Kritik wegen Schröder-Büchern

Ex-Menschenrechtsbeauftragter: Kulturkaufhaus soll Schröder-Bücher aus Regal nehmen

Gerhard Schröder mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Gerhard Schröder mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Berlin. Der ehemalige Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Gerd Poppe, hat das Berliner Kulturkaufhaus Dussmann aufgefordert, Bücher des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD), der WDR-Journalistin Gabriele Krone-Schmalz sowie „jegliche Propagandaliteratur für das System Putin“ aus dem Angebot zu nehmen.

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In einem dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegenden Schreiben an die Geschäftsleitung heißt es: „Seit vielen Jahren halte ich Ihre Einrichtung für sehr wichtig, besuche sie auch immer wieder, weil sie nie nur eine einfache Verkaufsstelle war, sondern immer auch Ihrem Anspruch auf Kulturvermittlung gerecht geworden ist. Allerdings verließ ich nach einem längeren Aufenthalt das Kulturkaufhaus heute doch sehr irritiert. Auf Büchertischen sah ich Bücher von langjährig bekennenden Putin-Verehrern, die dort also immer noch von Ihnen beworben werden, so von Frau Gabriele Krone-Schmalz und von Herrn Gerhard Schröder. Diese Bücher lagen auf den von Ihnen beworbenen Plätzen, obwohl vor einem Tag in Ihrer unmittelbaren Umgebung mehr als 100.000 Menschen gegen den von Putin befohlenen Angriffskrieg gegen die Ukraine protestiert haben.“

Sein erster Impuls sei gewesen, „diese Bücher von den Tischen zu nehmen und dem Papiermüll zuzuführen, denn nirgendwo anders gehören sie hin“, schreibt Poppe weiter.

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Aber weil er dazu natürlich kein Recht habe, versuche er es „mit einem Appell an Ihre Vernunft und an Ihr Gewissen: Nehmen Sie jegliche Propagandaliteratur für das System Putin aus Ihrem Sortiment und erklären Sie das auch öffentlich. Falls Sie diese Bücher weiterverkaufen wollen, versehen Sie sie bitte mit einer Warnung an die potenziellen Käufer. Niemand sollte hier mit der Illusion das Haus Dussmann verlassen, eine Wahrheit über das menschenverachtende System Putin nach Hause zu tragen, sondern es mit Lügen, Dummheit oder Unverständnis zu tun zu haben, welche lange Jahre in Deutschland verbreitet wurden, was letztlich mitverantwortlich für die entstandene Situation ist.“

Wahlweise könne die Geschäftsleitung „sämtliche Einnahmen von diesen Putin-Unterstützer-Elaboraten an die Opfer des Putin‘schen Angriffskrieges spenden“.

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Poppe war von 1998 bis 2003 Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe.

Das mehrstöckige Kulturkaufhaus Dussmann in Berlin-Mitte unweit des Reichstages ist die größte Buchhandlung der Stadt.

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