Gender-Debatte

Linguistin fordert: Geschlechtergerechte Sprache an Schulen zulassen

Das Kultusministerium in Dresden hat jetzt eine Klarstellung zum „Gendern“ an Schulen verbreitet.

Geschlechtergerechte Sprache an Schulen zuzulassen ist ein Thema, das für Diskussionen sorgt. (Symbolbild)

Berlin. Die Mannheimer Linguistin Carolin Müller-Spitzer fordert dazu auf, Genderzeichen wie Stern, Doppelpunkt und Unterstrich an Schulen zuzulassen. Diese Zeichen würden verwendet, um Menschen einzubeziehen, die sich nicht mit dem Gegensatz zwischen männlich und weiblich identifizierten, sagte sie dem Berliner „Tagesspiegel“ (Donnerstag). „Was sie ausdrücken wollen, muss ich respektieren“, fügte die Wissenschaftlerin hinzu.

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Formalitäten bilden realen Gebrauch verzögert ab

Geschlechtergerechte Sprache sei nicht falsch, sagte die Leiterin des Projekts für Empirische Genderlinguistik am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim. Die aktuell gültigen Regeln deckten sie jedoch noch nicht ab. Grammatiken, Wörterbücher und Rechtschreibnormen bildeten den realen Gebrauch immer verzögert ab.

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Der Sprachkampf solle gleichwohl aus der Schule herausgehalten werden, mahnte die Linguistin. Wo sich historische Gesellschaftsvorstellungen in Sprache niedergeschlagen hätten, sei es jedoch sinnvoll, die männerdominierte Sicht aufzulösen. Da gehe es nicht nur um geschlechtergerechte Sprache, sondern auch um Ausdrücke wie „Land unserer Väter“ oder „Brüderlichkeit“. In derartigen Fällen gelte es, die Herkunft der Ausdrucksweisen zu hinterfragen.

RND/epd

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