Die Welt ist eine Scheibe (II)

Die Gute alte DVD.

Die Gute alte DVD.

20 Jahre DVD – hurra! Man erinnert sich gern – auch an die Zeitersparnis gegenüber der VHS-Cassette. Denn das Zurückspulen fiel weg. Das Zurückspulen, ein Vorgang mit einer betonmischmaschinenartigen Geräuschkulisse, war nervig, aber Pflicht – bevor man die Dinger in die Videothek zurückbrachte. Bei Nichtbeachtung drohte eine angemessene Folterstrafe durch den fachkundigen Mitarbeiter aus der Horrorabteilung hinter der Tür mit der 18. Mit den DVDs wurden Videothekenbesuche etwas ungefährlicher.

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Die Horrorabteilung war das Ausredenareal hinter dem ominösen Eingang mit der 18, diesem eintürigen Adventskalender für den aufrichtigen Herrn. Denn wer die Adult Section betrat, suchte SELBSTVERSTÄNDLICH "Kill Bill 2" oder einen anderen intellektuellen Schlitzerfilm mit vollständig bekleideten Opfern. Motto: Arm ab, aber Hose an.

Reihenweise fielen die Ü-18-Ausleiher den fiesen Tricks der Filmindustrie zum Opfer. Niemand hätte die Thriller "Auf Schloss Bumms klappern die Nüsse", "Die wundersame Welt der Schwellkraft" oder "In Diana Jones" ausgeliehen, wenn er gewusst hätte, was es da zu sehen gibt. Schockierend war das! Auch noch beim dritten Mal.

Unerkannt ins Reich der Sinne

Bei den Versuchen, möglichst unerkannt ins Reich der Sinne zu gelangen, zeigten sich auch unkreative Männer erfinderisch. Träger von Kapuzen, Motorradhelmen, Batman-Masken oder Sturmhauben in Videotheken – das mussten nicht zwingend Einbrecher sein.

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Ein filmreifes Schauspiel war es, wenn eintrittswillige Männer um die Tür herumschlichen und auf einen unbeobachteten Moment warteten, um dann wie Fantomas hineingleiten zu können. In ein Drama steigerte sich die Szene, wenn die Tür verschlossen war und Fantomas mit einer weithin hörbaren Klingel auf seinen Plan aufmerksam machen musste. Wer in einer solchen Situation klug war, vermied schadensbegrenzende Maßnahmen wie ein laut gerufenes "Sind da die Horrorfilme?", um nicht auch noch Applaus der Videothekenbesucher zu bekommen.

Mit dem Internet ist die Ferkelfraktion zur Heimarbeit übergegangen. Die einen bestellen, die anderen streamen. Egal, wo das Material herkommt – man besorgt es sich einfach diskreter.

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