Endlich alle Fanta trinken

Nein, lässig geguckt, breitbeinig gesessen, Retro-Fanta getrunken. Ist jetzt wieder da. In der braunen Ringflasche. Cool. In Retro ist außer Modern Talking und Kalter Krieg alles cool. Sogar Fanta. Schmeckt wie damals kaum süß. Damals schmeckte sie aus heutiger Sicht kaum süß, weil der Zucker, der drin war, in der Erinnerung irgendwo auf der Strecke kleben geblieben ist.

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Heute schmeckt Fanta kaum süß, weil der Zucker drin ist, aber nicht so schmeckt wie Zucker.

Die Gelehrten des 20. Jahrhunderts sind sich noch nicht einig, ob a) Fanta jetzt die Beatles der Softdrinks ist oder die Rolling Stones, und b) ob Fanta nur für Leute interessant war, die Angst hatten, als Cola-Säufer schwarze Füße zu bekommen. Wobei man nicht weiß, was panische Eltern ihren Kindern über Fanta in China erzählt haben.

Falsch ist, dass Fanta in den Siebzigern nur an Menschen mit Bonanzarad und Yps-Heft verkauft wurde. Man ist sich hingegen einig, dass in den Sechziger- und Siebzigerjahren Mädchen zum Verzehr von Fanta standen, wohingegen Jungen auf Nachfrage in der Regel behaupteten, es sei abgestandenes Bier oder das Getränk ihrer Freundin, die gerade auf dem Klo sei.

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Fest steht: Fanta kommt von fantastisch, ein rasantes Wortspiel, das Fanta bei der Markteinführung den entscheidenden Vorsprung vor Bomba, Orgia und Sarka sicherte, die schon bald arbeitslos wurden und später unter falschem Namen als "herkömmliches Getränk" in der Fernsehwerbung jeden Aushilfsjob annahmen.

Fest steht auch: Fanta ist deutsch und tatsächlich ein Ersatzprodukt, weil bei der tatsächlichen Markteinführung vor 75 Jahren die Cola-Zutaten knapp waren. Dass bei der Einführung der Retro-Fanta ein kleiner fluffiger Werbespot von der „guten alten Zeit“ sprach, die bei näherer Betrachtung die Nazi-Zeit war, ist eher Sarka als Fanta und ein bisschen Peinli.

Immer cool bleiben. In die Kneipe gehen. Fanta trinken.

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