Maxwells Familie will gegen Urteil in Berufung gehen: „Wir glauben fest an Ghislaines Unschuld“

Auf dieser Skizze des Gerichtssaals sitzt Ghislaine Maxwell (M) im Gerichtssaal während ihres Prozesses wegen Sexhandels.

Auf dieser Skizze des Gerichtssaals sitzt Ghislaine Maxwell (M) im Gerichtssaal während ihres Prozesses wegen Sexhandels.

New York/London. Die Familie von Ghislaine Maxwell will gegen die Verurteilung der 60-Jährigen wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen in Berufung gehen. „Wir glauben fest an die Unschuld unserer Schwester - wir sind sehr enttäuscht von dem Urteil“, teilten die Angehörigen mit, wie die britische Nachrichtenagentur PA in der Nacht zum Donnerstag meldete. „Wir haben heute Abend bereits mit der Berufung begonnen und sind der Überzeugung, dass ihr schließlich Gerechtigkeit widerfährt.“ Auch Maxwells Anwältin kündigte Berufung an. „Wir glauben fest an Ghislaines Unschuld“, sagte Bobbi Sternheim.

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Maxwell war in sechs Punkten angeklagt, unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken - in diesem und vier weiteren Anklagepunkten wurde sie schuldig gesprochen. Die Britin habe als Helferin ihres Ex-Partners, des gestorbenen US-Multimillionärs Jeffrey Epstein, eine zentrale Rolle beim Aufbau von dessen Ring zum sexuellen Missbrauch junger Mädchen gespielt, entschied eine Jury in New York am Mittwoch. Maxwell drohen Jahrzehnte in Haft.

Opfer von Epstein begrüßen Schuldspruch

Opfer von Epstein, die im Prozess ausgesagt hatten, begrüßten die Entscheidung. Der Prozess habe gezeigt, dass Maxwell kein Sündenbock sei. „Sie stand nicht vor Gericht, weil sie mit Jeffrey Epstein rumgehangen hat, sie war wegen ihrer eigenen Taten vor Gericht“, sagte die Anwältin Lisa Bloom, die mehrere Opfer vertritt, dem Sender BBC Radio 4.

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Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre, die dem ehemaligen Epstein-Freund Prinz Andrew sexuellen Missbrauch vorwirft, twitterte: „Maxwell hat nicht alleine gehandelt. Andere müssen zur Verantwortung gezogen werden.“ Der Schuldspruch bedeute einen Schritt zur Gerechtigkeit.

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Giuffre wirft Prinz Andrew Missbrauch vor

Giuffre wirft Andrew vor, sie vor gut 20 Jahren als 17-Jährige missbraucht zu haben. Der Kontakt entstand über Epstein. Andrew weist die Anschuldigungen strikt zurück. Britische Medien kommentierten, der zweitälteste Sohn der Queen sei im Maxwell-Prozess gut weggekommen. Sein Fall sei lediglich eine Fußnote gewesen, auch weil weder Maxwells Adressbuch zur Sprache gekommen noch seine Anklägerin Giuffre befragt worden sei, schrieb die Zeitung „Guardian“.

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RND/dpa

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