Kein Feuerwerk an Silvester?

Nach Umfrage: Deutsche Umwelthilfe fordert dauerhaftes Böllerverbot

Ein Feuerwerk zeichnet bunte Spuren in den Nachthimmel. In Marburg verteilte sich der Schall eines Festfeuerwerks so weit, dass er in der gesamten Innenstadt zu hören war.

Für die einen wunderschön, für die anderen archaisch und schädlich: Soll Silvesterfeuerwerk erlaubt bleiben?

Berlin. Eine knappe Mehrheit der Deutschen ist laut einer Meinungsumfrage für ein Verbot von privatem Feuerwerk zu Silvester 2022. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert nun Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) auf, „dieser sinnlosen Knallerei dauerhaft ein Ende zu bereiten. Wir fordern die Bundesregierung auf, dieser Forderung nachzukommen und diese archaische Schwarzpulverböllerei bereits für dieses Jahr ein für alle Mal zu beenden“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die Organisation hatte bereits 2021 eine halbe Million Unterschriften für ein Böllerverbot an Faeser übergeben.

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„Durch wenige und einfache Änderungen der Sprengstoffverordnung kann Bundesinnenministerin Faeser umweltschädlichem Feuerwerk schnell ein Ende setzen“, meinte Resch. Er freue sich, „dass sich eine wachsende Mehrheit der Deutschen für ein Böllerverbot ausspricht“. Dies umfasse nicht nur Wählerinnen und Wähler von SPD, Grünen, Linke und CDU/CSU. „Selbst unter den Wählerinnen und Wählern der FDP ist angekommen, dass Böllern kein Freiheitsritual ist – der Schutz von Umwelt und Gesundheit aber sehr wohl“, sagte Resch.

53 Prozent sind für Verbot

In der repräsentativen Umfrage des Instituts Insa Consulere im Auftrag der Verbraucherzentrale Brandenburg stimmten 53 Prozent der Befragten für ein Verbot, nur 39 Prozent waren dagegen. Große Zustimmung für ein Verbot gab es bei den Wählern von Grünen, Linke, Union und SPD – dagegen stimmten 68 Prozent der Anhänger und Anhängerinnen der AfD gegen ein Böllerverbot. Die Anhänger der FDP zeigten sich mit Werten von 47 Prozent für ein Böllerverbot und 45 Prozent dagegen gespalten.

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DUH-Bundesgeschäftsführer Resch sagte dem RND weiter: „Seit vielen Jahren setzt sich die Deutsche Umwelthilfe dafür ein, den Jahreswechsel ohne archaische Silvesterböllerei zu feiern. Die Argumente für ein Verbot der Schwarzpulverraketen und Böller sind vielfältig: Luftverschmutzung und Tausende Tonnen Abfälle, Millionen verschreckte und leidende Tiere, Häuserbrände und viele Tausend verletzte Kinder wie Erwachsene.“ Auch Städte und Gemeinden sollten auf klassisches Feuerwerk verzichten, regte Resch an. „Kommunen können auch über kreative Licht- und Lasershows oder gar eine Drohnenshow für einen bunten Jahreswechsel sorgen, ganz ohne ohrenbetäubenden Lärm und gesundheitsschädlichen Feinstaub“, sagte er dem RND.

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Städte und Landkreise entscheiden

Nach Auskunft des Bundesumweltministeriums liege die Entscheidung über ein Böllerverbot zu Silvester bei den Städten und Landkreisen. „Das jährliche Feuerwerk zu Silvester kann die Feinstaubbelastung in Kommunen temporär erhöhen. Wie hoch diese Belastung vor Ort tatsächlich ist, hängt von vielen Faktoren ab“, beispielsweise von den jeweiligen Wetterverhältnissen vor Ort und der tatsächlichen Anzahl abgebrannter Feuerwerkskörper, teilte ein Sprecher von Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) dem RND mit. „Ob ein ‚Böllerverbot‘ verhängt werden muss, entscheiden daher sinnvollerweise die Städte und Landkreise selbst.“

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In den Jahren 2020 und 2021 war Silvesterfeuerwerk vielerorts wegen der Corona-Pandemie untersagt gewesen.

Hinweis: In der ursprünglichen Fassung war davon die Rede, dass eine knappe Mehrheit ein „dauerhaftes Böllerverbot“ befürworte. Gefragt wurde in der Meinungsumfrage jedoch nur nach einem Verbot zu Silvester 2022.

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