14-Jährige unter den Opfern

Drei Tote durch Schüsse in Philadelphia – sechs weitere sterben bei Angriffen in Tennessee, Arizona und Michigan

Polizisten und Ermittler der Polizei von Philadelphia stehen am Tatort auf der Straße. Unbekannte haben in einem Ausgehviertel der US-Großstadt Philadelphia nach Polizeiangaben „in die Menge geschossen“.

Bei Zwischenfällen in vier US-Städten sind nach Polizeiangaben mindestens neun Menschen erschossen und mehr als 30 weitere teils schwer verletzt worden. Unbekannte schossen in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) in einem Ausgehviertel der US-Großstadt Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania in die Menge und töteten dabei drei Menschen, elf weitere erlitten Schusswunden, wie die Polizei mitteilte. Die Verletzten seien zwischen 17 und 69 Jahren alt.

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In Chattanooga im Bundesstaat Tennessee feuerten mehrere Täter in der Nähe eines Nachtclubs am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) ebenfalls Waffen ab. Dabei wurden zwei Menschen getötet und mehr als zehn weitere verletzt. Drei Menschen wurden von Autos fliehender Täter erfasst, eine kam ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Mehrere Verletzte schwebten weiter in Lebensgefahr, sagte Polizeichefin Celeste Murphy am Sonntag vor Journalisten. Die Hintergründe der Tat seien noch unklar. Bislang wurden demnach keine Täter gefasst, es wurde jedoch nicht von einer anhaltenden Gefahr für die Öffentlichkeit ausgegangen.

14-jähriges Mädchen unter den Opfern

Auch auf einer Einkaufsmeile in Phoenix im US-Staat Arizona fielen am Samstag Schüsse. Dabei wurde nach Polizeiangaben ein 14-jähriges Mädchen getötet, acht weitere Menschen im Alter von 17 bis 24 Jahren wurden zum Teil schwer verletzt. Polizeisprecher Andy Williams sagte, Verdächtige seien zunächst nicht ausgemacht worden, auch habe es keine Festnahmen gegeben. Die Behörden werteten Zeugenaussagen aus. Den Schüssen sei ein Streit unter Teilnehmern „einer Art Party“ vorausgegangen. In diese Menschenmenge seien dann zahlreiche Schüsse abgegeben worden.

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Eine Woche nach dem Massaker in einer Grundschule in Texas hat ein Mann im Bundesstaat Oklahoma in einem Krankenhaus vier Menschen und sich selbst erschossen.

Etwa eine Stunde zuvor hatte die Polizei in Phoenix den Tod eines Jugendlichen gemeldet, der etwa drei Straßenzüge entfernt vor seinem Zuhause erschossen worden war. Ob eine Verbindung zu den Schüssen auf der Einkaufsmeile besteht, war zunächst unklar.

Philadelphia: Täter weiter flüchtig

In Philadelphia erklärte Polizeichefin Danielle Outlaw, erste Ermittlungsergebnisse deuteten darauf hin, dass es in dem belebten Viertel zunächst zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung gekommen sei. Danach seien die ersten Schüsse gefallen. Einer der beiden erschossenen Männer soll in den Zwischenfall verwickelt gewesen sein. Der andere Mann und eine getötete Frau sowie elf Verletzte seien hingegen „unschuldige Passanten“ gewesen, sagte Outlaw.

Ein Polizeibeamter habe mehrfach auf einen der Angreifer geschossen, woraufhin dieser geflohen sei, hieß es. Die Polizei habe zwei halbautomatische Pistolen sichergestellt, die Täter seien flüchtig. In der belebten South Street seien „zahlreiche“ Munitionshülsen sichergestellt worden. Zum Tatzeitpunkt am Samstag kurz vor Mitternacht (Ortszeit) befanden sich - wie am Wochenende üblich - hunderte Menschen in dem Viertel mit zahlreichen Restaurants und Bars. Die Polizei hoffe durch Überwachungskameras weitere Hinweise zum Tathergang und zur Identität der Täter zu bekommen. Bislang sei noch unklar, wie viele Schützen es gab und was das Motiv für die Tat war.

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Drei Tote auch bei Schüssen in Michigan

Auch im US-Bundesstaat Michigan sind in der Nacht zum Sonntag drei Menschen durch Schüsse getötet worden. Zwei Männer seien nach einem Notruf tot aufgefunden worden, eine Frau sei später im Krankenhaus ihren Schussverletzungen erlegen, teilte die Polizei in Saginaw nordwestlich von Detroit mit. Zwei weitere Männer wurden angeschossen und fuhren in Privatautos ins Krankenhaus, um sich behandeln zu lassen. Die Schüsse seien gegen 2.30 Uhr morgens gefallen, berichtete die Nachrichtenseite MLive.com. Die Hintergründe waren zunächst unklar.

In den USA, einem Land mit relativ laxen Waffengesetzen, gibt es seit langem ein enormes Ausmaß an Waffengewalt. Zuletzt wurde das Land von einer Serie besonders aufsehenerregender Gewalttaten erschüttert. Ende Mai etwa hatte ein 18-Jähriger an einer Grundschule in Uvalde im US-Bundesstaat Texas das Feuer eröffnet. Der Amokläufer verschanzte sich in einem Klassenraum und tötete 19 Kinder sowie zwei Lehrerinnen. Wenige Tage zuvor hatte ein Schütze in Buffalo im US-Bundesstaat New York in einem Supermarkt das Feuer eröffnet, zehn Menschen erschossen und drei weitere verletzt. Den Ermittlern zufolge war die Tat rassistisch motiviert - 11 der 13 Opfer waren schwarz.

RND/dpa/AP

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