Norwegische Post wirbt mit schwulem Weihnachtsmann

Eine Szene aus dem Weihnachtswerbespot der Norwegischen Post.

Eine Szene aus dem Weihnachtswerbespot der Norwegischen Post.

Während viele großen Konzerne das Jahr über in ihren Werbeclips meist ihre Produkte anpreisen, zeigt Werbung zur Weihnachtszeit oftmals traditionell Herz. Im vergangenen Jahr sorgte beispielsweise Edeka mit dem Weihnachtswerbespot über den griesgrämigen Herrn Schmidt für Aufsehen.

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In diesem Jahr dürfte die norwegische Post den bisher schönsten Weihnachtswerbespot produziert haben – zumindest gibt es in den sozialen Netzwerken aktuell viel Aufmerksamkeit für die berührende Geschichte aus Norwegen.

Denn: Die Post des Landes nahm die anstehenden Festtage zum Anlass, dem Weihnachtsmann eine Liebesgeschichte auf den Leib zu dichten. In „When Harry met Santa“ ist der Weihnachtsmann schwul und findet während seiner Geschenke-Auslieferungstätigkeit die Liebe seines Lebens – ein Plädoyer für die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Liebe.

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Darum geht es im norwegischen Spot „When Harry met Santa“

In dem vierminütigen Clip ist das allerdings nicht sofort zu erkennen: Zunächst sieht man einen offenbar allein lebenden Mann, der mit seiner Schwester und Nichte die Kirche besucht und das Festessen an Weihnachten im Kreise der Familie verbringt.

Bei der Beschwerung überrascht den Mann der Weihnachtsmann. Die beiden haben Blickkontakt. Harry verliebt sich. An den darauffolgenden Weihnachten kommen sich Harry und der Weihnachtsmann näher, jedoch immer nur kurz, meist nicht länger als ein paar Stunden am Weihnachtsabend. Denn der Weihnachtsmann hat viel zu tun, er muss Geschenke ausliefern.

Weihnachtswerbespot der Norwegischen Post

Der Weihnachtswerbespot der norwegischen Post.

Ein paar Jahre später hat Harry nur noch einen Wunsch. „All I want for Christmas is you“, schreibt er auf seinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann, in einem Briefumschlag, den er an den Nordpol adressiert.

So kommt die norwegische Post ins Spiel

Und da kommt die norwegische Post ins Spiel. Es klingelt an der Tür und eine Zustellerin bringt am folgenden Weihnachtstag Geschenke. Erst wirkt es, als würden sich Harry und der Weihnachtsmann in diesem Jahr nicht begegnen können. Doch dann steht der Weihnachtsmann in Harrys Wohnzimmer und erklärt ihm, dass er sich Unterstützung beschafft hat (die norwegische Post, die nun seine Geschenke für ihn ausliefert). Es folgt ein langer Kuss und damit das Happy End der Weihnachtsgeschichte.

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Am Schluss macht noch eine Einblendung darauf aufmerksam, dass Norwegen 2022 feiert, dass man dort seit 50 Jahren auch offiziell lieben darf, wen man will.

Video erfolgreich auf Youtube

Das Video hat auf Youtube mittlerweile 1,5 Millionen Aufrufe. In den sozialen Netzwerken kommt es gut an: „Ein Video, in dem sich der Weihnachtsmann in einen Mann verliebt, mit dem Norwegen feiert, dass Homosexualität nicht mehr strafbar ist, mit englischen Untertiteln. Großartig“, schreibt eine Twitter-Nutzerin. „Ich glaub, ich hab’ da was im Auge. So herzerwärmend“, kommentiert ein anderer Twitter-Nutzer.

„Abgesehen davon, dass es einfach wunderschön ist und ich es immer wieder gucken könnte: Das ist auch ein super Beispiel dafür, wie sich Unternehmen queerfreundlich positionieren können“, meint Twitter-Nutzerin Elea Brandt. Und eine andere Nutzerin postet: „In einem Monat ist Heiligabend. Zeit für den vielleicht romantischsten Weihnachtskurzfilm aller Zeiten!“ und teilt den Clip mit dem Hashtag „Loveislove.“

Norwegen feiert Entkriminalisierung der Homosexualität

Am 1. März 2022 jährt sich in dem skandinavischen Land zum 50. Mal die Entkriminalisierung der Homosexualität: „Als Unternehmen leben wir Vielfalt und möchten den 50. Jahrestag mit dieser schönen Liebesgeschichte feiern“, sagte Monica Solberg, Marketingdirektorin der norwegischen Post, in einem Interview.

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Die Weihnachtsgeschichte über Harry und den schwulen Weihnachtsmann ist nicht das erste kreative Weihnachtswerbevideo der norwegischen Post: 2019 wurde die Weihnachtsgeschichte nacherzählt und dabei angedeutet, dass der Vater von Jesus Christus ein reisender Briefträger war. 2020 war der Weihnachtsmann ein wütender weißer Mann mit einer auffallenden Ähnlichkeit mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Der Titel des diesjährigen Werbespots ist eine Referenz zum 1989 erschienen Liebesfilm „When Harry met Sally.“

RND/sop

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