Scharfe Kritik an Einrichtung

Göttinger Geburtshaus soll geimpfte Schwangere abgewiesen haben

Kein Ultraschall für geimpfte Schwangere? Geburtshaus Göttingen lehnt die Betreuung geimpfter Frauen offenbar ab.

Ein Geburtshaus in Göttingen soll die Betreuung geimpfter Frauen abgelehnt haben.

Ein Geburtshaus in Göttingen hat einem Medienbericht zufolge Schwangere abgewiesen, die gegen das Coronavirus geimpft sind. Mehrere Betroffenen berichteten gegenüber dem NDR von den Fällen, dieser Schritt sei ihnen mit der Gefahr einer Thrombose oder Lungenembolie erklärt worden. Alternativ habe das Geburtshaus eine Blutprobe von den werdenden Müttern verlangt, um vorsorglich den Gerinnungsfaktor des Blutes bestimmen zu können, berichtet der NDR weiter.

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Mediziner und Berufskolleginnen kritisierten das Verhalten des Geburtshauses gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ). Die Klinik selbst war für die Zeitung nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Mehrere betroffene Mütter, die im Geburtshaus Göttingen entbinden wollten, berichteten dem NDR von der überraschenden Entscheidung des Hauses. Eine Schwangere, die sich nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) im September 2021 hatte impfen lassen, berichtete, dass sie damals schon einen Termin für die Entbindung in der medizinischen Einrichtung bekommen hatte. Nach der Mitteilung, sie habe sich für eine Corona-Impfung entschieden, sei die Weiterbetreuung trotz der Stiko-Empfehlung abgelehnt worden.

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Eine Hebamme aus Hannover machte gegenüber der „HAZ“ deutlich, dass sie die Entscheidung „absolut nicht nachvollziehen“ könne. Es gebe die berufliche Verpflichtung, jede Frau zu betreuen. „Ich höre zum allerersten Mal, dass eine außerklinische Geburt für eine geimpfte Schwangere höhere Risiken birgt“, erklärt die Hebamme. Das Gegenteil sei der Fall, Schwangerschaft und Geburt mit oder nach Corona-Infektion würden größere Gefahren darstellen. Auch Veronika Bujny vom Niedersächsischen Hebammenverband sagte der Zeitung, eine erhöhte Thrombosegefahr durch eine Corona-Impfung sei ihr neu.

Noch deutlicher wurde Ralf Schild, Chefarzt für Perinatalmedizin und Geburtshilfe im Henriettenstift, gegenüber der „HAZ“: „Medizinisch ist das absoluter Quatsch. Die Impfung ist ein Segen, alle empfehlen sie, sie verhindert Erkrankungen dieser Art.“

RND/sz

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