„Von kleinen Beträgen bis zu einem Millionenschaden“

Nach Waldbränden Ermittlungen wegen Brandstiftung

ARCHIV - 18.07.2018, Sachsen, Mockrehna: Ein Schild weist nach langer Trockenheit die Waldbrandgefahrenstufe 5 aus. (zu dpa «Waldbrand bei Tangerhütte - erste Region ruft höchste Brandgefahr aus») Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Schild weist nach langer Trockenheit die Waldbrandgefahrenstufe 5 aus. Nicht alle nehmen das ernst.

Nach den Waldbränden dieses Sommers laufen aktuell allein im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg 14 Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung in fremden Wäldern, Heiden oder Mooren. „Bei den Schadenssummen reicht die Spanne von kleinen Beträgen im zwei- bis dreistelligen Bereich bis zu einem Millionenschaden bei der Großschadenslage in Kölsa-Rehfeld“, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Süd in Brandenburg dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Einige der Verfahren liefen demnach auch gegen unbekannt. „Aktuell prüfen wir bei insgesamt zwei Personen zu fünf Handlungen, ob eine Täterschaft besteht.“ Genauere Angaben seien wegen der laufenden Ermittlungen nicht möglich. Im Süden Brandenburgs hatte die Polizei Ende Juli einen 36-Jährigen festgenommen, der mehrere Brände in einem Wald bei Rothstein gelegt haben soll.

Deutlich mehr Land verbrannt als zuvor

Auch im Landkreis Sächsische Schweiz laufen bereits Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung in Wäldern. In diesem Zusammenhang seien bei der Staatsanwaltschaft Dresden derzeit zwei Verfahren anhängig, sagte Staatsanwalt Steve Schulze-Reinhold dem RND. In beiden Fällen würde gegen bekannte Täter ermittelt. Zu den Motiven der beschuldigten Täter oder möglichen psychischen Erkrankungen konnte die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen.

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Die Ursache des verheerenden Feuers auf dem Sprengplatz der Berliner Polizei im Grunewald muss noch ermittelt werden. Der Sprengplatz ist durch Ermittler der Polizei wieder begehbar, zurzeit laufen aber noch Sicherungsarbeiten.

Landrat Michael Geisler (vorn, CDU) macht sich Ende Juli mit Kreisbrandmeister Karsten Neumann ein Bild von der Lage beim Brand am Steilhang der Bastei.

„Wir hatten nie Hektarwaldbrände“: Kreisbrandmeister über Einsatz in Sächsischer Schweiz

Im Nationalpark Sächsische Schweiz kämpfen Feuerwehrkräfte weiter gegen den Waldbrand. Im Interview erzählt der Feuerwehrmann Karsten Neumann, warum die nächsten Tage entscheidend werden, was er kürzlich mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer im Wald erlebte – und ordnet eine Idee von Donald Trump ein.

In Deutschland sind in diesem Jahr schon 4293 Hektar Land verbrannt, deutlich mehr als durchschnittlich zwischen 2006 und 2021. Das geht aus Daten des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) hervor. Zuletzt mussten zum Beispiel Feuerwehren im Berliner Grunewald, in der Sächsischen Schweiz, im südhessischen Münster und im nordrhein-westfälischen Lüdenscheid mit schweren Waldbränden kämpfen. Auch in Brandenburg gab es dieses Jahr schon verheerende Waldbrände, im vergangenen Jahr brannte es hier am häufigsten. Das geht aus der Waldbrandstatistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hervor.

Die Ursache eines Waldbrandes ist in den meisten Fällen unbekannt. Bei den Fällen, bei denen die Ursache bekannt ist, handelt es sich hauptsächlich um menschliches Einwirken: 2021 wurden in Deutschland 128 Waldbrände durch Fahrlässigkeit und 92 vorsätzlich, also durch Brandstiftung, verursacht.

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