Am Ende des Geldes

Foto: Geht es nach der Finanzwelt, dürfte es in einigen Jahren kein Bargeld mehr an den Bankautomaten geben.

Foto: Geht es nach der Finanzwelt, dürfte es in einigen Jahren kein Bargeld mehr an den Bankautomaten geben.

Vielen von uns fällt es schwer, sich eine Milliarde Euro vorzustellen. Dabei hilft ein einfaches Gedankenexperiment: Stellen Sie sich einfach sehr, sehr viel Geld vor. Einen Riesenhaufen. Dann wissen Sie, was eine Milliarde ist.

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Deutschland hat 2000 Milliarden Euro Staatsschulden (90 Prozent davon entfallen auf den neuen Berliner Flughafen). Das sind umgerechnet drei Elektroautos oder sieben Gigabyte Highspeed-Datenvolumen bei der Telekom. Davon könnte eine elfköpfige Großfamilie aus einer RTL-II-Doku eine Woche lang leben!

Staaten brauchen natürlich Geld. Viele von uns sind stolze Steuerzahler, wären allerdings genauso stolz, wenn sie nur die Hälfte zahlen müssten.

Ökonomen haben einen bestechenden Vorschlag, wie man dem allgemeinen Geldmangel begegnen könnte: mit der Abschaffung des Bargelds. Wenn Geld sowieso nur theoretisch existiert, ist sein Nichtvorhandensein erträglicher. Die technische Umsetzung ist idiotensicher: Ich gehe einfach in den Zeitungsladen, nehme eine Zeitschrift aus dem Regal, gehe zur Kasse und sage laut und deutlich "Vier Euro fünfzig!" und gehe hinaus. Wenn Sie’s nicht passend haben, sagen Sie "fünf Euro", und der Verkäufer antwortet "fünfzig Cent".

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Das geht natürlich auch fernmündlich. Zur Bedienung ihres Immobilienkredites rufen Sie alle vier Wochen bei der Bank an und sprechen "Eintausendzweihundert plus zehntausend Euro Sondertilgung" auf einen Anrufbeantworter.

Und wer schreit am lautesten, man dürfe nur Geld ausgeben, das man auch hat? Die Banken. Diejenigen also, die überhaupt noch nie einen echten, realen Euro in der Hand hielten. Putzig. Manchmal denke ich, Finanzanalysten wurden nur geschaffen, um Astro-TV-Moderatoren seriös aussehen zu lassen.

Grundsätzlich ist es natürlich sinnvoll, Geld zu sparen. Schließlich könnte es eines Tages wieder etwas wert sein. Am Ende aber schält sich eine Erkenntnis von eiskalter Logik heraus: Was nützt einem alles Geld der Welt, wenn es einem anderen gehört? Schönes Wochenende!

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