Integration von Ukrainern

Im Vergleich zu 2015: Sprach- und Integrationskurse gibt es genug

Kriegsflüchtende aus der Ukraine stehen vor einem Hostel in Berlin-Lichtenberg. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sieht ausreichend Optionen für Sprach- und Integrationskurse in Deutschland.

Kriegsflüchtende aus der Ukraine stehen vor einem Hostel in Berlin-Lichtenberg. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sieht ausreichend Optionen für Sprach- und Integrationskurse in Deutschland.

Berlin. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sieht für Geflüchtete aus der Ukraine ausreichend Möglichkeiten, an Sprach- und Integrationskursen teilzunehmen. „Das Integrationskurssystem ist aus Sicht des Bundesamtes gut aufgestellt, um Schwankungen bei den Teilnehmendenzahlen auszugleichen“, sagte ein Sprecher dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Derzeit sind knapp 1500 Kursträger bundesweit zugelassen sowie mehr als 50.000 Lehrkräfte, von denen zuletzt mehr als 12.000 aktiv waren.“

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Da die finanzielle Förderung durch das Bundesamt von der Zahl der jeweiligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer abhänge, könnten die Träger zudem ohne vorherige Abstimmung mit dem Bundesamt jederzeit mehr Teilnehmer aufnehmen und mehr Kurse anbieten, fügte der Sprecher hinzu. „Bei steigender Nachfrage wird sich das Angebot erhöhen, ohne dass dafür ein längerer zeitlicher Vorlauf oder Planungsaufwand nötig wäre.“

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Er betonte, dass die Sprachförderung zu den besonderen Anliegen der Bundesregierung gehöre. Ziel sei insbesondere, Geflüchteten die erste Orientierung in Deutschland zu erleichtern und ihren Beratungsbedarf zu decken. Deshalb gebe es fünf verschiedene Angebote: Erstorientierungskurse für Asylbewerber, Migrationsberatung für Erwachsene, das Programm „Migrantinnen einfach stark im Alltag“, Integrationskurse und Berufssprachkurse.

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Der Unterschied zu 2015

Die Geschäftsführerin des Berufsverbandes für Integrations- und Berufssprachkurse, Christiane Carstensen, sagte dem RND: „Es gibt genug Angebote, und es gibt auch genug Träger. Es gibt keinen Mangel. Man kriegt jetzt Superangebote.“ Ein Unterschied zur „Flüchtlingskrise“ 2015 und 2016 bestehe darin, dass Geflüchteten aus der Ukraine heute sofort ein Angebot gemacht werde, während Syrer oder Iraker lange überhaupt kein Angebot bekommen hätten.

Dabei seien die Angebote jetzt so differenziert, dass ein Zahnarzt nicht neben einer 65-jährigen Analphabetin sitzen müsse. Ferner gebe es Erstorientierungskurse mit 300 Unterrichtseinheiten und länger andauernde Kurse von 600 bis 900 Unterrichtseinheiten, bestehend aus vier bis fünf Unterrichtseinheiten täglich.

Wo es noch Verbesserungsbedarf gibt

Carstensen unterstrich jedoch: „Geflüchtete aus der Ukraine sollten wissen, wo sie sich das nächste halbe Jahr aufhalten, bevor sie mit einem Kurs beginnen. Denn jeder Wechsel bringt Reibungsverluste. Die Kurse sind dafür nicht gemacht. Man sollte da nichts übers Knie brechen.“

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Auch müsse die staatliche Förderung aufgestockt werden, wenn Mütter in die Kurse kämen und ihre Kinder dorthin mitbrächten, so die Geschäftsführerin. „Das Konzept des Bundes für die Kinderbetreuung muss dringend überarbeitet werden, um das zu schaffen, was wir schaffen sollen“, sagte sie. „Denn das Personal für die Kinderbetreuung ist zwar finanziert. Doch alles andere wie entsprechende Räume nicht. Da braucht es ganz dringend eine Form von Unterstützung.“

Unter den Geflüchteten aus der Ukraine sind überproportional viele Frauen und Kinder, weil Männer das Land überwiegend nicht verlassen dürfen.

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