Prozess gegen 48-Jährigen

Dreifachmord in Dänischenhagen: Zeuginnen sagen aus, die Taten hätten sich angebahnt

Justizbeamte bringen den Angeklagten in Handschellen in den Sitzungssaal der Außenstelle des Landgerichts Kiel.

Justizbeamte bringen den Angeklagten in Handschellen in den Sitzungssaal der Außenstelle des Landgerichts Kiel.

Kiel. Im Prozess um einen Dreifachmord gegen einen Zahnarzt aus Westensee (Kreis Rendsburg-Eckernförde) haben am Montag Freundinnen der ermordeten Ehefrau ausgesagt, dass sich die Taten offenbar lange anbahnten. Wie andere Zeugen berichteten die drei Frauen vor dem Kieler Landgericht über das Scheitern der Ehe, Seitensprünge und Gewalttätigkeit des Angeklagten. Seine Frau und der ebenfalls ermordete gemeinsame Bekannte des Ehepaars hätten sich massiv von dem 48-Jährigen bedroht gefühlt, schilderten die Zeuginnen.

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Der Angeklagte habe nicht hinnehmen wollen, dass sich seine Frau von ihm trennte. Er habe sie und die Familie zurückgewollt. „Muss erst etwas passieren?“, habe der Angeklagte sie in einem Telefonat kurz vor der Tat gefragt, berichtete eine Freundin der ermordeten Ehefrau. Demnach schrieb ihr die 43-Jährige bereits längere Zeit vor dem Dreifachmord, ihr Mann habe gedroht, „Hund, Pferde, Kinder, sie und sich selbst zu erschießen“.

Demnach hatten die 43-Jährige und der ebenfalls ermordete gemeinsame Bekannte große Angst vor dem angeklagten Deutschen und dessen Waffen. „Was macht ihr, wenn der Irre mit‘ner Wumme auftaucht?“, habe der Bekannte vor einem geplanten Osterfeuer gefragt, berichtete eine der Zeuginnen. Der Elektriker hatte dem Angeklagten dessen Praxisräume elektrifiziert. Die Rechnung dazu war noch nicht beglichen.

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Am 19. Mai 2021 soll der Angeklagte zuerst seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und deren neuen Bekannten in Dänischenhagen erschossen und danach in Kiel den gemeinsamen Bekannten des Ehepaares getötet haben. Mit einer der Tatwaffen stellte er sich am Abend in Hamburg der Polizei. Die Staatsanwaltschaft stuft alle Taten als Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen ein. Das Urteil wird am 30 März erwartet.

RND/dpa

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