Schauspieler im Interview

TV-Kommissar Walter Sittler: „Ich finde, dass es zu viele Krimis gibt“

Der Schauspieler Walter Sittler.

Der Schauspieler Walter Sittler.

Walter Sittler kam 1952 als Sohn eines amerikanischen Literaturprofessors und einer deutschen Lehrerin in Chicago zur Welt, er war das jüngste von acht Kindern. 1958 zog die Familie nach Deutschland, Sittler wuchs vor allem in Internaten auf und begann schließlich ein Schauspielstudium in München. Einem größeren Publikum wurde er ab Mitte der 1990er-Jahre durch das Fernsehen bekannt, insbesondere an der Seite von Mariele Millowitsch in der Serie „girl friends“ sowie in der Sitcom „Nikola“. Zwischen 2007 und 2021 war Sittler später als Ermittler in der Krimireihe „Der Kommissar und das Meer“ zu sehen.

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Herr Sittler, die erfolgreiche Krimireihe „Der Kommissar und das Meer“, die auf Gotland spielte, wurde eingestellt. Warum eigentlich?

Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass sie eingestellt wird, aber ich verbinde mit dem Aus keine schlechten Gefühle. Mir wurde gesagt, dass es zu teuer wurde, weil das ganze Team immer nach Schweden fliegen musste und dort die ganze Zeit wohnte – und dass es an der Zeit sei, mal was Neues zu machen. Das verstehe ich auch. Wir haben 29 Filme gedreht, ich war 15 Jahre dort, wissen Sie: Da kann ich einfach nicht meckern.

Wie viel Schwedisch haben Sie in dieser Zeit gelernt?

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Nicht so wahnsinnig viel, weil ich ja ständig meinen deutschen Text auswendig lernen und sprechen musste, und mit den Kollegen habe ich Englisch geredet. Deshalb ist mein Schwedisch schwach. Aber ich würde schon klarkommen und könnte mir in einem Lokal etwas bestellen.

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Jetzt kehrt Robert Anders in einem Spin-off zurück: In „Der Kommissar und der See“ lebt er als Pensionär am Bodensee. Hauptsache, Wasser?

Ja, wir wollten unbedingt wieder Wasser in der Nähe haben. Es gibt schöne Bilder vom Bodensee, und vor diesem herrlichen Hintergrund kann man dann die Dramen ablaufen lassen, um die es bei uns geht – wir erzählen ja immer mehr das Drama als die Action. Ich gehe sehr gerne schwimmen und habe das auch bei den Dreharbeiten im Bodensee getan. Wir haben die erste Folge im vorigen Herbst gedreht, als es so wahnsinnig kalt war, aber Kälte macht mir nichts aus, es machte Spaß.

Sie selber werden im Dezember 70 Jahre alt. Wäre völliger Ruhestand für Sie denkbar?

Ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht, weil das Schöne an Film und Theater ja ist, dass man die älteren Herrschaften auch braucht. Sonst gäbe es ja keine Großeltern mehr. Das Einzige, was ich mir überlegt habe: Ich will ein bisschen weniger arbeiten als vorher, damit habe ich auch schon angefangen. Aber aufhören? Nein. Solange ich Anfragen bekomme, solange es interessante Geschichten gibt und die Leute das sehen wollen, mache ich weiter.

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Krimis machen mittlerweile die Hälfte des fiktionalen TV-Konsums aus. Wie stehen Sie zum Krimiboom?

Ich persönlich finde, dass es vielleicht zu viele Krimis gibt. Es gibt doch auch einen Haufen andere Geschichten zu erzählen. Aber die Krimis laufen eben sehr gut, und die öffentlich-rechtlichen Sender achten ja auch auf die Zuschauerzahlen. Ich bin gespannt, wie lange der Boom anhält. Prinzipiell wird der Krimi aber immer seinen Platz im Programm haben, denn der Nervenkitzel ist gegeben und der Unterhaltungswert groß. Und die meisten Krimis sind ja recht gut.

Für mich persönlich ist es wichtig, dass die Figuren nachvollziehbar sind und im echten Leben existieren könnten.

Walter Sittler

Sie sind ja selber gesellschaftlich sehr engagiert. Sind Krimis ein gutes Mittel, gesellschaftliche Probleme darzustellen?

Ja, wenn die Figuren in der Wirklichkeit verankert sind. Es gibt auch Krimis, in denen zum Beispiel Hamburg in Schutt und Asche gelegt wird, das ist dann unterhaltsam, aber hat nicht so viel mit der Wirklichkeit zu tun. Für mich persönlich ist es wichtig, dass die Figuren nachvollziehbar sind und im echten Leben existieren könnten und keine Haudraufs sind, die wahnsinnige Dinge tun. So etwas hat sicherlich seine Berechtigung, aber ich möchte dabei nicht mitspielen.

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Schauen Sie selber Kriminalfilme?

Ich spiele ja in welchen mit – und die schaue ich mir dann an. Und ab und zu, wenn mich ein Kollege anruft und sagt „Ich spiel da mit, schau dir das mal an“, dann schaue ich es mir an. Sonst sehe ich nicht so viele Krimis.

„Der Kommissar und der See“, Montag, 3. Oktober, 20.15 Uhr, ZDF

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