützengilde, Polizei, Feuerwehr, diversen Einzelpersonen und auch der Segeberger Zeitung. Vor allem die Gruppe der Michaeliter brachte sich stark ein. Die historisch versierten Enthusiasten kamen mit ihrer Burgundergarde, die zunächst als Stadtwache den Kalkberg für Spaziergänger sperrte und vor dem Rathaus unter der launigen Moderation von „Hauptmann“ Florian Baier zeigte, mit welch brutalen Waffen und Taktiken im 17. Jahrhundert gekämpft wurde: nämlich mit Rapier und Hellebarde.

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