„Whip" tritt zurück

Abgeordneter soll Männer begrapscht haben: Neuer Ärger für Johnson?

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien

London. Die Serie an Sex-Skandalen bei den britischen Konservativen reißt nicht ab. Nachdem bereits zwei Abgeordnete der Regierungspartei wegen sexuellen Fehlverhaltens zurücktreten mussten, gibt es nun einen weiteren Fall: Der Abgeordnete Chris Pincher legte sein Amt als für die Fraktionsdisziplin zuständiger „Einpeitscher“ („Whip“) nieder, nachdem berichtet wurde, dass er im betrunkenen Zustand zwei Männer in einem exklusiven Club in London begrapscht haben soll.

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Johnson soll über ähnliche Vorfälle gegen Abgeordneten Bescheid gewusst haben

„Ich habe bei Weitem zu viel getrunken“, schrieb Pincher an Premierminister Boris Johnson. Sein Mandat als Abgeordneter will er aber behalten. In seinem Rücktrittsschreiben gab Pincher an, er habe nicht nur sich, sondern andere blamiert. Der 52-Jährige entschuldigte sich bei Johnson. Die Londoner Polizei teilte mit, es sei bei ihr noch keine Beschwerde wegen irgendeines Übergriffs im Club eingegangen.

Johnson, der erst am Donnerstag von einer Serie internationaler Gipfeltreffen nach Hause kam, muss sich damit gleich mit dem nächsten Skandal auseinandersetzen. Der Premier steht seit Monaten wegen seiner Rolle bei illegalen Partys im Regierungssitz Downing Street während des Corona-Lockdowns unter Druck. Für den Premierminister ist der Fall zudem heikel, weil er einem Bericht der Webseite „Politico“ bereits seit Monaten über ähnliche Vorwürfe gegen Pincher Bescheid gewusst haben soll.

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Stehen bald Nachwahlen an?

Sollte sich herausstellen, dass die neuen Belästigungsvorwürfe wahr sind, stünde womöglich bald eine weitere Nachwahl an. Die beiden Nachwahlen nach dem Rücktritt der zwei Tory-Abgeordneten hatten die Konservativen krachend verloren.

Die stellvertretende Chefin der oppositionellen Labour Party, Angela Rayner, teilte mit, „diese jüngste Episode zeigt, wie weit die Standards im öffentlichen Leben unter der Ägide von Boris Johnson herabgesetzt worden sind“.

RND/dpa

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