Carola Rackete fordert rasche Flüchtlingsaufnahme: Blockade „unmenschlich“

Die Aktivistin Carola Rackete.

Die Aktivistin Carola Rackete.

Köln. Die Kapitänin Carola Rackete hat die schnelle Aufnahme von Flüchtlingen aus griechischen Lagern gefordert. „Über 100 Städte haben sich bereit erklärt, Menschen aufzunehmen“, sagte die Menschenrechtsaktivistin vor einem für Dienstag geplanten Video-Gespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Kommunalpolitikern aus ganz Deutschland. „Es ist mir absolut unverständlich, dass der Bundesinnenminister, Herr Seehofer, das absolut blockiert“, sagte Rackete der Deutschen Presse-Agentur in Köln.

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„Es ist eine Sache, nicht zu helfen. Aber jemand anderem, der helfen möchte, die Hilfe auch noch zu verwehren, das ist unmenschlich.“ Die Bundesregierung dringt auf eine gemeinsame europäische Asylpolitik.

Auf die Frage, ob sie nachvollziehen könne, dass viele Politiker bei einer erneuten großzügigen Aufnahme von Flüchtlingen ein Erstarken der AfD befürchteten, sagte Rackete: „Das ist für mich kein Argument. Denn was ja passiert, ist, dass die Rechte nicht regieren muss, um Politik zu machen. Das heißt: Wenn man aus Angst vor der Rechten deren Maßnahmen selber umsetzt, so wie die CDU das ja tut, dann haben die Rechten auch so schon gewonnen.“

Man müsse sich stattdessen der AfD entgegenstellen und die Argumente dafür anführen, sagte Rackete. „Diese Positionen dagegen selbst zu übernehmen, ist ja nicht die Lösung, sondern macht alles nur noch viel schlimmer.“

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Rackete war im Sommer vorigen Jahres mit 40 Migranten an Bord in den Hafen von Lampedusa eingefahren, obwohl die italienische Regierung dies verboten hatte. Sie wurde vorübergehend festgenommen. Der Streit mit dem damaligen Innenminister Matteo Salvini schlug international hohe Wellen.

RND/dpa

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