Kommentar zum Deutschlandtag

Deutschlandtag: Wie mutig ist die Zukunft der Union?

Am Wochenende hält die Junge Union ihren Deutschlandtag ab.

Am Wochenende hält die Junge Union ihren Deutschlandtag ab.

Der neue Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, will die Jugend­organisation zu „Vordenkern“ machen. Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Dafür muss der Parteinachwuchs strukturelle Veränderungen anstreben – und sich stärker zukunftsgewandten Debatten widmen, die sein Programm schärfen.

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In den vergangenen Jahren stellte sich die JU vor allem gegen den Mittekurs von Altkanzlerin Merkel – und profilierte sich darüber. Doch welche Positionen genau hinter jungem Konservativismus stehen, ist Wählerinnen und Wähler nach wie vor nicht klar. Hinzu kommt das eingestaubte Image, das die Jugendorganisation nicht abschütteln kann oder will.

Ein Schritt in Richtung mehr Programm ist, dass der JU-Vorsitzende Generationen­gerechtigkeit etwa in der Renten- und Energiepolitik auf die Agenda setzen will. Ebenso zeugt der Leitantrag zur deutschen Sicherheitspolitik von inhaltlicher Auseinander­setzung sowie die klare Positionierung für die Unterstützung der Ukraine von Haltung.

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Allerdings sind konstruktive Konfrontationen mit dem Parteichef Friedrich Merz nötig, wenn JU-Chef Winkel sein Ziel wirklich ernst meint. Wer, wenn nicht die Parteijugend, ist in der Position, die CDU zu treiben? Die Junge Union hat lange für Friedrich Merz als Parteivorsitzenden getrommelt. Umso mehr müsste die Jugend­organisation jetzt dafür kämpfen, dass die Positionen der Jungen Union im neuen Grundsatz­programm einen Schwerpunkt einnehmen. Auf dem Deutschlandtag trauten sich jedoch nur wenige Delegierte zu, Merz zu kritisieren, obwohl viele mit seiner Parteiarbeit nicht zufrieden sind.

Um junge Menschen bei der nächsten Bundestagswahl stärker an sich zu binden, muss sich auch die Junge Union verjüngen und diverser werden. Noch hat sie keine Antwort darauf, wie sie mehr Frauen überzeugen kann, in die Jugend­organisation einzutreten – und wie Menschen mit Migrations­geschichte Anschluss beim CDU/CSU-Parteinachwuchs finden. Daran hängt maßgeblich der langfristige Erfolg der Jungen Union und der Schwesterparteien ab.

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