Gibt Peking dem Kreml Rückendeckung?

Chinas USA-Botschafter: Berichte über Unterstützung von Putins Krieg sind nur „Gerüchte“

Der chinesische Präsident Xi Jinping (r.) und der russische Präsident Wladimir Putin vor ihren Gesprächen im Rahmen der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking. (Archivbild)

Der chinesische Präsident Xi Jinping (r.) und der russische Präsident Wladimir Putin vor ihren Gesprächen im Rahmen der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking. (Archivbild)

Washington/Peking. China unterstützt nach Darstellung seines Botschafters in den USA, Qin Gang, den russischen Krieg gegen die Ukraine nicht. „Behauptungen, dass China etwas davon wusste, diesen Krieg duldete oder stillschweigend unterstützte, sind reine Desinformationen“, schrieb Qin Gang in einem Meinungsbeitrag in der „Washington Post“, den die chinesische Botschaft in Washington am Mittwoch verbreitete.

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Mehr als 6000 Chinesen seien in der Ukraine gewesen. China sei der größte Handelspartner sowohl Russlands als auch der Ukraine und der größte Importeur von Öl und Gas in der Welt. „Ein Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ist nicht gut für China“, schrieb der Botschafter. „Wenn China von dieser unmittelbar bevorstehenden Krise gewusst hätte, hätten wir unser Bestes versucht, sie zu verhindern.“

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Qin Gang reagierte auf US-Berichte über Geheimdienstinformationen, dass China vorher von Russlands Militäraktion gewusst und gebeten haben soll, sie bis nach den Olympischen Winterspielen in Peking zu verschieben. Auch wies er Berichte als „Gerüchte“ zurück, dass Russland China um militärische Hilfe ersucht habe. Die USA hatten China am Montag „erhebliche Konsequenzen“ angedroht, sollte es Russland militärische oder andere Hilfe leisten, die gegen Sanktionen verstießen oder Kriegsanstrengungen unterstützten.

Botschafter Qin Gang spricht von „Krieg“ – aber nur für westliche Leser

„Den Knüppel der Sanktionen gegen chinesische Unternehmen zu schwingen, während Chinas Unterstützung und Kooperation gesucht werden, wird einfach nicht funktionieren“, schrieb Qin Gang. Auffällig war, dass der Diplomat, der früher Außenamtssprecher in Peking war, von „Krieg“ sprach, während dieser Begriff wie auch „Invasion“ in der offiziellen Sprachregelung in China vermieden wird. Wie in Russland ist in China von „spezieller Militäroperation“ die Rede. Qin Gangs Kommentar zielt auch auf US-Leser. Ohnehin blockiert die Zensur in China den Online-Zugang zur „Washington Post“.

China hat die Invasion bisher nicht verurteilt und sich als Mitglied im Weltsicherheitsrat der Stimme enthalten. Ansonsten demonstrierte die chinesische Führung unverändert den Schulterschluss mit ihrem „strategischen Partner“ Russland, kritisiert die USA als Hauptverursacher der Krise dar und folgt dem russischen Narrativ.

RND/dpa

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