Bis zu 25 km/h schnell

Auf Streife mit Rollern: Polizei von Norderney bekommt E-Scooter

Franziska Schrader (l) und Constanze von Garrel stehen mit neuen E-Scootern der niedersächsischen Polizei auf dem Deich.

Franziska Schrader (l) und Constanze von Garrel stehen mit neuen E-Scootern der niedersächsischen Polizei auf dem Deich.

Norderney/Norden. Auf der Nordseeinsel Norderney sind Polizistinnen und Polizisten künftig erstmals in Deutschland mit E-Rollern als Einsatzfahrzeuge auf Streife unterwegs. Die für die ostfriesische Insel zuständige Polizeidirektion Osnabrück übergab am Mittwoch im Rahmen eines Pilotprojektes im Fährhafen in Norden-Norddeich (Landkreis Aurich) zwei E-Stehroller und zwei zugehörige, induktive Ladestationen an die Inselpolizisten. Die E-Scooter würden nun für ein Jahr „auf Herz und Nieren geprüft“, sagte Polizeipräsident Michael Maßmann bei der Übergabe.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Fahrzeuge, die auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometern und eine Reichweite von rund 20 Kilometer kommen, sollen etwa im Streifendienst eingesetzt werden, aber auch bei Fahrten zu Vernehmungen oder Anzeigenaufnahmen - für Festnahmen sind die Fahrzeuge wegen fehlender Transportmöglichkeiten dagegen weniger geeignet. „Zum Glück ist die Festnahmesituation eine Ausnahme für die Polizei“, sagte der Leiter des zuständigen Polizeikommissariats in Norden, Ingo Brickwedde. „Es gibt viel mehr Bürgerkontakte als Festnahmen.“ Blaulicht und Martinshorn fehlen bei der Ausstattung.

Die Polizei verspricht sich von den E-Scootern mehr Bürgernähe.

Die Polizei verspricht sich von den E-Scootern mehr Bürgernähe.

Bürgernähe: Polizei will „ins Gespräch kommen“

Es sei der Anspruch, eine moderne Bürgerpolizei und jederzeit ansprechbar zu sein. Dabei könne auch ein innovativer und umweltfreundlicher Fuhrpark helfen, sagte Brickwedde auch mit Blick auf weitere E-Polizeifahrzeuge, die auch auf anderen Inseln im Einsatz sind. „Das sind Geräte, die Bürgernähe schaffen, denn man kommt über solche Geräte ins Gespräch“, sagte der Polizeichef. Die Insel Norderney sei mit seinen vielen Urlaubsgästen für den Test ein geeignetes Pflaster. „Wir wollen ja im Gespräch bleiben und hören, wo es Sorgen und Probleme gibt.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Erstmalig wird mit den E-Scootern auch das induktive Laden des Akkus, also ohne Kabel und Stecker, erprobt. Dazu werden die Roller auf eine rund 25 Kilogramm schwere Bodenplatte geschoben, in der Wechselstrom durch eine kleine Spule läuft. Zusammen mit der Spule im Trittbrett des Rollers beginnt das Laden dann automatisch - rund zwei Stunden dauert es, bis das Gerät voll geladen ist. Die salzige Luft und das eher raue Nordseeklima sollen der Technik laut Hersteller wegen der fehlenden Kontakte und Steckverbindungen nicht zusetzen.

Die Polizei verspricht sich von der Technik einen zeitlichen und logistischen Vorteil. „Wenn sich das bewährt, dann kann das ein Meilenstein in der Entwicklung von Streifen- und Einsatzfahrzeugen für die Polizei werden“, sagte Polizeipräsident Maßmann. Die Kosten für Roller mit Ladestation liegen pro Stück bei rund 2200 Euro.

RND/dpa

Mehr aus Panorama

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen