Tory-Skandal

Britische Belästigungsaffäre: Ex-Beamter widerspricht Regierung

Der britische Premierminister Boris Johnson (Archivbild)

Der britische Premierminister Boris Johnson (Archivbild)

London. Die britische Regierung gerät wegen des Skandals um sexuelle Belästigung durch ein führendes Tory-Fraktionsmitglied immer stärker in Bedrängnis. Nun hat ein ehemaliger Beamter im britischen Außenministerium den Beteuerungen der Johnson-Regierung, nichts von konkreten Vorwürfen gewusst zu haben, widersprochen.

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Premierminister Boris Johnson sei persönlich über Belästigungsvorwürfe gegen den konservativen Parteikollegen informiert worden, schrieb Ex-Staatssekretär Simon McDonald am Dienstag an die Beauftragte für die Einhaltung parlamentarischer Standards.

Im Zentrum des Skandals steht der von Johnson mit dem Posten des sogenannten Vize-Whips beauftragte Abgeordnete Chris Pincher. Die Aufgabe des Whips (Einpeitschers) ist es, für Fraktionsdisziplin zu sorgen. Pincher war in der vergangenen Woche zurückgetreten, nachdem Medien berichteten, er habe zwei Männer in einem exklusiven Club in London im betrunkenen Zustand begrapscht. Inzwischen wurde auch seine Mitgliedschaft in der Fraktion ausgesetzt. Seitdem wurden weitere Anschuldigungen bekannt.

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McDonald: Regierung wusste Bescheid

Die Regierung hatte stets beteuert, nichts von konkreten Vorwürfen gegen Pincher gewusst zu habe, als er die Führungsposition erhielt. Doch das sei falsch, machte McDonald in einem Gespräch mit der BBC am Dienstag klar. „Es ist sehr ungewöhnlich für einen pensionierten Beamten, das zu tun, was ich heute Morgen getan habe. Ich habe das aus eigenem Antrieb gemacht, weil ich wusste, dass das, was ich in den vergangenen Tagen gesehen und gelesen habe, falsch ist“, sagte McDonald.

RND/dpa

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