Todesfälle in Seniorenheim in Bayern: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Ein Bewohner eines Seniorenheims geht mit seinem Rollator über einen Flur. (Symbolbild)

Ein Bewohner eines Seniorenheims geht mit seinem Rollator über einen Flur. (Symbolbild)

Eichstätt. Eine auffällige Häufung von Todesfällen im Zusammenhang mit einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Bayern hat Kripo und Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Ermittelt werde wegen eines Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung in sechs Fällen, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord in Ingolstadt mit. Mehrere Wohnungen und die Pflegeeinrichtung - insgesamt sechs Objekte - seien am Mittwoch durchsucht worden.

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Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sprach sich für engmaschige Tests in solchen Einrichtungen aus - auch für Geimpfte und Genesene. „Tägliche Tests auch für Personal, Besucher und Pflegebedürftige sind ein effizientes Mittel, um das Coronavirus in der Altenpflege zu stoppen. Der Impfstatus darf hier keine Rolle spielen. Denn auch Geimpfte können das Virus weitergeben“, sagte Brysch. „Doch eine solche klare Anweisung fehlt in Bayern. Auch eine Staatsanwaltschaft ist nicht in der Lage, die Fehler eines löchrigen Schutzschirms aufzuarbeiten.“

Binnen vier Tagen waren zwischen dem 20. und 24. September sechs mit dem Coronavirus infizierte Bewohner des Seniorenheims im Landkreis Eichstätt gestorben. Vor dem Hintergrund der Pandemielage und der damit einhergehenden Hygienemaßnahmen seien die Kontaktermittlungen und somit die möglichen Übertragungswege einer Infektion von immenser Bedeutung, berichteten die Ermittler. Im Zuge dieser Recherchen hätten sich dann Verdachtsmomente ergeben, die ein mögliches Fehlverhalten von Mitarbeitern der Pflegeeinrichtung nicht ausschließen ließen, hieß es weiter.

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RND/dpa

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