„Mehr Schmalz geht nicht“

„Wer wird Millionär?“-Kandidat begeistert mit Schlager und Liebeserklärung

Ein Lied für "Herrn Lauch" - Louis Pawellek verhaspelte sich beim Moderatoren-Namen und trällerte einen Schlager.

Ein Lied für "Herrn Lauch" - Louis Pawellek verhaspelte sich beim Moderatoren-Namen und trällerte einen Schlager.

Man soll ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen - diese Binsenweisheit galt auch für Louis Pawellek. Der „Wer wird Millionär?“-Kandidat wirkte auf den ersten Blick eher unscheinbar, entpuppte sich aber schon mit seinen ersten Worten als waschechter Entertainer. Seine selbstsichere Kampfansage, als er auf dem Ratestuhl Platz nahm: „Ich bin ein Risikotyp und ich würde sagen: Wir zocken jetzt eine Runde!“

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Zuvor wollte Günther Jauch aber nicht unerwähnt lassen, dass der 23-Jährige einen Fanclub der Schlager-Combo „Die Amigos“ leitet. Ungewöhnlich für einen Mann seines Alters. Louis Pawellek ist allerdings nicht nur bekennender Schlager-Fan, sondern auch selbst Sänger. Das wollte der Moderator natürlich hören. Der Deal: Nach der genommenen 4.000-Euro-Hürde solle der Gast ein Mikrofon bekommen. „Dann brauche ich erstmal einen Schnaps“, kündigte Louis Pawellek an.

„Mehr Schmalz geht nicht“

1.000 Euro Wert war die Antwort auf die Frage: „Wobei erhält man bekannte, aber völlig verschiedene Redensarten, je nachdem ob ‚auf den‘ oder ‚aus dem‘ vorangestellt wird?“ Die Optionen: Putz hauen, Ärmel schütteln, Leim gehen oder Rahmen fallen? „Jetzt steh ich auf dem Schlauch bei Jauch“, stellte Louis Pawellek fest und bekam Szenenapplaus für sein Spontan-Gedicht. Der Kandidatenjoker half: 77 Prozent im Saal waren für „Leim gehen“. Pawellek schnaufte nervös „Hach, mein Gott!“ Günther Jauch versprach: „Verstärkung kommt!“ Gemeint war der Schnaps. Den kippte der Kandidat mit einem beherzten Zug. „Ui, Donnerwetter“, staunte der Moderator.

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Der Zusatzjoker half bei der 2.000er-Frage. Für die 4.000-Euro-Marke waren allerdings zwei weitere Joker nötig: „Immer beliebter, wenn auch noch nicht ganz so bekannt wie ihre rote ‚Schwester‘ ist die ...?“ Nach dem 50:50-Joker verblieben „Gelbe Beete“ und „Braune Beete“. Der Telefonjoker riet zu Recht zur „Gelben Beete“ und ebnete damit einem bemerkenswerten Gesangsauftritt den Weg. „Denn immer, wenn du bei mir bist“ lautete der Titel der Eigenkomposition. „Mehr Schmalz geht nicht“, versprach Louis Pawellek. „Ich zerfließe jetzt schon“, versprach Jauch. „Ja, Herr Lauch“, sagte der Kandidat. Ob der Lapsus an der Nervosität oder am Schnaps lag? Die musikalische Darbietung übertönte den Fauxpas. Jauch verzog einmal das Gesicht, doch nach der Gesangseinlage urteilte er schlicht: „Großartig!“

Herr Lauch und der Schlagerkönig

Das Publikum indes applaudierte und johlte. Der Kandidat war stolz darauf, dass er mit seinem Stück bereits in diversen wichtigen Schlager-Sendungen im TV aufgetreten war. Danach wurde er per Social Media immer wieder zum „Schwiegersohn für alle“ hochgelobt, berichtete er. „Den Titel hatte ich 30 Jahre inne, sollten Sie mich da abgelöst haben?“, fragte Jauch. Das brachte Louis Pawellek auf eine Idee: „Dann könnten wir doch ein Schlager-Duo machen.“

Bei der 16.000-Euro-Frage war jedoch Endstation: „Wie viele kommerziell genutzte Transrapidstrecken gibt es weltweit?“ Louis Pawellek vermutete „knapp 50″, doch zu seinem Glück gab er vor der Antwort auf und sicherte sich 8.000 Euro. Korrekt gewesen wäre nämlich: nur eine. Ein Sieger war der Kandidat in den Augen des Moderators dennoch - vor allem, weil es Louis Pawellek alles andere als leicht in seinem noch jungen Leben hatte. Früh hatte er die Mutter an den Krebs verloren und keinen Kontakt mehr zum Vater. Er wuchs abwechselnd in zwei Heimen und bei den Großeltern auf. Weil Pawellek wusste, was er Oma und Opa zu verdanken hatte, zog er mit der Volljährigkeit zurück nach Langenhagen, wo beide leben. „Das sind meine Eltern“, sagte er bei Jauch. Und versprach, er wolle später für sie da sein. „Wenn Sie jetzt Erzieher sind, dann haben Sie unter schwierigen Umständen Ihr Leben super in den Griff gekriegt“, war Günther Jauch beeindruckt. Die wichtigsten Dinge sind eben unbezahlbar. Dennoch will der Kandidat mit dem erspielten Geld eine Reise mit den Großeltern antreten.

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Ebenfalls dabei war Überhangkandidatin Annabelle Glatt aus München. Beim FC Bayern arbeitet sie im Strategieteam. Ihre Strategie auf dem Ratestuhl brachte ihr 32.000 Euro ein. Bei der Frage nach dem Talent der 39-jährigen Chinesin Chloé Zhao riet sie schlicht ins Blaue hinein, bei der 64.000-Euro-Frage gibt sie taktisch klug auf: Jauch kommentierte: „Im letzten Moment die Kurve gekratzt - der Bayern-Dusel.“ Auch Winfried Strehle kam aus München. Der 35-jährige Kundendienstmitarbeiter bei einer Bank zockte mehrmals und ging mit 16.000 Euro. Lisa Mühlberger, Pub-Betreiberin aus Kaiserslautern, war ebenfalls wagemutig und gewann 32.000 Euro.

RND/Teleschau

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