Fusion der Hauptprogramme?

ZDF-Chef widerspricht Tom Buhrow: „Ich teile seine Skepsis nicht“

ZDF-Intendant Norbert Himmler.

ZDF-Intendant Norbert Himmler.

Nach den öffentlichen Gedankenspielen des ARD-Vorsitzenden und WDR-Intendanten Tom Buhrow zu einer möglichen Fusion von ARD und ZDF hat ZDF-Intendant Norbert Himmler Widerspruch eingelegt. „Wir beim ZDF sind offen und bereit für eine grundsätzliche Debatte und scheuen keinen Vergleich der Systeme“, sagte er bei einem Pressegespräch in Berlin. „Ich teile aber nicht die pauschale Skepsis des ARD-Vorsitzenden in Bezug auf die Reformfähigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als Ganzes.“ Auch nehme er die deutsche Medienpolitik als „beweglicher“ wahr, als Buhrow das in seiner Rede am Mittwochabend getan habe.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das ZDF habe in den vergangenen Jahren bewiesen, dass es erfolgreich Reformen umsetzen könne und sich ohne zusätzliche Mittel auf die neue Medienwelt eingestellt habe. „Wir sind immer lern- und veränderungsfähig.“ Der Entwurf für den neuen Medienstaatsvertrag gebe ARD und ZDF die Möglichkeit, sich „flexibel und eigenverantwortlich“ weiterzuentwickeln. Zudem stärke der neue Auftrag die Position der Gremien bei der Überprüfung der Programmqualität. Im Klartext: Eine Fusion beider Sender hält Himmler nicht für notwendig.

Das Stream-Team

Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix & Co. – jeden Monat neu.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

„Zur Qualität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat auch der publizistische Wettbewerb zwischen ARD und ZDF beigetragen.“ Dies solle auch in Zukunft gelten. Himmler wies zudem darauf hin, dass das ZDF mit seinem Hauptprogramm und den beiden Digitalschwestern ZDFneo und ZDFinfo bereits sehr „schlank und effizient“ arbeite. Die ARD unterhält neben dem Gemeinschaftsprogramm Das Erste neun lineare Dritte Programme sowie Tagesschau 24, One und ARD Alpha.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Vorgänge um die frühere RBB-Intendantin Patricia Schlesinger sowie „in Teilen auch beim NDR“ habe das Vertrauen der Zuschauerinnen und Zuschauer und die Glaubwürdigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks „beschädigt“, sagte Himmler. Er halte die Compliance-Regeln sowie die Qualität der Kontrollmechanismen beim ZDF für zukunftsfest. Dass einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich nicht an diese Regeln hielten, könne er aber nicht ausschließen. „Ich kann nicht für jeden die Hand ins Feuer legen. Und ich sage nicht, dass wir keine Fehler gemacht haben oder machen werden. Ich kann aber sagen, dass wir ein sehr modernes und funktionales System der Kontrolle beim ZDF haben.“

Mehr aus Medien

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen