TV-Kritik

Thriller „Der Feind meines Feindes“: allein gegen die Mafia

Klaus Burg (Hans Sigl) wird von der Mafia gejagt.

Klaus Burg (Hans Sigl) wird von der Mafia gejagt.

Deutschlands beliebtester Fernseharzt als Mafiajäger: „Bergdoktor“-Star Hans Sigl zeigte sich 2019 in dem Thriller „Flucht durchs Höllental“ von einer anderen Seite als gewohnt. Wegen des großen Erfolgs mit rund sieben Millionen Zuschauern und Zuschauerinnen schiebt das ZDF jetzt eine Fortsetzung hinterher, die ganz ähnlich gestrickt ist: „Der Feind meines Feindes“ (7. März, 20.15 Uhr, ZDF) ist ein zügig erzählter und malerisch bebilderter Film, in dem Sigl als Ex-Anwalt Klaus Burg erneut sein Leben und das seiner Tochter vor finsteren Mafiakillern schützen muss.

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Die Handlung knüpft ans Geschehen von „Höllental“ an: Seit einem Jahr sind Klaus Burg und seine Tochter Alina (Sofie Eifertinger, in „Höllental“ hatte noch Leonie Wesselow die Rolle gespielt) in einem abgelegenen Fischerdorf in Island untergetaucht, doch das Leben im Zeugenschutzprogramm ist für die 18-Jährige öde. Als Alina die Isolation nicht mehr aushält und ein Selfie an ihre beste Freundin schickt, ortet die ʹNdrangheta in Italien ihr Handy und sendet Killer nach Island. Der Film ist noch keine zehn Minuten alt, da werden Vater und Tochter schon aufgespürt und beschossen – nein, Durchhänger kennt „Der Feind meines Feindes“ kaum, der Thriller ist zwar nicht gerade atemberaubend, aber durchaus zügig erzählt.

Rettung in letzter Sekunde

In letzter Sekunde werden Vater und Tochter gerettet: Der italienische Milliardär Gabriel Morales (Oliver Mommsen) hat bewaffnete Söldner geschickt, um Klaus zu sich nach Turin zu holen. Angeblich ist er selbst ein erbitterter Mafiajäger und braucht die Hilfe des Ex-Anwalts, um den Geldfluss des organisierten Verbrechens auszutrocknen. Klaus ist skeptisch, nimmt die Einladung nach Italien aber an und verspricht seiner Tochter: „Ich bin in 48 Stunden zurück“ – man ahnt zu diesem Zeitpunkt schon, dass das nicht klappen wird.

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In Italien darf Klaus als Gast in der herrschaftlichen Villa von Morales wohnen. Die tollen Bilder des großartigen Anwesens und vor allem von der nordatlantischen Küstenlandschaft sind ein Pluspunkt des Films. Optisch ist der Thriller großes Kino, er greift aber bei seinen Stilmitteln tief in die Klischeekiste, vielleicht seine größte Schwäche. Vor allem die betagten Mafia-Capos, die in einer Szene zu einem schicksalsschweren Treffen zusammenkommen, entsprechen vorgestrigen Stereotypen, ebenso wie die Darstellung von Morales‘ Schwester Giulia (Katharina Nesytowa), einer eleganten Italienerin, die mit Grace-Kelly-Kopftuch, Sonnenbrille und Handschuhen ihr Cabrio um den Lago Maggiore lenkt.

Oliver Mommsen als zwielichtiger Typ

Klaus versorgt Morales mit den gewünschten Dokumenten und Daten, fragt sich dabei aber beunruhigt, ob er ihm trauen kann. Der Film von Regisseur Marcus O. Rosenmüller nach einem Drehbuch von Hans-Hinrich Koch streut geschickt Zweifel, was von Morales zu halten ist. Aber ist Oliver Mommsen für diese zwielichtig gemeinte Figur die ideale Besetzung? Mitte des Films stellt sich zwar heraus, dass Morales selber ein Mafiapate ist und bei der Cosa Nostra sein eigenes Süppchen kocht, aber gefährlich und böse wirkt der auf Sympathieträgerrollen abonnierte Mommsen zu keinem Zeitpunkt: Das ist schlecht für die Spannung, weil man nicht wirklich fürchtet, dass Klaus in Gefahr ist.

Gegen Ende spitzen sich die Ereignisse zu, wie es sich für einen Thriller gehört: Tochter Alina wird entführt, eine der Hauptfiguren bei einem Autobombenanschlag getötet. Nun beschließt Klaus, sich nicht länger auf die deutschen und italienischen Beamten zu verlassen, mit denen er in Kontakt steht, sondern die Sache in Allein-gegen-die-Mafia-Manier selbst in die Hand zu nehmen. Dabei greift er jedoch nicht zu Gewalt, sondern zu einem Trick – fast scheint es so, als wolle Hauptdarsteller Sigl seinen guten Bergdoktor-Ruf nicht ramponieren.

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„Der Feind meines Feindes“ läuft am Montag, 7. März, ab 20.15 Uhr im ZDF.

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